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Rodorf.de Tagesdosis gewollter Demokratieverfall? Das Glaubensbekenntnis „UnsereDemokratie“ 12. Oktober 2026 Ein Glaubensbekenntnis fasst die wichtigsten Überzeugungen eines Glaubens zusammen und drückt das Vertrauen aus, im Besitz der Wahrheit zu sein. Es beschreibt, woran Gläubige glauben müssen und was ihren Glauben ausmacht. Gleichzeitig verbindet es die Gläubigen miteinander und stärkt ihre gemeinsame Glaubensgemeinschaft durch ein gegenseitiges Bestärken in die Alternativlosigkeit ihres Glaubens. Wie dem auch immer sei: Am 9.10.2026 habe ich ChatGPT folgende Frage gestellt: Was ist unter einem politischen Glaubensbekenntnis zu verstehen? Antworte bitte in drei Sätzen: ChatGPT: Ein politisches Glaubensbekenntnis ist eine Erklärung, in der eine Person ihre politischen Überzeugungen, Werte und Grundsätze ausdrückt. Es zeigt, für welche politischen Ideen, Ziele oder Ideologien jemand einsteht. Dazu gehören beispielsweise Überzeugungen zu Freiheit, Gleichheit, Demokratie oder Gerechtigkeit. Werden Abweichungen vom Glaubensbekenntnis akzeptiert? ChatGPT: Ja, bei einem politischen Glaubensbekenntnis können Abweichungen akzeptiert werden, solange die grundlegenden Überzeugungen bestehen bleiben. Wie viel Abweichung möglich ist, hängt von der Person oder der politischen Gruppe ab. Manche bestehen streng auf ihren Grundsätzen, andere sind offen für Kompromisse. Gilt deine Antwort auch für alternativlose politische Glaubensbekenntnisse? ChatGPT: Bei einem alternativlosen politischen Glaubensbekenntnis werden Abweichungen meist nicht akzeptiert, weil die eigenen Überzeugungen als einzig richtig und ohne Alternative angesehen werden. Andere Meinungen oder Kompromisse werden häufig abgelehnt. Dadurch kann eine solche Haltung politische Diskussionen und die Bereitschaft zu Veränderungen erschweren. Und was geschieht mit den Abweichlern? ChatGPT: Abweichler werden bei einem alternativlosen politischen Glaubensbekenntnis häufig ausgegrenzt, unter Druck gesetzt oder als Gegner betrachtet. Je nach politischem System können sie ihre Stellung verlieren oder sogar bestraft werden. In autoritären Systemen kann die Abweichung von der vorgegebenen Linie auch zu Verfolgung führen. Bei allem, was recht ist: Die künstliche Intelligenz hat nur Sekunden gebraucht, um auf drei Fragen nachvollziehbar und der Wirklichkeit in Deutschland entsprechende richtige Antworten zu geben, deren Gemeinsamkeit darin besteht, jede demokratische Entwicklung zu blockieren: Gemeint ist die fehlende Bereitschaft, zur politischen Auseinandersetzung mit Andersdenkenden. Warum? Bei den Altparteien scheinen diejenigen noch in der Mehrheit zu sein, die sich bedingungslos an alternativlose Glaubensbekenntnisse gebunden fühlen, obwohl ihnen ihr Verstand eigentlich sagen müsste, dass ein Festhalten an überholten Überzeugungen nicht nur den eigenen Untergang bedeuten, sondern auch den gesellschaftlichen Fortschritt verhindern, zumindest aber behindern könnten. Auf meine Frage, was Alternativlosigkeit für das demokratische Selbstverständnis bedeutet, antwortete ChatGPT wie folgt: ChatGPT: Alternativlosigkeit bedeutet, dass politische Entscheidungen als die einzig mögliche Lösung dargestellt werden und andere Optionen ausgeschlossen erscheinen. Dadurch wird die demokratische Meinungsbildung eingeschränkt, da Diskussionen, Kritik und unterschiedliche Interessen weniger berücksichtigt werden. Für das demokratische Selbstverständnis ist dies problematisch, weil Demokratie von Vielfalt, Kompromissen und der Möglichkeit lebt, politische Entscheidungen infrage zu stellen. Wie radikal nicht nur die SPD, sondern auch andere Parteien auf die Bemühungen von Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) reagierten, den Kontakt zu Putin nicht abreißen zu lassen, lässt erahnen, dass der Glaube an die „Macht des Teufels, besser gesagt der Glaube an die Macht des Bösen“ im Gegensatz zu den eigenen Moralvorstellungen, immer noch ausreicht, einen ehemaligen SPD-Bundeskanzler nicht nur auszugrenzen, sondern ihn sogar zu verteufeln, ihn sogar als eine Schande der SPD zu bezeichnen. Die Reihe der Ausgegrenzten ließe sich beliebig verlängern, sie reicht vom Orgelspielverbot eines AfD-Mitglieds in einer katholischen Kirche in Kassel, bis hin zum Adoptionsverbot eines Hundes durch eine AfD-Landtagsabgeordnete in Niedersachsen, ausgesprochen durch den Tierschutzverein Fortuna Animali e. V., der seine Postadresse in Herxheim bei Landau in Rheinland-Pfalz hat. Die Nachricht an die Landtagsabgeordnete der AfD im Niedersächsischen Landtag, dass eine AfD-Mitgliedschaft es dem Verein unmöglich macht, ihr einen Hund anzuvertrauen, wurde per WhatsApp übermittelt. Woher diese Nachricht genau kam, ließ sich nicht ermitteln. Wie dem auch immer sei: Es scheint wieder so weit zu sein, den Gutmenschen in diesem Land als „Lektüre“ Victor Klemperer als Lesestoff zu empfehlen, der in seinen Tagebüchern – die Fassung, die sich in meinem Besitz befindet, besteht aus zwei dicken Bänden von jeweils über 600 Seiten – über seine Erfahrungen als Jude in Dresden in den Jahren von 1933 bis 1945 akribisch berichtet. Mit eindringlichen Worten schildert Victor Klemperer den Alltag im Nazideutschland sowie über die Ausgrenzung und die zunehmende Verfolgung der jüdischen Bevölkerung während der NS-Zeit. Dazu gehörte auch das Verbot, Haustiere zu halten. Hunde, Katzen und sogar Kanarienvögel mussten abgegeben werden. Ach ja. Bei Victor Klemperer kann auch nachgelesen werden, wie auch die Sprache sich dazu eignet, das gesellschaftliche Leben im Nazideutschland zu verändern? Auch dazu hat sich Victor Klemperer in einem wirklich lesenswerten Buch geäußert. In seinem Werk „LTI. Notizbuch eines Philologen“, das erstmalig 1947 publiziert wurde und wohl auch heute noch zur Pflichtlektüre gehört, um den Nationalsozialismus verstehen zu können, zeigt Victor Klemperer auf, wie die Sprache im Nationalsozialismus gezielt verändert und für Propaganda genutzt wurde, so dass sich nationalsozialistische Begriffe, Redewendungen und Sprachbilder im Alltag verbreiteten und dadurch das Denken und Handeln der Menschen beeinflusst werden konnte. Klemperer machte deutlich, dass Sprache nicht nur die Wirklichkeit beschreibt, sondern auch dazu beitragen kann, Menschen zu manipulieren, auszugrenzen und ideologisch zu beeinflussen. Übrigens: Der Titel „LTI“ steht für Lingua Tertii Imperii, lateinisch für „Sprache des Dritten Reiches“. Was sollten wir von Victor Klemperer heute wieder lernen? Im antifaschistischen Deutschland von heute lassen sich bereits wieder die Anzeichen erkennen, wie die Ausgrenzung damals begann. Anders ausgedrückt: Es ist wohl wieder an der Zeit, ein Tagebuch zu führen. Anders ausgedrückt: Es ist an der Zeit, in Deutschland die Gehirne der Bevölkerung durch den inflationären Gebrauch extremistischer Wörter zu beenden. Warum? Heute werden ganze Bevölkerungsgruppen verrückt gemacht, indem durch den Gebrauch von Wörtern Zukunftsbilder gemalt werden, die, so Hape Kerkeling bei der Anhörung im Thüringer Landtag, sogar Buchenwald wieder ermöglichen können. Heute ist es nachweisbar so, dass übermäßig benutzte Wörter wie Extremismus, Nazi, gesichert rechtsextrem und Faschisten nicht nur zur Normalität geworden sind, was zur Folge haben soll, dass dadurch jede Ansicht, die mir im Wege steht, eine persönliche Diskriminierung nach sich ziehen kann: OH, du bist ein Extremist, ein Faschist, ein Nazi. Es gibt aber auch eine technische Definition von Extremismus. Diesen Extremismus können wir sogar messen, zum Beispiel durch Meinungsumfragen, und die lassen erkennen, dass dem extremistischen Vokabular zwischenzeitlich erkennbar ihre Kraft abhandengekommen ist, denn anders lassen sich einerseits die Umfrageergebnisse nicht mehr erklären, die eine Partei zur Volkspartei werden lassen, die eigentlich hinter einer Brandmauer ihr Darsein zu fristen hat und andererseits ehemalige Volksparteien sozusagen der Bedeutungslosigkeit entgegeneilen. Wie dem auch immer sei: Eine extremistische Ansicht setzt voraus, nur von einem winzigen Prozentsatz der Bevölkerung vertreten zu werden. Das ist per Definition eine extremistische Ansicht. Die ehemaligen Volksparteien sind deshalb aufgerufen, zu verhindern, nur noch von einem winzigen Prozentsatz der Bevölkerung gewählt zu werden, denn dann sind sie - per Definition – extremistisch.
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