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Spiegelsplitterwahrheiten
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Spiegelsplitterwahrheiten
Das Böse und das Gute
Donnerstag, den 22.1.2026
Das Böse beginnt dort, wo der Kontakt zur Realität verloren geht. Grund
dafür dürfte in Deutschland das bereits seit Jahren erkennbare
Unvermögen nicht nur der politischen Eliten, sondern auch anderer Eliten
sein, sich in die wirklichen Bedürfnisse des Volkes hineinfühlen zu
können.
Fehlende Empathie, so der dafür verwendete Fachterminus. Dieser Mangel
macht aus Menschen gierige Wesen und aus Gleichen Feinde, denn die Guten
sind davon überzeugt, zu wissen, wer die Bösen sind.
Diese Transformation wiegt schwer, denn es hat nachweisbar
Gesellschaften gegeben, in der ein gemeinschaftsbildendes Gespür dafür
vorhanden war, dass die „göttlich gewollte Ordnung“, oder wie man die
auch immer bezeichnet hat, es vorsah, sich als Gleiche unter Gleichen zu
fühlen, weil alle in solchen egalitären Gesellschaften lebende Menschen
davon überzeugt waren, von Natur aus mit dem gleichen Guten beseelt zu
sein und somit als Gleiche nicht nur angenommen, sondern auch so
behandelt werden zu müssen.
So auch der biblische Schöpfungsbericht.
Gen 1:31
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte:
Es war sehr gut.
Im Gegensatz dazu bezeichnet der Koran den Menschen nicht als ein von
Gott geschaffenes gutes Wesen, sondern als Erdenbewohner, den Allah mit
der Fähigkeit ausgestattet hat, zwischen Gut und Böse auszuwählen, denn
Allah hat den Menschen als ein Geschöpf mit Verstand und Willensfreiheit
erschaffen.
Sure 4:79
Was dich an Gutem befällt, ist von Gott; und
was dich an Bösem befällt, ist von dir selber.
Anders ausgedrückt: In den Schöpfungsgeschichten
der beiden Weltreligionen drückt sich die Perfektion Gottes durch die
von ihm gemachte Ordnung aus, die der Mensch anerkennen und bewahren
soll, indem er das Gute tut und Überheblichkeit vermeidet, denn bereits
dort wird die Schwelle hin zum Bösen überschritten.
Natürlich gehört die Friedfertigkeit ebenfalls zu den zentralen
Prinzipien der vorgestellten natürlichen Ordnung. Das gilt im Übrigen
auch für den Buddhismus, denn das Mitgefühl leitet sich in dieser
Weltreligion direkt von den fünf ethischen Regeln ab, insbesondere von
dem Verbot: Du sollst nicht töten.
Aber auch das Gute ist im Buddhismus persönlichkeitsbestimmend, denn das
Gute äußert sich in der Praxis von Achtsamkeit, Mitgefühl und Weisheit,
die zu innerem Frieden und zum persönlichen Glück führt, indem man den
Kreislauf des Leidens durchbricht.
Daraus lässt sich schließen,
dass dort, wo Menschen den Kern ihrer menschlichen Wesenseinheit
verlassen oder vergessen, also das nicht mehr wertschätzen, was ihrer
Bestimmung entspricht, das Böse sofort zu wirken beginnt. Und da dieses
Böse aus dem Inneren des Menschen kommt, ist nunmehr zu klären, wie es
da hineingekommen ist.
Die Antwort darauf lautet:
Das Böse kommt von außen, denn es muss dem Menschen ja zuerst einmal
beigebracht werden, bevor er Böses überhaupt denken und dieses Denken
dann in Handlungen umsetzen kann. Nur so ist zu erklären, wie aus von
Natur aus guten Menschen Nazis und Faschisten werden konnten, die im
Prinzip über das gleiche Potential verfügten, wie die Terroristen,
Rassisten oder Sexisten von heute, einschließlich der gewaltaffinen
Antifaschisten, denn die sind auch nicht besser.
Wie dem
auch immer sei: Das Gute, das auch als Ethik bezeichnet wird,
befindet sich im Gegensatz zu dem Kulturgut Moral, von Geburt an im
Innern des Menschen und ist dort auch nicht veränderbar, soweit man
darunter den Kern der „göttlichen Ordnung“, besser gesagt der
„naturgegebenen Ordnung“ verstehen will, denn Gott ist in den westlichen
Demokratien nicht mehr der, der er einmal war.
Aber wer verfügt
heute noch über so viel Einsicht?, sich dem Guten verpflichtet zu
fühlen, zumal sich das Gute im Menschen sich doch so leicht verdrängen
lässt, wenn es dem eigenen Vorteil nutzt. Trotzdem lässt sich das Gute
nicht beseitigen, denn auch derjenige, der Böses tut, weiß, dass sein
Inneres das eigentlich ablehnt.
Moral ist ein
Menschenwerk: Im Gegensatz zur unverrückbaren naturgegebenen
Ethik sind Moralvorstellungen menschengemacht. Was dabei herauskommt,
das sind Untertanen oder Schauspieler, oder Gutmenschen, die einer
Ideologie zustimmen, bzw. sich ihr unterwerfen, die es ihnen ermöglicht,
andere auszugrenzen, beziehungsweise zu stigmatisieren, so dass sie aus
ihrer anerzogenen guten inneren Moral es für richtig und geboten halten
können, andere als Faschisten, Rassisten, Sexisten, Islamisten, oder als
AfD-ler zu bezeichnen, mit denen - gemeint sind die AfD-ler – nicht
einmal mehr gesprochen werden darf, und die auch nicht gewählt werden
dürfen, keine kirchlichen Ämter ausüben dürfen und natürlich auch nicht
einmal mehr als Rettungsschwimmer bei der DLRG verwendet werden dürfen,
wenn sie sich dieser Partei verbunden fühlen und das bekannt geworden
ist.
Das ist die Moral der Gutmenschen von heute:
Und was kommt danach? Bekanntermaßen ändert sich der Mensch alle 7
Jahre, denn der menschliche Körper erneuert sich tatsächlich ständig.
Manche Zellen, wie die Haut, erneuern sich monatlich, während andere wie
zum Beispiel die Nervenzellen, lebenslang bestehen bleiben. Außerdem
werden aus Kindern Jugendliche, aus Jugendliche Erwachsene und aus
Erwachsenen irgendwann auch Greise. Das führt zu der Einsicht, dass das
menschliche Leben als ein Wachsen und Werden und als ein Verändern hin
bis zum Tod verstanden werden kann.
Transformation der
Gesellschaft: Die Aussage, dass sich eine Gesellschaft alle 70
Jahre grundlegend ändert, basiert auf demografischen, technologischen
und sozialen Umbrüchen, dem jeweiligen Zeitgeist folgend. Dieser
70-Jahres-Zyklus, der auch ein paar Jahre länger dauern kann, macht
sichtbar, dass in dieser Zeit ebenfalls große Transformationen in den
Bereichen Kultur, Arbeit, Familie und natürlich auch in den Werten und
Moralvorstellungen stattgefunden haben und auch weiterhin stattfinden
werden. Auch das gehört zur Ordnung des Lebens.
In einer
evangelischen Kirche in Norddeutschland wurde sogar in der Adventszeit
2025 in der Kirche ein so genannter „Poledancing“-Gottesdienst gefeiert,
der dazu geführt haben soll, dass mehr Kirchenbesucher kamen, als das
ansonsten der Fall ist, um eine leichtbekleidete Frau an einer Stange
vor dem Altar tanzen zu sehen.
Nun denn:
Poledancing in einer Kirche? Das gab es vorher noch nicht. Ob das in
einer Kirche als Majestätsbeleidigung (Blasphemie) anzusehen ist, weiß
ich nicht. Wie dem auch immer sei: Gut 76 Jahren Transformation hat
die bundesdeutsche Demokratie benötigt, um so viel Freiheit ausleben zu
können.
In dieser Zeit ist die deutsche Demokratie gewachsen -
35 Jahre davon im wiedervereinigten Deutschland - und konnte dabei sogar
zur Höchstform aufgelaufen, um dann, beginnend mit der wachsenden
Unzufriedenheit in den 1990er Jahren - 2013 dann durch die Neugründung
einer populistischen Partei, gemeint ist die AfD - eine andere Richtung
einzuschlagen, die heute bereits die so genannten Parteien der Mitte in
Panik versetzt hat, denn diese Partei wird ihnen einfach zu mächtig.
Dass die „Altparteien“, so eine gängig gewordene Bezeichnung im
Neusprech von heute, selbst dabei mitgewirkt haben, diese Transformation
zu ermöglichen, das wird dabei gern übersehen. Viel leichter ist es, das
Versagen der ehemaligen Volksparteien Sündenböcken in die Schuhe zu
schieben. Das ist zum einen der äußere Feind in Person von Putin,
ergänzt durch den inneren Feind, das ist die AfD.
Ob diese
Sündenböcke sich aber wirklich dazu eignen, eigenes Politikversagen zu
überdecken, indem beide Feinde, sowohl der äußere als auch der innere
Feind, entmenschlicht und zu „Unberührbaren“ erklärt werden, das kann
und darf bezweifelt werden. Solch ein Verhalten grenzt schon eher an
Selbstzerstörung.
Anders ausgedrückt: 2026 wird
es sicherlich viele Anlässe dafür geben, darüber nachzudenken, wie
diesem Hang zur Selbstzerstörung, sowohl in Deutschland als auch in
Europa ein Ende bereitet werden kann.
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