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Das Ende der regelbasierten Ordnung Dienstag, den 6 Januar 2026 Russland marschierte am 24.2.2022 in der Ukraine ein, die USA entführten am 3.1.2026 den Präsidenten Nicolás Maduro und dessen Ehefrau in Venezuela, und in der Silvesternacht verwandelten sich deutsche Städte in Kriegsgebiete. Tage zuvorhatte die EU bereits einen Schweizer Generalstabsoberst mit mittelalterlichen Sanktionen bestraften, weil er die offiziellen Erzählungen zum Ukraine-Krieg kritisiert hatte. Die Liste von Vorfällen, die das Bestehen einer regelbasierten Ordnung in Frage stellen, ließe sich problemlos erweitern. Die oben genannten Ereignisse lassen aber bereits erkennen, dass es sich bei der regelbasierten Ordnung, an die sich insbesondere die Staatsgewalt gebunden fühlen sollte, um nichts anderes als um eine Illusion handelt. Die Frage, die sich diesbezüglich dennoch stellt, lautet: Wo bleibt der Aufschrei gegen Willkür und autoritäre Tendenzen, die sich nicht erst seit Weihnachten 2025 aufdrängen, und auch im neuen Jahre 2026 wohl kein Ende nehmen , sondern aller Voraussicht nach zum Normalzustand mutierenwerden? Demokratien eingeschlossen, denn die sind besonders anfällig für die "Anatomie der menschlichen Destruktivität", wie Erich Fromm das schon vor Jahren in seinem gleichnamigen Buch zum Ausdruck gebracht hat. Sind das immer noch nur Anzeichen oder bereits doch schon deutliche Zeichen dafür, dass sich die eingeforderte regelbasierte Ordnung nicht nur in der EU, sondern auch in den USA ... und nicht nur dort ... sich sozusagen in Auflösung befindet? Oder wird erst jetzt deutlich, dass es solch eine Ordnung – wenn überhaupt – nur auf dem Papier gegeben hat und von jedem, der diese Ordnung gerade gebraucht, nach Gutdünken interpretiert werden kann? Vielleicht lässt sich die so genannte regelbasierte Ordnung mit dem Monat Januar vergleichen. Es heißt, die Tage würden im Januar wieder länger. Man merkt es nicht, aber es ist trotzdem wahr. Anders ausgedrückt: Die Tyrannei zwängt sich wieder wie ein Schneeglöckchen der Sonne entgegen, denn bereits zum Beginn des Jahres 2026 lässt sich nicht mehr übersehen, dass sich die westliche Zivilisation weiter im Niedergang befindet, was bedeutet, dass sie weniger frei, dafür aber um so schneller autoritärer werden wird, wenn alles so bleibt, wie es ist. Wenn dieser Entwicklung kein Ende bereitet wird, dann wird der Westen in Tyrannei und Entartung versinken, und dann werden die westlichen Völker ihre Freiheit und ihre Seelen verteidigen, oder sich ihrem Schicksal ergeben müssen, denn eine andere Wahl wird ihr dann wohl nicht mehr zur Verfügung stehen, denn nach einem möglichen Dritten Weltkrieg wird die Menschheit sich wohl wieder in Höhlen einrichten und an eisige Zeiten gewöhnen müssen, denn ein weltweiter Atomkrieg wird eine Eiszeit auslösen, daran zu zweifeln wäre pure Dummheit. Der einzige Vorteil, der solch eine menschengemachte Apokalypse "rechtfertigen" würde wäre die Tatsache, dass es dann auf dieser Erde wohl keine Überbevölkerung geben wird, sondern alles wieder bei Null beginnen kann. Diese Dummheit der Eliten aber, denn nur die verfügen über die Macht, anderen zu befehlen, in den Krieg zu ziehen, muss 2026 unterbunden werden, denn „normal veranlagte Menschen“, gemeint sind die vielen, denen von oben gesagt wird, was sie zu tun und zu lassen haben, kommen ja niemals von selbst auf den Gedanken, ein Land anzugreifen, das sie nicht einmal kennen. Und wenn diesen Normalbürgern dann auch noch gesagt würde, dass der größte Philosoph den Deutschland bisher hatte, gemeine ist Immanuel Kant, in seiner Streitschrift „Zum ewigen Frieden“ aus dem Jahr 1795 schon davon überzeugt war und dies auch aufschrieb, dass "kein Staat sich in die Verfassung und Regierung eines anderen Staates gewalttätig einmischen soll", dann ist eigentlich schon alles gesagt, was den Kern des Völkerrechts, besser gesagt den Kern der regelbasierten Ordnung ausmacht, die auf Immanuel Kant zurückgeht und heute sozusagen über Bord geworfen wird, weil Macht mehr bewirkt als Recht. Dennoch hielt es Immanuel Kant für erforderlich, diesen Grundgedanken seines Völkerrechtsverständnisses zu erläutern. Ausgehend von einem Staat, dessen innere Verfassung aus zwei gegensätzlichen und miteinander streitenden Parteien besteht, schreibt Kant: Immanuel Kant: So lange dieser innere Streit noch nicht entschieden ist, würde eine Einmischung äußerer Mächte [nichts anderes als eine] Verletzung der Rechte eines nur mit seiner inneren Krankheit ringenden von keinem anderen abhängigen Volkes sein [...] und [zugleich] die Autonomie aller Staaten unsicher machen. Immanuel Kant: Zum ewigen Frieden. Boer-Verlag 2018, Seite 14 Dieser Kern seines Völkerrechtsverständnisses, auf wenige Sätze reduziert, können von jedem vernünftig denkenden Menschen nachvollzogen werden, wovon aber die Eliten von heute jedoch meilenweit entfernt sind. Regierungen, die sich heute auf das Völkerrecht berufen, betreibt nichts anderes als Propaganda, denn je mehr Vorschriften und Regeln es gibt, die aus dem Völkerrecht ein Rechtsgebiet machen, umso größer sind auch die Möglichkeiten, gewaltsame Aktionen sowohl als Völkerrechtsverletzungen aber auch als Befreiungsaktionen zu verstehen, denn sobald die Rechtsfindung zu einer Sache der Auslegung wird, lässt sich bekanntermaßen jedes gewünschte Ergebnis rechtfertigen. Wie dem auch immer sei: Für die einen ist die gewaltsame Aktion der USA in Venezuela eine eklatante Völkerrechtsverletzung, während andere darin eine vom Völkerrecht gerechtfertigte Befreiung erkennen, die darin besteht, einer menschenverachtenden Diktatur ein Ende bereitet zu haben.
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