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Spiegelsplitterwahrheiten Castortransporte gestern und heute Montag, den 22. Juni 2026 In den späten Abendstunden des 17. Juni 2026 erreichten sieben CASTOR-Bebälter aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield das Zwischenlager in Brokdorf. Damit wurde die Rückführung des hochradioaktiven Atommülls aus dem Ausland nach Deutschland abgeschlossen, denn dieser Transport gilt als der letzte CASTOR-Transport nach Deutschland im Rahmen der Rücknahmeverpflichtungen für in Großbritannien und Frankreich wiederaufgearbeitete deutsche Brennelemente. Der Transport erfolgte weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit nach seiner Ankunft im Hafen von Brunsbüttel auf der Straße, ohne dass dies zu Protestaktionen führte. Das ist erstaunlich, denn CASTOR-Transporte lösten noch vor Jahren bürgerkriegsähnliche Zustände aus. Wie dem auch immer sei: Der Widerstand gegen CASTOR-Transporte war zumindest meiner Erinnerung nach über Jahrzehnte ein zentraler Teil der deutschen Anti-Atomkraft-Bewegung. Besonders im Wendland rund um Gorleben entwickelten sich die Transporte seit den 1990er-Jahren zu einem Symbolkonflikt zwischen Staat, Energiewirtschaft und Atomkraftgegnern. Demonstranten blockierten die Bahngleise, ketteten sich an Schienen und Weichen, beschossen mit Feuerwerkskörpern Polizeikräfte und blockierten Straßen und Kreuzungen, wo immer sie das konnten. Der Widerstand erreichte seinen Höhepunkt um 2010/2011. Damals beteiligten sich Tausende Menschen an Blockaden, und Transporte wurden teilweise stundenlang verzögert. Da die Transportbehälter strahlten, wurde sogar überlegt, ob den Polizeikräften, die die Transporte auf den Schienen zu Fuß begleiteten – denn schneller ging es nicht, wenn sich die Transporte dem Zwischenlager näherten – solchen Gefahren überhaupt ausgesetzt werden dürfen. Protestgruppen bezeichneten ihre Aktionen - wie sollte es auch anders ein - immer als Erfolge ihres gewaltfreien Widerstands, der wirklich so gewaltfrei nicht war, wenn man - wie mir das vergönnt war - einen Teil der Videodokumente der Polizei sichten konnte. Von dem Aufbegehren gegen die Atomkraft von damals ist heute nichts mehr zu spüren. Atomkraft scheint heute wieder „in“ zu sein. Wenn damals mit der Atomkraft noch der Blick in den Abgrund verbunden war, scheint die Sichtweise zur Atomkraft von morgen wohl heute eher als ein Lichtstrahl am Ende des Tunnels wahrgenommen zu werden, denn irgendwoher muss ja der Strom aus der Steckdose kommen. Wie dem auch immer sei: Solange es der Propaganda gelingt, die Massen zu mobilisieren, um den Bundesparteitag der AfD in Erfurt zu blockieren, der Anfang Juli dort verhindert werden soll, ist ja alles in Ordnung, denn dieser Abgrund ist, im Vergleich zur Lagerung von Atommüll in einem Zwischenlager, ein wirklicher Blick in den Abgrund für diejenigen zumindest, die keine Kosten und Mühen scheuen, „UnsereDemokratie“ vor dem Zusammenbruch bewahren zu wollen, denn diese Partei , gemeint ist die AfD, fordert ja einen sofortigen Wiedereinstieg in die Nutzung der Atomenergie. Vielleicht ist das ja auch ein Grund unter anderen, sich um mickrige CASTOR-Transporte gar nicht kümmern zu müssen, wenn man das Übel bei der Wurzel ergreifen und vernichten (?) kann. Inhaltsverzeichnis Spiegelsplitterwahrheiten
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