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Spiegelsplitterwahrheiten Die Dämonisierung demokratischer Gesellschaften Donnerstag, den 18. Juni 2026 In einem Artikel von Uwe Froschauer heißt es: Dämonisierung ist mehr als Kritik, denn Kritik beschäftigt sich mit Handlungen, Entscheidungen und politischen Zielen. Dämonisierung dagegen verschiebt die Aufmerksamkeit von den Handlungen auf die Person. Der Gegner erscheint nicht mehr als politischer Akteur mit Interessen, Motiven oder Sicherheitsvorstellungen, sondern als moralisch minderwertige, gefährliche oder gar als böse. Er wird auf eine Art und Weise dargestellt, die zum Ausdruck bringt, dass er nicht nur von Gewalt besessen, sondern als moralisch minderwertige, gefährliche oder gar böse Figur. Er wird als irrational dargestellt, als von Gewalt besessen, als unfähig zu Verhandlungen, als permanenter Aggressor und als alleinige Ursache sämtlicher Probleme. Ergänzt wird diese Ausgrenzung durch populistische Öffentlichkeit, die den Eindruck vermittelt, dass man mit einem solchen Gegner – besser gesagt solch einem Feind, der ja nur Böses im Sinn hat, nicht einmal mehr reden kann, weil die Auseinandersetzung mit ihm nur eine Richtung kennt: Man muss ihn bekämpfen. Nun denn, diese Vorgehensweise ist nicht neu, zumindest handelt es sich dabei nicht um eine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Wie dem auch immer sei: In der politischen Auseinandersetzung neigt jede Seite dazu, die eigenen Ziele als gerecht und die Ziele des Gegners als Ausdruck von Bosheit, Irrationalität oder Aggressivität darzustellen. Und wie diese Sicht der Dinge zur öffentlichen Meinung werden kann, das hat Edward Bernays bereits 1928 in seinem Buch „Propaganda“ überzeugend dargestellt. Im Kapitel 2 dieses Buches schreibt Edward Barnays Folgendes: Edward Barnays: Propaganda ist der Exekutivarm der unsichtbaren Regierung. [...]. Der Mechanismus, durch den Ideen im großen Umfang verbreitet werden, ist Propaganda, worunter im weiteren Sinne das organisierte Bemühen zu verstehen ist, einen bestimmten Glauben oder eine bestimmte Lehre zu verbreiten. Später schrieb Bernays offen über die Möglichkeit, öffentliche Meinungen gezielt zu formen. Demokratie bedeute somit nach seiner Sicht der Dinge nicht automatisch, dass sich Menschen unabhängig informierten. Vielmehr könnten Einstellungen, Überzeugungen und politische Haltungen durch professionelle Kommunikation in erheblichem Umfang beeinflusst werden. Bereits im Einleitungssatz des 1. Kapitels heißt es in der Übersetzung von mir: Edward Bernays: Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Noam Chomsky fügte dann später folgenden Satz hinzu: Noam Chomsky: Propaganda ist für die Demokratie, was der Knüppel für den totalitären Staat ist. Und auch schon Leo Tolstoi wusste, wie einfach es ist, dem politischen Bewusstsein eine gewollte Richtung zu geben, indem er schrieb: Leo Tolstoi: Nichts ist leichter, als die Schuld für alles Übel einem einzigen Menschen zuzuschreiben. Deshalb vermag es nicht zu verwundern, dass auch die Politikerinnen und Politiker von heute, als Beispiele seien hier nur Friedrich Merz, Annalena Baerbock, Wolodymyr Selenskyj und andere bellizistische Aussagen europäischer Kriegstreiber wie zum Beispiel die Forderungen von Keir Starmer, Ursula von der Leyen oder Emmanuel Macron, Russland in seine Grenzen zu verweisen, eine einheitliche Struktur und ein gemeinsames Ziel aufweisen: die Personalisierung. So auch die Sichtweise von Uwe Froschauer, der in seinem Artikel "Die Dämonisierung Putins" unter anderem schreibt: Uwe Froschauer: Die Dämonisierung von Gegnern gehört seit Jahrhunderten zum Standardrepertoire der Kriegspropaganda. Sie ersetzt Analyse durch Moral. Sie ersetzt politische Debatten durch emotionale Urteile. Und sie erleichtert es Regierungen, Konfrontation, Aufrüstung und Eskalation gegenüber der eigenen Bevölkerung zu rechtfertigen. Kurzum: Der Dämon Europas hat einen Namen: Wladimir Putin. Aber auch der Dämon im Innern Deutschlands ist namentlich bekannt. Björn Höcke. Immerhin planen SPD-Politiker, ihm die Grundrechte zu entziehen, wissen aber nicht, wie sie das bewerkstelligen sollen. Wie dem auch immer sei: Zur Dämonisierung des jeweiligen politischen Gegners gehört auch der entgrenzende Gebrauch von Sprache sowie die gebetsmühlenhaft wiederholte Formel, dass der politische Gegner nicht nur „unmenschlich“ sei, sondern auch eine „menschenverachtende Politik verfolge“, die, wenn man auch nur darüber nachzudenken beginnt, sofort das Tor zur Hölle öffnen würde. Kurzum: Der andersdenkende politische Dämon ist nichts anderes, als die Inkarnation des Bösen, besser gesagt die AfD. In einer zunehmend populistischer werdenden Gesellschaft wird man sich daran wohl gewöhnen müssen, dass politische Kultur sich zunehmend aufzulösen beginnt, denn Besserung würde voraussetzen, zumindest den Versuch zu unternehmen, die Motive der Personen zu verstehen, die die Wirklichkeit anders sehen. Dazu aber fehlt nicht nur die Bereitschaft, sondern auch der Mut und deshalb ist es viel einfacher, es mit Propaganda zu versuchen, deren Kurzformel lautet: Wir sind die guten, ihr seid die bösen. Inhaltsverzeichnis Spiegelsplitterwahrheiten
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