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Spiegelsplitterwahrheiten Verlust von Würde im Amtssitz des Bundespräsidenten
Montag, den 15. Juni 2026 TichysEinblick.de vom 14.6.2026: Die politische Woche der Blamagen. Steinmeier stellt eine Sexpuppe im Schloss Bellevue aus: lebensgroß, Genitalien auf Augenhöhe, in Sichtachse aus seinem Büro. Wen soll diese Politik repräsentieren? Mich nicht. Und die Bronze-Eva dürfte auch wohl kaum die Ur-Eva präsentieren. Während die Eva der Genesis von Gott, dem Schöpfer gemacht wurde, hat die Eva aus Bronze, dem Zeitgeist entsprechend, eine Schöpferin. Ausgleichende Gerechtigkeit könnte man sagen. Wenn da bloß nicht das kleine Wort wäre, das Scham heißt, die als eine Kulturtechnik anzusehen ist, die heute kaum noch jemand kennt, geschweige denn praktiziert. Wie heißt es doch so schön in Goethes Faust bereits im Vorspiel?
Ich sag Euch,
gebt nur mehr und immer, immer mehr, Wer sich durch das über den folgenden Link aufrufbare Foto der "Eva in Bronze" befriedigen lässt, der sollte dringend einen Termin mit einem Therapeuten vereinbaren. Link zur Obszönität im Schloss Bellevue Wahrscheinlich ging es dem Bundespräsidenten, genauso wie Johann Wolfgang von Goethe zu seiner Zeit in seinem Drama „Faust“ darum, aufzuzeigen, wie man ein heterogenes Publikum unterhalten, seine Aufmerksamkeit fesseln und trotz sehr unterschiedlicher Erwartungen zufriedenzustellen kann. Und auch der Direktor in diesem Vorspiel – das ist der Bundespräsident im Schloss Bellevue im Drama von heute – wünscht sich für seine Kunstausstellung wohl auch nur ein volles Haus. Er fordert Quantität, Vielfalt und oberflächliche Effekte, um den Geschmack der breiten Masse zu treffen, während die Künstlerin, die die Bronze-Eva erschaffen hat, wohl eher ein hohes künstlerisches Ideal verfolgt, indem sie sich auf die Tiefe der Kunst und auf die Wahrheit der ewigen Werte des Lebens beruft, die auch dann überzeugend dargestellt werden, wenn der kopflose Torso einer nackten Frau in Demutshaltung präsentiert wird und sich der Blick in eine offene Vulva auf Augenhöhe sozusagen aufzwingt, wenn man auf diesen Torso zugeht. Bevor ich es vergesse: Der ungewöhnliche Ausstellungsort und der nackte Torso der Bronze-Eva sollen Denkanstöße zur Objektifizierung von Frauen und als Symbol für absolute Kunstfreiheit dienen. Und das wiederum erinnert mich an die Objektformel des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2009: BVerfG 2009: Rn. 19: Das Bundesverfassungsgericht hat mehrfach betont, dass es angesichts des sämtlichen Grundrechten innewohnenden Menschenwürdekerns einer besonders sorgfältigen Begründung bedarf, wenn angenommen werden soll, dass der Gebrauch eines Grundrechts auf die unantastbare Menschenwürde durchschlage und deshalb eine Abwägung ausgeschlossen sei; ein Berühren der Menschenwürde genügt hierfür nicht, sondern es ist eine sie treffende Verletzung vorausgesetzt. Die Bronze-Eva - zumindest nehme ich sie so wahr - reduziert die Frau auf ein Geschlechtsorgan. Über einen Kopf verfügt diese Eva gar nicht, so dass von ihr auch nicht mehr als nur ein Stück Bronzefleisch dem Publikum, auf „ewig“ in einer Unterwerfungshaltung verharrend präsentiert wird, die nur als Unterwürfigkeit bezeichnet werden kann. Unterwürfig im Hinblick auf den nicht dargestellten Mann, der sich nur der Frau zu bedienen braucht. Und das alles in einer Gesellschaft, die nicht nur von der rechtlichen Gleichheit der Geschlechter, sondern von deren Gleichwertigkeit ausgeht. BVerfG 2009: Rn. 12: In späteren Entscheidungen hat das Gericht in Auseinandersetzung mit Grund und Grenzen der so genannten Objektformel die Schwelle zur Verletzung der Menschenwürde dort überschritten gesehen, wo der Mensch einer Behandlung ausgesetzt wird, die seine Subjektqualität prinzipiell in Frage stellt und daher Ausdruck der Verachtung des dem Menschen kraft seines Personseins zukommenden Wertes ist. BVerfG, Beschluss vom 20. Februar 2009 - 1 BvR 2266/04 Mehr Verachtung für die Frau, wie das die Bronze-Eva zum Ausdruck bringt, präsentiert im Amtssitz des Bundespräsidenten, ist das unbestreitbar gelungen. Noch vor gut 50 Jahren hätte so viel Geschmacklosigkeit in den 1960er und 1970er Jahren für Oswald Kolle, den „Aufklärer der deutschen Nation“ den sicheren gesellschaftlichen Tod bedeutet. Bevor sein erster Film „Das Wunder der Liebe“ für die Kinos in Deutschland freigegeben wurde, musste Kolle tagelang mit Zensoren der Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) verhandeln. Jede einzelne Szene wurde durchgesprochen, wobei einer der Zensoren den in der Folgezeit berühmt gewordenen Satz außerte: „Herr Kolle, Sie wollen wohl die ganze Welt auf den Kopf stellen, jetzt soll sogar die Frau oben liegen!“ Die Aufklärungsfilme brachten Oswald Kolle häufig den Vorwurf ein, gegen Sitte und Moral zu verstoßen, waren allerdings kommerzielle Erfolge. Weltweit sahen 140 Millionen Zuschauer seine Filme. Mit so viel Zulauf dürfte die Ausstellung im Schloss Bellevue, die noch bis zum 28. Juni 2026 andauert, nicht rechnen. Inwieweit durch die Bronze-Eva jugendgefährdende Wahrnehmungen verletzt werden, die eine Altersbegrenzung erforderlich machen würden, dieser Frage soll hier nicht nachgegangen werden, denn die Generation Porno muss ja auch durch Bronze zwangsaufgeklärt werden. Inhaltsverzeichnis Spiegelsplitterwahrheiten
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