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Spiegelsplitterwahrheiten Populismus im Deutschland von heute Dienstag, den 18. Mai 2026 Populismus ist negativ konnektiert. In der Politikwissenschaft und in öffentlichen Debatten wird darunter eine politische Haltung verstanden, die „das Volk“ als Einheit darstellt und ihm eine angeblich korrupte bzw. eine abgehobene „Elite“ gegenüberstellt. Kurzum: Populisten behaupten, sie vertreten den „wahren Volkswillen“, während Eliten (Politiker, Medien, Wirtschaft) das Volk verraten würden. Das, was Populisten anzubieten haben, das sind einfache Lösungen für komplexe Probleme, verbunden mit der Erzeugung von Angst, sowie Wut und Zorn auf das bestehende Establishment. Das, was Populisten anstreben, das ist ein Politikwechsel. Anders ausgedrückt: Aus der Sicht derjenigen, die Populisten haben groß werden lassen, müssen Populisten deshalb bekämpft werden, weil sie ihnen sozusagen den Spiegel ihres Versagens präsentieren, egal ob es sich dabei um Rechtspopulismus oder Linkspopulismus handelt. Wie dem auch immer sei: Aus der Sicht ihrer Gegner schwächen Populisten nicht nur die demokratischen Institutionen, sondern gefährden sogar den Bestand der Demokratie, während die Befürworter des Populismus darin ein notwendiges Korrektiv im Hinblick auf Gesellschaftsprobleme sehen, die von der etablierten Politik ignoriert werden. Kurzum: Die einen meinen, dass Populismus von Populisten erzeugt wird. Die anderen sehen in der Ursache des Entstehens von Populismus das Versagen der etablierten Politik. Eine Demokratie wird bis zu der Zeit bestehen, in der die Wähler entdecken, dass sie selbst großzügige Geschenke aus der öffentlichen Schatzkammer bedenkenlos aufgebraucht haben. Was bei diesem Prozess des Verfalls durch immer mehr Geschenke bedauerlicherweise schnell übersehen wird, das ist die Tatsache, dass von dem Moment an – als es normal wurde, Geschenke zu verteilen – die Mehrheit sich immer für die Kandidaten entscheiden hat, die die meisten Vorteile versprachen. Das Ergebnis davon ist, dass jede Demokratie beim großzügigen Umgang mit Geld irgendwann zusammenbrechen wird. Dieser Zeitpunkt liegt in greifbarer Nähe, zumal Geschenke heute bereits voraussetzen, auf ein so genanntes Sondervermögen zugreifen zu müssen. Das, was dann folgt, zerstört jede Demokratie, denn dann muss eine Lösung dafür gefunden werden, die da lautet: Wer soll das alles bezahlen? Anders ausgedrückt: In einer Gesellschaft, in der Menschen aus Eigeninteresse keine Grenzen kennen, und gemeinsame Ressourcen grenzenlos erscheinen, zerstören sie sie schließlich den „Wohlstand für alle.“ Und daran hat die Politik einen wesentlichen Anteil, zumal ein Wohlfahrtsstaat immer dazu neigt, an einer sparsamen Haushaltsführung zu zerbrechen, weil es auch für Ansprüche nur eine Richtung gibt: die des Fortschritts durch noch mehr Wachstum. Diese Sicht der Dinge ändert sich erst dann, wenn im Laufe der Zeit der versorgende Staat an seine Grenzen gekommen ist und sozusagen alles aus dem Ruder zu laufen beginnt. Dieser Zeitpunkt scheint bereits gekommen zu sein. Es würde diesen kurzen Aufsatz überfrachten, die Grenzüberschreitungen nähr zu beschreiben, an denen die Demokratie in Deutschland heute zu zerbrechen droht:
Am 18. Mai 2026 heißt es in einem Artikel auf Tichy.de wie folgt: Neuer Rekord: Fast 60 Milliarden kostet das Bürgergeld im Jahr 2025. Rund 17,5 Milliarden Euro – eine Milliarde mehr als 2023 – fallen allein für Unterkunftskosten an, davon acht Milliarden Euro nur für Ausländer. Das ergibt eine AfD-Anfrage an die Bundesregierung, die Tichys Einblick exklusiv vorliegt. Die Beispiele ausufernder Kosten ließen sich durch eine Vielzahl weiterer Beispiele ergänzen. Darauf wird hier verzichtet, denn diese Entwicklung hat in der Gesellschaft ein Unbehagen erzeugt, das dem bereits oben skizzierten Populismus Türen und Tore geöffnet hat, denn die Botschaft der Populisten ist nicht nur eindeutig, sie trifft auch den Nerv ihrer Wähler: Die wünschen sich einen Politikwechsel. Verantwortlich gemacht werden nämlich für die oben nur kurz skizzierten Fehlentwicklungen die politisch Verantwortlichen, die es 2013 ermöglicht haben, dass sich die AfD nicht nur gründen, sondern in den Jahren danach sich sogar zur stärksten politischen Kraft in Deutschland entwickeln konnte, denn die Altparteien waren es, deren Politik diesen Aufstieg ermöglicht hat. Anders ausgedrückt: Ihre bisherigen Wähler fühlen sich nicht mehr dazu verpflichtet, diese Parteien weiter zu unterstützen bzw. zu wählen. Und auch viele Migranten vertreten den Standpunkt: „Warum sollte ich mich darum kümmern? Sie sind nicht mein Stamm. Das sind deine Regeln, nicht unsere.“ Diesen Zustand der gesellschaftlichen Entwicklung hat Jahre gedauert und heute dazu geführt, dass sozusagen dadurch das „Unbehagen in der bundesdeutschen Kultur“ bereits dort angekommen ist, wo es sich heute befindet: in einem Zustand der Hilflosigkeit. Mit anderen Worten: Das langsame Erwachen der verwöhnten Wähler hat eine politische Kraft entstehen lassen, die immer dann zu wachsen beginnt, wenn die „öffentliche Tugend“ kein Geld mehr hat, um noch mehr Ansprüche zufrieden zu stellen. Die öffentliche Tugend ist aber die wohl einzige Tugend, die eine demokratische Gesellschaft auf Dauer zusammenhalten kann. Das wusste bereits John Adams (1735 – 1826): John Adams: Öffentliche Tugend kann in einer Nation ohne private Tugend nicht existieren, und die öffentliche Tugend ist die einzige Grundlage von Republiken. Was ist damit gemeint? Eine Republik, die nur als eine Demokratie denkbar ist, funktioniert nicht allein durch Gesetze und Institutionen. Sie ist darauf angewiesen, dass ihre Bürger im privaten Leben bestimmte Tugenden besitzen — etwa Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Selbstdisziplin und Gemeinsinn. Wenn diese „privaten Tugenden“ fehlen, zerfällt laut Adams auch die „öffentliche Tugend“, also die Fähigkeit eines Gemeinwesens, sich selbst frei und stabil zu regieren und zu erhalten. Freiheit braucht deshalb neben einer moralischen Selbstbegrenzung der Bürger, auch eine moralische Selbstbegrenzung der politischen Eliten, sonst wird die Republik instabil oder autoritär. Diesen Zustand hat die Bundesrepublik Deutschland bereits erreicht. In solch einer Situation werden Politiker benötigt, die diesen Zustand verändern könnten. Auch wenn die Populisten selbst nicht wissen, worin diese Lösungen bestehen, treffen die von ihnen verbreiteten Botschaften auf ein zunehmendes Verständnis im Bewusstsein der Bevölkerung, die ebenfalls erkannt hat, wer sie in diese Lage geführt hat und was geändert werden muss. Der Bundesrepublik Deutschland stehen unruhige Zeiten bevor. Warum? Das setzt voraus, sich noch einmal kurz mit den Populisten von heute auseinanderzusetzen.
Hier der Versuch einer Kurzfassung: Beim Populismus
handelt es sich laut dem Politikwissenschaftler Jan Werner Müller um
eine antielitäre Abgrenzungsideologie. Ob diese Abgrenzung
gerechtfertigt ist, hängt von der tatsächlichen Situation ab. In manchen
Fällen kann eine scharfe Kritik am Establishment ungerechtfertigt sein,
während in anderen Politikfeldern sich der populistische Protest aus
durchaus nachvollziehbaren Gründen gegen die Etablierten richtet.
Daraus folgen zwei demokratietheoretische Probleme:
Unter diesen Aspekten betrachtet stellt sich zumindest mir die Frage, welche Parteien in Deutschland als populistisch zu bezeichnen sind. Die vor der Mauer oder die dahinter? Wahrscheinlich alle. Ralf Dahrendorf hat den Bedeutungsinhalt von Populisten pointiert auf den Punkt gebracht. Ralf Dahrendorf: Vielleicht ist ein Populist aber auch einfach nur ein populärer Konkurrent, dessen Programm man nicht mag?
In seinem Essay "Acht Anmerkungen zum
Populismus" hält Ralf Dahrendorf die Anmerkung 5 jedoch für die
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