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Montag, den 5. Januar 2026

Die herrschende Klasse des Westens wird sich 2026 wohl nur dann behaupten können, wenn der Krieg mit Russland kein Ende finden wird, denn nur so kann es gelingen, für die Probleme im Innern den Feind im Osten verantwortlich zu machen.

Anders ausgedrückt: Je mehr Angst wir vor dem Russen haben, um so größer die Opferbereitschaft für das, was uns zugemutet werden muss, weil es angeblich anders nicht geht.

Wie sonst ist zu erklären, dass Diplomatie mit Russland allein deshalb nicht in Betracht kommen kann, weil mit dem Bösen nicht gesprochen werden darf?

Die Lust am Krieg, verbunden mit dem für unverzichtbar gehaltenen Sieg über das Böse - so wohl auch heute noch die  an den Spieltischen der Macht sich versammelnden europäischen Eliten (in deren Reihen die Anzahl der Querdenker jedoch bereits zunimmt)  - scheint immer noch alternativlos zu sein, denn der Einsatz zum Beginn des Spiels verhieß große Gewinne.

Leider ist die Angelegenheit dumm gelaufen.

Der Krieg ist verloren, auch wenn das heute in der EU noch niemand zugeben will.

Warum? Es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf. Wir müssen gewinnen, denn im Boden der Ukraine befinden sich begehrte Rohstoffe, die es an anderen Stellen Europas nicht gibt. Deren Wert übersteigt Billionen von Euro. Bei solch einer Gewinnaussicht kommt es auf einige hundert Milliarden Unterstützung und auf ein paar tausend Tote doch wohl nicht an, oder?

Und wenn die Unterstützer tatsächlich erfahren müssen, dass sie das Spiel verloren haben. Was bedeutet das für die Volkswirtschaften des Westens?

 Mindestens die Finanzmärkte werden aufschreien und nach Hilfe rufen, denn wenn die Finanzmärkte zusammenbrechen, dann ist mit einem Chaos zu rechnen, das sich niemand wirklich wünschen kann.

Es sind ja auch nicht unsere Soldaten, die in den Schützengräben sterben.

Und wenn dieser Spieleinsatz sich als ein drohendes Verlustgeschäft erweist?

Was ist dann zu tun?

Fest weiter daran zu glauben, dass wir gewinnen werden.

Bis zum bitteren Ende. In einem Song der Toten Hosen aus dem Jahr 1983 mit dem Titel: "Bis zum bitteren Ende", heißt es: Und die Jahre ziehen ins Land (immer geahnt). Und wir trinken immer noch ohne Verstand (immer geahnt).

Das galt noch bis gestern. Aber was interessiert die Eliten denn schon ihr Standpunkt von vorgestern?

Zuerst.de vom 3.1.2026: Der auffälligste Kurswechsel im Hinblick mit Putin ist beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu beobachten. Noch vor kurzem sprach er von Truppenentsendungen in die Ukraine und einem europäischen Nuklearschirm gegen Rußland. Jetzt erklärte er, Rußland sei kein „Feind“ Frankreichs und betonte die Notwendigkeit, „mit Rußland zu sprechen“. Ein dauerhafter Friede in Europa sei ohne eine künftige Ordnung, die Moskau einbeziehe, so Macron, unmöglich. Und auch der finnische Präsident Alex Stubb und Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius gingen plötzlich auf Distanz zu ihren früheren Warnungen. Pistorius sagte in einem „Zeit“-Interview, er glaube nicht an einen umfassenden Krieg zwischen Rußland und der NATO: „Meiner Ansicht nach hat Putin nicht die Absicht, einen umfassenden globalen Krieg gegen die NATO zu führen.“ Zuvor hatte Pistorius stets vor einem russischen Angriff gegen Westeuropa gewarnt [En1].

Vielleicht ist es wieder an der Zeit, sich bewusst zu machen, dass Schuld an einem Konflikt auch derjenige hat, der ihn unvermeidbar gemacht hat, auch wenn die Verantwortung für den Ausbruch eines Krieges meist bei der Partei liegt, die die Gewalt hat eskalieren lassen. Unbestreitbar ist aber, dass „Macht Macht bremst“ und deshalb so angewendet werden muss, damit eine weitere Eskalation unterbunden und ein Weg gefunden werden kann, auf die Anwendung von Gewalt dauerhaft verzichten zu können.

Das aber setzt voraus, dass miteinander geredet wird.

En1:Zuerst.de vom 3. Januar 2026: Trump macht Druck: Europäer gehen auf Abstand zur Eskalationsrhetorik. Selbst in den europäischen Regierungsetagen setzt sich hinter den Kulissen offenbar die Erkenntnis durch, daß die Ukraine den Krieg gegen Rußland nicht gewinnen kann. Eine Reihe hochrangiger europäischer Politiker hat in den letzten Wochen ihre Kriegsrhetorik gegenüber Rußland auffällig gedämpft. https://zuerst.de/2026/01/03/trump-macht-druck-europaeer-gehen-auf-abstand-zur-eskalationsrhetorik

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