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Elemente einer funktionierenden Demokratie

Der Wille des Volkes“, diese Definition von Demokratie ist ein nützliches Kunstgriff, denn diese Vorstellung von Demokratie macht es möglich, Demokratie sowohl als ein Zauberwort aber auch als ein Gaunerwort zu verstehen.

Anders ausgedrückt: Wer Demokratie als „Wille des Volkes“ definiert, ist ein Träumer.

Warum?

In einer gut funktionierenden Demokratie ist die bestehende Gesellschaftsordnung in erster Linie zuerst einmal als ein miteinander verbundenes Ökosystem zu verstehen, das sich aus folgenden Elementen zusammensetzt:

  • Einer Verfassung

  • Gemeinsamen Normen und Maßen

  • Einer gemeinsamen Sprache, denn ein Volk kann sich nur beraten, wenn es die gleiche Sprache spricht oder dazu in der Lage ist, sich über gemeinsame Werte auszutauschen

  • Gemeinsames Geld, denn Geld ist ein Mittel, um Handel zu erleichtern. Es dient als Maß und ist an sich ein Äquivalent

  • Eine Demokratie setzt bürgerliche Tugenden, wie Vertrauen, Respekt, Bereitschaft zur Überwindung von Distanz und gemeinsame Erwartungen voraus, denn Menschen definieren sich über ihr Verhältnis zu ihren Erwartungen

  • Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks

  • Die Bereitschaft zum gemeinsamen Opfer: Keine Demokratie kann auf Dauer bestehen, wenn die Individuen sich dem Allgemeinwohl verweigern

  • Moralischer Legitimität: Darunter ist die ethische Akzeptanz und Rechtfertigung von Handlungen, Normen oder Institutionen zu verstehen, die auf Werten wie Gerechtigkeit, Fairness und Gemeinwohl basieren, die über die rein rechtliche Legalität hinausgeht. Sie ist entscheidend für gesellschaftliche Unterstützung, da Maßnahmen als „gut“ oder „richtig“ empfunden werden müssen, um dauerhaft Bestand haben zu können

  • Soziales Vertrauen: Darunter ist der generalisierte Glaube zu verstehen, dass die meisten Menschen in einer Gesellschaft grundsätzlich redlich und vertrauenswürdig sind, auch wenn man sie nicht persönlich kennt. Soziales Vertrauen bildet das Fundament für sozialen Zusammenhalt und kooperatives Verhalten. Hohe Einkommensunterschiede können dieses Vertrauen schwächen.

  • Sozialer Zusammenhalt: Diese unsichtbare Institution innerhalb einer Demokratie macht den Klebstoff aus, der eine Gesellschaft auch in Zeiten der Not oder in Krisenzeiten zusammenhält.

  • Ohne sozialen Zusammenhalt zerfällt jede Gesellschaft.

Eine solche Demokratie zu schaffen, wäre möglich.

Nicht aber in einer Oligarchie, die sich als „Demokratie“ ausgibt, denn in solch einer „Demokratie“ ist es vorrangige Aufgabe der politischen Elite, lediglich solche Ungleichheiten zu vermeiden, die extrem genug sind, um Revolten auslösen zu können.

Außerdem gehört es zu den Überlebensnotwendigkeiten solch einer „Eliten-Demokratie“, die Tatsache zu verbergen, dass die überwiegende Mehrheit des politischen Einflusses von den obersten 0,1% der Bevölkerung „ausgeübt wird“.

Das wiederum setzt voraus, eine Gesellschaft so überwachen zu können, dass Abweichungen von dem, was "unsere Demokratie" ausmacht, sofort sanktioniert werden können, denn in solch einer Demokratie kommt es auf die Bereitschaft der Untertanen an, sich so zu verhalten, wie sich das die Herrschenden vorstellen, denn angepasstes Verhalten ist dann oberste Bürgerpflicht.

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