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Machtphantasien von heute

Mittwoch, den 25. März 2026

Die folgenden Zitate wurden dem „Protokoll der Weisen von Zion“ entnommen, einer nachgewiesenen Fälschung, die von Jeffry L. Samsons im Wallenstein-Verlag erstmals 1998 herausgegeben wurde. Die Protokolle der Weisen von Zion sind ein antisemitisches Schriftstück, das regelmäßig herangezogen wird, um den Hass gegen Juden zu schüren. Natürlich lassen sich die Inhalte dieses Protokolls auch auf andere „Sündenböcke“ übertragen. Die folgenden Zitate machen deutlich, dass sie auch heute wieder sozusagen tagesaktuell sind.

  • Das Recht liegt in der Macht:
    Das Grundgesetz des Daseins beruht völlig auf folgendem Gedanken: Das Recht gründet sich auf Gewalt, auf Stärke (S. 29).

  • Die Entartung der Nichtjuden:
    Unsere Macht beruht auf dem dauernden Hunger und der Schwäche des Arbeiters. Nur in diesem Zustande muss er sich in jeder Beziehung
    unserem Willen unterordnen, da er in seinen eigenen Kreisen aus eigener Macht keine Hilfe findet, um uns Widerstand zu leisten (S. 40).

  • Unsere Leute außer Gefahr:
    An unsere Leute werden sie aber nicht heran kommen, weil uns der Augenblick des Überfalls bekannt sein wird, und weil wir deshalb rechtzeitig Maßnahmen zum Schutze der unseren treffen werden (S. 42).

  • Die Gewaltherrschaft der Logen ist das Reich der Vernunft:
    Wir haben bewiesen, dass der Fortschritt aller Nichtjuden in das Reich der Vernunft führen wird. Unsere Gewaltherrschaft wird diese Art sein, denn wir werden es verstehen, durch vernünftige Strenge allen Aufruhr zu unterdrücken, und den Freisinn aus allen Zweigen des staatlichen Lebens zu drängen (S. 42).

  • Die Nichtjuden sind Hammel:
    Die Nichtjuden sind eine Hammelherde, wir Juden aber sind die Wölfe. Wissen Sie, meine Herren, was aus den Schafen wird, wenn die Wölfe in ihre Herde einbrechen? ... Sie werden die Augen schließen und schon deshalb stillhalten, weil wir ihnen die Rückgabe aller geraubten Freiheiten versprechen werden, wenn erst alle Friedensfeinde niedergerungen und alle Parteien überwältigt sind. Brauche ich Ihnen zu sagen, wie lange die Nichtjuden auf die Wiedereinsetzung ihrer Rechte warten werden (S. 66)?

  • Der Auserwählte Gottes:
    Der von Gott auserwählte Weltherrscher hat die Aufgabe, die sinnlosen Kräfte des Umsturzes zu brechen, die von tierischen Naturtrieben und nicht von menschlichem Verstand geleitet werden. [...]. Gott selbst hat ihm diese Aufgabe gestellt, damit niemand, außer ihm, uns von den genannten
    Geißeln der Menschheit erlösen könne (S. 111).

  • Die sittliche Höhe des Königs der Juden:
    Unser Weltherrscher darf sich in sittlicher Hinsicht keinerlei Blößen geben; er muss ein leuchtendes Beispiel für alle sein (Schlusssatz).

Persönliche Anmerkung: Vielleicht geht es ja nur mir beim Lesen der oben zitierten Sätze aus dem Protokoll der Weisen von Zion so, dass sich dabei Assoziationen in mein Hirn einschleichen, die durchaus tagesaktuell sind, denn es gibt da eine politische Kraft in den USA, die im Kern so denkt, wie oben zitiert.

Und wenn dann diese Sicht des US-Anspruchs auf Weltherrschaft mit Zitaten verbunden werden, die in einem Artikel von Kurt Nimmo vom 23. März 2026 auf der Website des Ron Paul Instituts for Peace and Prosperity beschrieben werden, dann stellt sich zumindest mir zwangsläufig die Frage, wie das im Amerika des 21. Jahrhunderts möglich ist. Aber entscheiden Sie selbst:

Kurt Nimmo: Trump wurde gefragt, ob er die Bombardierung von Entsalzungsanlagen angeordnet habe. Er antwortete, dass die Iraner „zu den bösesten Menschen gehören, die jemals auf der Erde sind, sie schneiden den Kopf von Babys ab, sie hacken Frauen in zwei Hälften, was sie getan haben, einen Blick auf den 7. Oktober werfend. Ich weiß nichts über eine Entsalzungsanlage, außer zu sagen, wenn sie sich über eine Entsalzungspflanze beschweren, beschweren wir uns darüber, dass sie die Köpfe von Babys nicht abhacken sollten, okay?“

Es gibt keine Beweise, dass der Iran etwas mit dem 7. Oktober zu tun hatte. Es gibt absolut keine Beweise, dass sie die Köpfe von Babys abgehackt haben. Trumps Bemerkung von der Stange ist eine weitere absurde und beweisfreie Behauptung, aber dann ist das Trump. Zunehmend macht er Aussagen, die offensichtlich falsch und oft unsinnig sind. Er weiß, dass eine große Anzahl von MAGA-Kultisten das glauben wird, was er sagt, egal wie grotesk und unglaubwürdig es ist.

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Ein US-Präsident, der sich so über einen Staat auslässt, den er völkerrechtswidrig angegriffen hat, so auch die Position von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vom 24. März 2026 – sehr zum Missfallen der CDU – lässt alles vermissen, was von einer akzeptablen Amtsführung erwartet werden kann.

Wie dem auch immer sei: Das, was US-Präsident Donald Trump da an Behauptungen über den Iran gesagt hat, das erinnert zumindest mich an eine alte antisemitische Verschwörungslüge, die darin gipfelte, dass „Juden Kinder schlachten und essen“. Dieser Ritualmordvorwurf wurde über Jahrhunderte verbreitet, um jüdische Menschen zu verleumden, zu verfolgen und jegliche Gewalt gegen sie zu rechtfertigen.

Kurzum: Solche Aussagen gehören zur Hasspropaganda, egal, gegen wen sie sich richten.

In einem Amerika, das 2026 das Gründungsdatum ihrer Demokratie zum 250. Mal feiern will, wirkt solch ein Sprachgebrauch mehr als befremdlich.

In diese Rubrik fällt auch der Satz von Pete Hegseth, dem US-Verteidigungsminister, der bei der Forderung von 200 Milliarden Dollar zur Fortsetzung des Iran-Krieges anlässlich einer Presseerklärung sagte:

„Es kostet Geld, Bösewichter zu töten!“

US-Präsident Donald Trump bezeichnete das Finanzpaket auf einer anderen Pressekonferenz als „kleinen Preis dafür, dass wir ganz oben bleiben.“

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Der völkerrechtswidrige Krieg wird wohl noch andauern.

Übrigens: Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat, wie oben breits kurz festgestellt, sich diesbezüglich positioniert.

Zeit.de vom 24.3.2026: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als „völkerrechtswidrig“ kritisiert. „Unsere Außenpolitik wird nicht überzeugender dadurch, dass wir Völkerrechtsbruch nicht Völkerrechtsbruch nennen“, sagte Steinmeier in seiner Festrede zum 75. Jahrestag der Wiedergründung des Auswärtigen Amts in Berlin. „Dieser Krieg ist völkerrechtswidrig – daran gibt es wenig Zweifel“, sagte er. Damit schlug Steinmeier einen anderen Ton an als die Bundesregierung, die bisher vermieden hat, den Krieg als völkerrechtswidrig einzustufen.

Steinmeier sah auch keinen Grund, sich dem Weltbild der USA anzunähern.

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Hinsichtlich der Reaktion der CDU auf diese Äußerung des Bundespräsidenten heißt es in einem anderen Artikel vom gleichen Tag auf Zeit.de wie folgt:

Zeit.de vom 24.3.2026: Politiker der Union kritisieren Steinmeiers Äußerungen zum Irankrieg. Der Bundespräsident nennt den Irankrieg einen Völkerrechtsbruch. CDU-Fraktionschef Jens Spahn wirft ihm daraufhin Amtsüberschreitung vor. Kritik kommt auch von der CSU.

Die AfD hingegen lobte die Worte von Steinmeier:

Für seine Worte erhält Steinmeier Unterstützung von der AfD. Co-Parteichef Tino Chrupalla sagte in Berlin: „Da hat er mal recht gehabt, so oft kommt das ja beim Bundespräsidenten nicht vor.“

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