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Spiegelsplitterwahrheiten Was heute von Nöten ist
Montag, den 9. März 2026 Anders ausgedrückt: Das Leben ist keine harmonische Veranstaltung. Diese Aussage ist wahr, denn sie kennzeichnet das menschliche Leben vom Anbeginn der Geschichte bis heute und wird - dazu bedarf es keiner prophetischen Gaben - auch in der Zukunft das Leben der Menschen auf der Erde bestimmen. Es wird folglich immer wieder zu Streitigkeiten kommen, im Kleinen genauso wie im Großen. Und dann? Was ist, wenn ein Land grundlos (ohne einen konkret gefährlichen Anlass) bombardiert wird? Bedauerlicherweise gibt es diesbezüglich niemanden, der solche Konflikte unparteiisch lösen kann, denn denen, die es hassen, angegriffen, herumkommandiert und schikaniert zu werden, steht immer wieder jemand entgegen, dem genau das gefällt und der seine gesamte Macht dafür einsetzt, das Freund-Feind-Modell so zu gestalten, dass immer der andere der Böse ist und von ihm nur eines erwartet wird, sich bedingungslos zu unterwerfen, denn das ist der Anspruch des Guten, soweit es den Krieg im Iran betrifft, den USA auf Weisung ihres Präsidenten führt und gewinnen will. Nicht nur in den USA wirft dieser Krieg Fragen auf, die den Kern demokratischen Grundverständnisses betreffen, denn nicht das Volk bzw. der Kongress hat über diesen Angriffskrieg entschieden, sondern der Präsident. Wie dem auch immer sei: Schon vor 120 Jahren hat Hans Kelse (1881 - 1973) geschrieben, dass man den Wert der Demokratie erst dann richtig erkennen kann, wenn man ihn in das Licht der Diktatur hält.
Hans Kelsen: Gerade
gegenüber der Diktatur enthüllt die Demokratie ihr tiefstes Wesen, zeigt
sie ihren höchsten Wert. Weil sie den politischen Willen jedermanns
gleich einschätzt, muss sie auch jeden politischen Glauben, jede
politische Meinung, deren Ausdruck ja nur der politische Wille ist,
gleichermaßen achten. Auch die gegenteilige Meinung muss man für möglich
halten, wenn man auf die Erkenntnis eines absoluten Wertes verzichtet.
Der Relativismus ist daher die Weltanschauung, die der demokratische
Gedanke voraussetzt. Darum gibt er jeder politischen Überzeugung die
gleiche Möglichkeit, sich zu äußern und im freien Wettbewerb um die
Gemüter der Menschen sich geltend zu machen. Die für die Demokratie so
charakteristische Herrschaft der Majorität unterscheidet sich von jeder
anderen Herrschaft dadurch, dass sie eine Opposition - die Minorität -
ihrem innersten Wesen nach nicht nur begrifflich voraussetzt, sondern
auch politisch anerkennt und in den Grund- und Freiheitsrechten, im
Prinzip der Proportionalität schützt. Wie dem auch immer sei: Sogar der US-Historiker Robert Kagan wird im Spiegel wie folgt zitiert: »Wir erleben jetzt, wie sich ein ganzes Land fast widerstandslos in eine Diktatur verwandelt.« Inhaltsverzeichnis Spiegelsplitterwahrheiten
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