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Die verloren gegangene regelbasierte Ordnung

Freitag, den 20. Februar 2026

Es muss ein gewisses Maß an Ordnung geben. Daran zu zweifeln lässt der gesunde Menschenverstand nicht zu. Die Ordnung, von der wir glaubten, dass sie existiert, hat uns an den Rand des Abgrundes geführt.

Wir stehen jetzt am Abgrund.
Wir haben es zugelassen, dass wir dort ankommen konnten.
Wir haben uns sogar für diese Heimsuchung eingesetzt.
Nun schauen wir in den Abgrund.
Wir wollen ihn nicht.
Wir wollen Ordnung.
Aber: Wo ist die geblieben?
Und: Wer oder was kann sie uns zurückbringen?

Eine vorläufige kurze Antwort im Hinblick auf den desolaten Zustand, in dem sich die „Welt von heute“ befindet, hat Galbraith James in seinem Buch „The End of Normal: The Great Crisis and the Future of Growth“ zu geben versucht.

Galbraith James: Es gibt nur eine Krise. Es ist eine Krise des weltweiten Wachstums und der Finanzen, wobei institutionelle Unterschiede zwischen Nordamerika und Europa das europäische Problem verschärft und instabiler gemacht haben. Letztendlich stehen beide Regionen jedoch vor tiefgreifenden und teils unüberwindbaren Hindernissen für ein uneingeschränktes Wachstum.

An anderer Stelle:

Es handelt sich um eine anhaltende, ungelöste Krise ohne einfache Lösung. Es ist an der Zeit, sich dieser Situation zu stellen und zu fragen: Was tun?

Galbraith, James K.. The end of Normal: The Great Crisis and the Future of Growth (English Edition) . Simon & Schuster. Kindle-Version.

Hinzu kommt, dass aus deutscher Sicht betrachtet, der Sozialstaat ebenfalls außer Kontrolle geraten ist, was nur dadurch zu ändern wäre, indem das Sozialsystem grundlegend reformiert würde. Dazu aber fehlt der politischen Elite immer noch der dafür erforderliche Mut. Das gilt auch für andere Gesellschaftskrisen, die es zu befrieden gilt.

Und was die USA anbelangt? Auf Lewrockwell.com vom 14.2.2026 heißt es unter der Überschrift „Das Amerikanische System kollabiert jetzt“, wie folgt:

Lewrockwell.com vom 14.2.2026: Die US-Regierung vertritt nur Milliardäre, und diese Menschen sind etwa 1.000 Menschen, die nicht in den reichsten 0,01 der Bevölkerung sind, sondern in den reichsten 0,00000292397 der Bevölkerung. Jeder von ihnen ist unvorstellbar wohlhabender als alle anderen Personen, die in der Top-Kategorie 0,01 sind.

An anderer Stelle:

Es scheint, dass jedes Jahr die Zahl der Individuen in Amerikas Deep State immer weniger, dafür aber immer reicher und reicher werden. Dieses zutiefst korrupte System bricht jetzt zusammen.

Link zur Quelle

Und auch die Kriege und die zunehmenden Spannungen in der Welt lassen nur eine Sichtweise zu: Die regelbasierte Ordnung – zumindest was die westlichen Staaten bisher darunter verstanden haben wollten – gehört der Vergangenheit an, denn das, was zu dieser Ordnung aus völkerrechtlicher Sicht gehörte, das hat ja nicht erst seit Anfang Januar 2026 aufgehört zu existieren, denn bereits vorher war das Völkerrecht zu einem Recht der Beliebigkeit geworden.

Wie dem auch immer sei: Was unter der regelbasierten Ordnung wirklich zu verstehen ist, das bringt die folgende Animation auf den Punkt, denn diese Ordnung war, ist und wird wohl auch in Zukunft nichts anderes sein, als eine interessenbasierte Ordnung.

Animation einer interessenbasierten Ordnung

In seiner Rede, die Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Freitag, dem 13. Februar 2026 auf der Sicherheitskonferenz in München gehalten hat, heißt es zu der neuen Weltordnung, von der noch niemand weiß, was darunter tatsächlich zu verstehen sein wird, obwohl sie die verloren gegangene regelbasierte Ordnung ersetzen soll, folgenden Satz:

Bundeskanzler Friedrich Merz: Die internationale Ordnung, die auf Rechten und auf Regeln ruhte, sie gibt es so nicht mehr.

Rede des Bundeskanzlers Merz auf der MSK 2026

Der Kanzler wiederholt damit nur das, was der kanadische Premierminister Mark Carney bereits ein paar Wochen zuvor, im Januar 2026, in einer viel bedachten Rede auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos proklamiert hatte: Das Ende der regelbasierten internationalen Ordnung.

Mark Carney erklärte, dass die alte Weltordnung, die jahrzehntelang auf gemeinsamen Regeln und amerikanischer Hegemonie beruhte, nicht mehr funktioniere und zurzeit durch ein System des intensiven Wettbewerbs zwischen Großmächten ersetzt werde.

In Anbetracht der Ereignisse, die sich in den letzten Wochen und Monaten ereignet haben und möglicherweise mit einem erneuten Angriff der USA auf den Iran einen weiteren Höhepunkt finden werden, heißt es in einem kritischen Artikel über die Münchener Sicherheitskonferenz, auf einer US-amerikanischen Website wie folgt:

Lewrockwell.com vom 16.2.2026: Eine kosmetische Vertuschung von Korruption und Verbrechen der westlichen Elite ist nicht mehr möglich. Die jährliche Münchner Sicherheitskonferenz definiert Sicherheit wie folgt: Unter Zerstörung ... Die Welt ist in eine Zeit der Abrissballpolitik eingetreten.

An anderer Stelle heißt es, Bezug nehmend auf eine in den USA durchgeführte Umfrage zur Barbarei unter Trump im Jahr 2025, die alle völkerrechtswidrig waren, wie folgt:

  • Der Iran wurde bombardiert, anhaltende Drohungen, das Land zu vernichten, folgten.

  • Venezuela wurde angegriffen, sein Präsident Nicolás Maduro wurde entführt.

  • Öltankern aus Russland und China wurden in internationalen Gewässern beschlagnahmt.

  • Kubas lebenswichtiger öffentlicher Versorgungsunternehmen wurden blockiert.

  • Somalia wurde mindestens 30 Mal allein im Jahr 2026 bombardiert.

  • Auch Nigeria wurde bombardieren und US-Truppen wurden dorthin entsendet.

  • Drohung mit Aggression gegen Kanada, Grönland, Kolumbien, Mexiko und Panama wurden ausgesprochen.

  • Illegale Handelssanktionen gegen zahlreiche Länder wurden angedroht.

Unnötig zu erwähnen, dass dies alles strafrechtliche Verstöße gegen die Charta und das Völkerrecht der Vereinten Nationen sind.

Bei der Münchner Konferenz, genauso wie bei dem Weltwirtschaftsforum in Davos, der Trilateralen Kommission, der Bilderberg-Gruppe und anderen Versammlungen der westlichen Elite geht es vorrangig darum, die Wahrheit zu unterdrücken, damit es keine Rechenschaftspflicht für die Verbrechen und Sünden des westlichen Kapitalismus und seiner imperialistischen Gewalt gibt.

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Trilaterale Kommission: Dabei handelt es sich um eine im Juli 1973 auf Initiative von Zbigniew Brzeziński und David Rockefeller gegründete private, politikberatende Denkfabrik. Die Kommission ist eine Gesellschaft mit etwa 400 einflussreichen Mitgliedern aus den drei großen internationalen Wirtschaftsblöcken Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik sowie einigen ausgesuchten Vertretern außerhalb dieser Regionen.

Bilderberg-Gruppe: Die Bilderberg-Konferenzen sind informelle Treffen von einflussreichen Personen aus Wirtschaft, Politik, Militär, Medien, Hochschulen, Hochadel und Geheimdiensten, bei denen Gedanken über aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen ausgetauscht werden.

Dort wird über die Zukunft der so genannten freien Welt beraten und Strategien erörtert, wie die Interessen der Eliten weiter gefördert und gefestigt werden können.

Wie dem auch immer sei: Vergleichbar anklagend, wie das der auf Lewrockwell.com publizierte Aufsatz getan hat, heißt es in einem Artikel, der am 17. Februar 2026 auf der Website „Moon of Alabama“ publiziert wurde, wie folgt:

Moonofalabama.org vom 17.2.2026: Die Vereinigten Staaten haben kein Recht, Krieg gegen den Iran zu führen oder ein Mitspracherecht darüber, wer das Land regiert. Die Meinungsseiten der New York Times und der Washington-Post bieten den USA jedoch einfache humanitäre Argumente, um ihre Angriffe auf den Iran eskalieren lassen zu können. Diese basieren auf der unsinnigen Annahme, dass die USA dazu beitragen wollen, die Zukunft der Iraner zu verbessern.

An anderer Stelle:

In zwei Leitartikeln, [gemeint sind die Artikel in der Washington-Post und in der New York Times], die sich mit der Möglichkeit befassen, dass die USA einen Bomben- und Raketenkrieg gegen den Iran führen könnte, enthielt sich sowohl die Washington-Post als auch die New York Times jeglicher Opposition gegen eine solche Politik, vielmehr wurde auch die Wirtschaftskriegsführung gebilligt.

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Und auf der US-amerikanischen Website Fair.org vom 10. Februar 2026 heißt es unter der Überschrift: „Führende Zeitungen fordern die Zerstörung des Iran, um ihn zu retten“ wie folgt:

Fair.org vom 10.2.2026: Die Schlussfolgerung ist, dass die USA, um die iranische Regierung davon abzuhalten, Iraner zu töten, Iraner töten müssen. Schließlich führen Bombenkampagnen ebenfalls zu „Massenmorden“: Die US/israelische Aggression gegen den Iran im vergangenen Juni tötete zum Beispiel mehr als 1.000 Iraner, die meisten von ihnen Zivilisten.

An anderer Stelle heißt es:

Andere Länder zu bombardieren, ihnen Nahrung zu entziehen – ist es das, was darunter zu verstehen ist, sich „wie ein normales Land zu verhalten“?

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Schlusssätze: Dass die regelbasierte Ordnung von den Eliten selbst aufgegeben wurde, das dürfte sich zwischenzeitlich herumgesprochen haben, obwohl sich dadurch im Prinzip nichts Wesentliches geändert hat, was durch eine Vielzahl völkerrechtswidriger Aktionen belegt werden kann, die bereits vor der Bankrotterklärung dieser Ordnung für normal gehalten wurden.

Es ist an der Zeit, dass Wählerinnen und Wähler wieder dafür Sorge tragen, dass ihre Eliten wieder normal werden müssen. Das geht nur durch Machtentzug und Kontrolle, sowie durch Volksbegehren und Volksentscheide, denn nur so können die „außer Kontrolle geratenen Eliten“ wieder zu der Einsicht gebracht werden, dass die Staatsgewalt nicht bei ihnen, sondern beim Wahlvolk liegt.

Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sich die Eliten dagegen mit Händen und Füßen sträuben werden.

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