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Biblische Sprache im Iran-Krieg von heute

Inhaltsverzeichnis:

01 Es wird Feuer vom Himmel fallen!
02 Wenn Krieg zur heiligen Mission wird
03 Der Glaube an das bevorstehende Ende der Welt
04 Die religiöse Ebene des Iran-Krieges
05 Bau und Zerstörung des 1. Tempels
06 Bau und Zerstörung des 2. Tempels
07 Jesus predigte im 2. Tempel
08 500 Jahre nach der Zerstörung des 2. Tempels
09 Warum diese lange Vorgeschichte?
10 Der Al-Quds-Tag

01 Es wird Feuer vom Himmel fallen!

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Das ist der Iran von heute.

Ein Land unter der intensivsten Luftbombardierung seit dem Vietnamkrieg.

Neben dem Feuer kam auch der schwarze Regen, den die Zivilbevölkerung Teherans erdulden muss, weil amerikanische Bomben ein Öllager in Brand gesetzt haben, dass sich ganz in der Nähe von Teheran befindet, einer Stadt, in der 9 Millionen Menschen leben.

Bei der Sprachfigur „Feuer wird vom Himmel fallen“ handelt es sich um eine Aussage, die unterschiedlichsten Zeiten zugeordnet werden kann:

Beispiel 1: Bei seinem Weg nach Jerusalem wollte Jesus mit seinen Jüngern in einem Dorf übernachten.
Lukas 9
53 Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war.
54 Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie verzehrt?
55 Da wandte er sich um und wies sie zurecht.
56 Und sie gingen in ein anderes Dorf. 

Auch in den Prophezeiungen des bayrischen Wahrsagers Mühlhiasl, der Matthäus Lang hieß und am 16. September 1753 geboren wurde, heißt es:

Beispiel 2: Das Feuer, das alles vernichtet, wird vom Himmel fallen. Dann wird man Sommer und Winter nicht mehr auseinanderhalten können, und die Sonne wird nicht mehr scheinen. Dann hat alles ein Ende. Auch diese Welt. Das große Feuer wird vom Himmel fallen.

An anderer Stelle:

Vom Osten her wird es kommen und im Westen aufhören.

Dann kommt der Krieg und noch einer und dann wird der letzte kommen.

Die Prophezeiungen des Mühlhiasl Kindle Ausgabe

Wie dem auch immer sei: In der Geschichte der Menschheit tauchen immer wieder Personen auf, denen man nachsagt, prophetische Fähigkeiten zu haben.

Solcher Fähigkeiten bedarf es eigentlich nicht, denn wir verfügen über Kenntnisse, dass anlässlich der Bombardierung von Dresden und erst recht ein paar Monate später, die Bewohner von Hiroshima und Nagasaki erleben mussten, dass tatsächlich Feuer vom Himmel fiel.

In diesem Sachzusammenhang ist es auch hilfreich, auf einen Roman hinzuweisen, der 1963 erschien und der den Titel trägt: „Feuer wird vom Himmel fallen“, in dem – aufbauend auf den Erfahrungen, die anlässlich der Kuba-Krise 1962 gemacht wurden, sich im Roman nicht – wie in der Kuba-Krise geschehen – sich der damalige Präsident John F. Kennedy und der russische Präsident Nikita Sergejewitsch Chruschtschow doch noch im letzten Moment einigen konnten, keine Atomwaffen einzusetzen.

Wie dem auch immer sei: In dem Roman wird geschildert, was geschieht, nachdem eine mit Atombomben bewaffnete US-Fliegerstaffel aufgrund eines technischen Effekts den Auftrag erhält, die russische Hauptstadt Moskau zu zerstören. Alle Versuche der Amerikaner und auch der Russen, die Flugzeuge abzuschießen, scheitern. Moskau wird im Roman zerstört. Um die Russen von einem massiven Vergeltungsschlag abzuhalten, entschließt sich der amerikanische Präsident dazu, New York ebenfalls durch eine Atombombe zerstören zu lassen.

Der Roman endet, nachdem die Bombe abgeworfen wurde, mit folgenden Sätzen:

Herr Präsident, hier Major Callahan. Befehl ausgeführt. Die vier Bomben sind in 5000 Fuß Höhe über New York explodiert. General Black hat sich mit seiner Todesspritze das Leben genommen.“

Ich danke Ihnen, Major Callahan, das – habe ich erwartet.“

Die Stimme des Präsidenten war noch immer zu hören, aber offenbar hatte er sich einem Adjutanten neben ihm zugewandt.

Bereiten Sie sofort alles Notwendige dafür vor, dass der Kongress Warren Abraham Black, Brigadegeneral der Luftwaffe der Vereinigten Staten, die Ehrenmedaille verleiht. Auf der Verleihungsurkunde soll stehen: Für eine Tat von höchster Tapferkeit und für die höchste Pflichtauffassung seinem Land und der Menschheit gegenüber.“

Feuer wird vom Himmel fallen. Rütten @ Loening Verlag Hamburg 1963, Seite 253

Übrigens: Claude Robert Eatherly (1918 – 1978), der Kommandant des Flugzeuges, der am 6. August 1945 über Hiroshima die Atombombe abzuwerfen befahl, verweigerte für diese Tat die Auszeichnung mit einem Orden. Er wurde für diese Verweigerungshaltung in eine Psychiatrie eingewiesen. Erst nach einem langen Briefwechsel mit dem Philosophen Günther Anders wurde der Druck der Öffentlichkeit so groß, dass Claude Robert Eatherly wieder auf freien Fuß gesetzt wurde.

Sein Name steht übrigens auf dem Obelisken in Hiroshima, nicht als Tätername, sondern als Name eines Opfers.

So viel zu den zu erwartenden Folgen, wenn Feuer vom Himmel fällt.

02 Wenn Krieg zur heiligen Mission wird

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Sobald der Krieg als heilige Mission gerahmt wird, wird Grausamkeit schnell zur Tugend. Das war sogar einem der Gründungsväter der US-amerikanischen Verfassung bekannt, gemeint ist John Adams (1735 - 1826). Als John Adams erklärte, dass „Habsucht, Ambition und Rache oder Galanterie die stärksten Schnüre unserer Verfassung brechen würden, wenn ein „Wal durch ein Netz“ geht, denn unsere Verfassung wurde nur für ein moralisches und religiöses Volk geschaffen“.

Damit sprach sich John Adams nicht für eine Theokratie (einen Gottesstaat) aus, sondern für eine Regierung, die auf moralischer Zurückhaltung beruhte.

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Übrigens: Auch andere Gründungsväter warnten davor, dass moralische Korruption auf den höchsten Regierungsebenen die Republik schließlich zerstören würde. Dass diese Warnung berechtigt ist, das lässt sich zurzeit in dem Staat, der als erste Demokratie der Neuen Welt bezeichnet werden kann, live erleben.

Wie dem auch immer sei: Ansätze für moralische Korruption in den höchsten Regierungsstellen auch in den europäischen Demokratien lassen ebenfalls theokratische Ansätze erkennen, denn auch die dort mittlerweile verwendete Sprache weist ebenfalls eine nicht zu übersehende Nähe zu alttestamentarischen Sprachmustern auf, mit denen der „strafende Gott“ sein auserwähltes Volk den Weg weist.

Feuer soll über euch kommen: In einem Truth Social Post warnte Trump, dass „Tod, Feuer und Wut über sie herrschen werden“, wenn der Iran etwas tut, um den Ölfluss innerhalb der Straße von Hormus zu stoppen.

In einem Artikel, der am 10. März 2026 auf der Website „Time.com“ publiziert wurde, heißt es, den US-Präsidenten Donald Trump zitierend, wie folgt:

Donald Trump: „Wir werden leicht zu zerstörende Ziele herausnehmen, die es dem Iran praktisch unmöglich machen, jemals wieder als Nation gebaut zu werden“, drohte er. „Tod, Feuer und Zorn werden über sie herrschen. Aber ich hoffe und bete, dass es nicht geschieht.“

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Wer glaubt, durch solch eine alttestamentarische Sprache radikale Schiiten in Furcht, Angst und Schrecken versetzen zu können verkennt, dass in einer Gesellschaft, in der der Koran sozusagen gemeinschaftsbildend ist, was bei der Bibel weder in den USA noch in Europa der Fall ist.

Wie dem auch immer sei: Iranische Beamte sagten bereits, dass sie ein Ende des Krieges nicht akzeptieren würden, bis sie den USA und Israel einen schmerzhaften Preis zugefügt hätten. Der iranische Sicherheitsratschef Ali Larijani erklärte in einem Social-Media-Beitrag, dass die „Nation Iran deine leeren Drohungen nicht fürchtet“, während er impliziert, dass der Iran Trump selbst ins Visier nehmen könnte.

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Und was die Bevölkerung anbelangt?

Die Wut über den Tod von über 170 Mädchen in einer Grundschule, in Verbindung mit dem schwarzen Regen, den die Bombardierung eines großen Öllagers in Teheran ausgelöst hat, wurden Kräfte in dieser angegriffenen „Wertegemeinschaft“ freigesetzt, die umso entschlossener werden, je größer die Bedrohung von außen wird.

Wie dem auch immer sei: Die Geschichte zeigt, dass, wenn politische Bewegungen Gewalt verherrlichen, Grausamkeiten feiern und Konflikte in apokalyptischen moralischen Begriffen nicht nur beschreiben, sondern damit auch lenken und gestalten wollen, sie eine Tür öffnen, die von der Wissenschaft als „Todeskult“ bezeichnet wird.

Gemeint ist eine Weltanschauung, in der Zerstörung zu einem Beweis für Rechtschaffenheit wird und menschliches Leben den Zielen unterzuordnen ist, um den Sieg über das Böse erringen zu können.

Es besteht insoweit Grund höchster Besorgnis für den Bestand einer jeden Demokratie, wenn deren Führer damit beginnen, eine apokalyptische Rhetorik zu verwenden, um im hier zu erörternden Sachzusammenhang den Iran als Teil eines „Endzeitkampfes“ zwischen Gut und Böse framen zu wollen.

„Präsident Trump wurde von Jesus gesalbt, um das Signalfeuer im Iran anzuzünden, um Armageddon zu verursachen und seine Rückkehr zur Erde zu markieren“, so oder ähnlich kann es in vielen Berichte in den amerikanischen Medien nachgelesen werden.

03 Der Glaube an das bevorstehende Ende der Welt

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Fast ein Drittel der Menschen, die in den USA und in Kanada leben, glaubt daran, dass die Welt zu ihren Lebzeiten untergehen wird. In einem Artikel auf der Website „End Of The American Dream“ vom 11. März 2026 heißt es dazu wie folgt:

Der Glaube an das Ende der Welt ist in ganz Nordamerika überraschend verbreitet, und er beeinflusst erheblich, wie Menschen die dringendsten Bedrohungen der Menschheit interpretieren und darauf reagieren“, sagte Dr. Matthew I. Billet, der Hauptautor der Studie, der die Forschung als Doktorand in der Psychologieabteilung der UBC durchführte. Er ist heute Postdoktorand an der University of California.

Die Studie stützt sich auf Umfragen unter mehr als 3.400 Menschen in den USA und in Kanada. In der nationalen Stichprobe der USA von 1.409 Befragten gab fast ein Drittel an, dass die Welt innerhalb ihres Lebens untergehen wird.

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04 Die religiöse Ebene des Iran-Krieges

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Das ist ein religiöser Krieg. Zumindest für diejenigen, die an das Ende der Welt glauben, und davon gibt es in der Regierung von Donald Trump einige.

Wie dem auch immer sei: Dieser Krieg wird zumindest als ein „Religionskrieg“ verkauft, auch wenn es darum geht, ein Groß-Israel zu bilden, in dem für den Iran einfach kein Platz mehr vorhanden ist.

Anders ausgedrückt: Dieser Krieg kennt nur zwei Möglichkeiten seiner Beendigung: Entweder wird der Iran zerstört oder aber Israel.

Zurück zur religiösen Dimension dieses Krieges, die für die meisten Amerikaner wohl deshalb nicht offensichtlich ist, weil es sich bei der Gesellschaft der USA wohl um die säkularste Gesellschaft im gesamten Westen handelt.

Es hat noch nie eine gottlosere, um es ganz offen zu sagen, säkularere Gesellschaft in diesem Ausmaß gegeben. 

Nichts Vergleichbares ist jemals zuvor passiert, denn jede Gesellschaft ist im Grunde genommen eine religiöse Gesellschaft, ausdrücklich religiös, außer der Gesellschaft der USA. Dieser Gesellschaft fehlen folglich die Begriffe, um das zu beschreiben, was zu sehen ist, und dieser Gesellschaft fehlt wohl auch die Vorstellungskraft, um darüber nachzudenken, was das für den Fortbestand dieser Demokratie bedeuten kann.

Kurzum: Die Gesellschaft der USA verfügt zwar über Augen, aber die können nicht sehen und sie verfügt auch über Ohren, aber auch die hören nicht das, was nicht überhört werden darf: die Wiederkehr der religiösen Sprache, um das rechtfertigen zu können, um das es eigentlich geht: US-Hegemonie, Erdgas und Öl, das es im Iran in Mengen gibt.

Der Iran aber ist nicht der Nahe Osten, denn im Zentrum des Nahen Ostens nimmt Jerusalem eine entscheidende Rolle ein.

Nur zur Erinnerung:

Jerusalem ist der heiligste Ort der Welt.

Genauer gesagt ist der Berg Moriah, die höchste Stelle in Jerusalem, also der Felsen in Jerusalem, auf dem auch die Probleme von heute sich sozusagen miteinander verbinden.

Warum ist das so?

05 Bau und Zerstörung des 1. Tempels

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Sowohl der 1. als auch der 2. Tempel wurde in Jerusalem auf dem Berg Moriah erbaut. Dieser Berg Moriah ist in der biblischen Tradition der Ort in Jerusalem, auf dem Abraham seinen Sohn Isaak opfern sollte (Gen 22) und auf dem später der Salomonische Tempel errichtet wurde (2. Chr 3,1). Dieser Tempelberg ist ein zentraler Ort des jüdischen Glaubens.

Heute stehen dort der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee, eine der heiligsten Stätten des Islam.

Gen 22

9 Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, baute Abraham dort den Altar, schichtete das Holz auf, band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. 10 Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. 11 Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu und sagte: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 12 Er sprach: Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest; du hast mir deinen Sohn, deinen Einzigen, nicht vorenthalten.

2. Chronik 3

Bau des Tempels

1 Salomo begann, das Haus des HERRN in Jerusalem auf dem Berg Moriah zu bauen, wo der HERR seinem Vater David erschienen war, an der Stätte, die David bestimmt hatte. 

Ergänzend zu den Quellen im Alten Testament heißt es in einem Artikel aus dem Jahr 2019, der in der Jüdischen Allgemeinen publiziert wurde, wie folgt:

Jüdische-allgemeine.de: Der Tempelberg ist der heiligste Ort der Welt. Für Juden begann die Verbindung mit dem Berg Moria schon während der Schöpfung.

In dem von Rabbiner Achivai Apel geschriebenen Artikel heißt es weiter:

Der Tempel auf dem Berg Moria bedeutet sowohl in unserer Geschichte als auch für unsere Zukunft sehr viel.

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Der 1. Tempel wurde 587/586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört.

06 Bau und Zerstörung des 2. Tempels

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Der 2. Tempel in Jerusalem wurde 515 v. Chr. nach dem Ende des babylonischen Exils, auf den Fundamenten des Salomonischen Tempels – des 1. Tempels – errichtet und von Herodes später prachtvoll erweitert, um dann, im Jahr 70 n. Chr. unter der Regie des Kaisers Titus von den Römern wieder zerstört zu werden. Dies geschah nach einer langen Belagerung während des Jüdischen Krieges (66 – 70 n. Chr.).

Die Klagemauer ist der einzige erhaltene Teil dieser Anlage.

Mit der Zerstörung des 2. Tempels endete der Tempelkult des Judentums. Neben der Entstehung des Rabbinertums hatte die Zerstörung zur Folge, dass sich die Juden weltweit zerstreuten.

Die Zerstörung beider Tempel wird jährlich am jüdischen Fast- und Trauertag Tischa beAv betrauert.

Tischa beAv

Der 9. Aw ist der neunte Tag des Monats Aw des Jüdischen Kalenders. Er ist ein jüdischer Fast- und Trauertag, an dem der Zerstörung des Jerusalemer Tempels gedacht wird, und bildet Höhepunkt und Abschluss der drei Wochen währenden Trauerzeit (KI).

07 Jesus predigte im 2. Tempel

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Jesus lebte zur Zeit des Herodes. Er lehrte folglich in einem Tempel, der von Herodes prachtvoll ausgestaltet worden war. In diesem zweiten Tempel predigte Jesus, im Zentrum des Judentums. Und während einer seiner Predigten sagte Jesus, dass er von Gott auf die Erde gesandt worden sei, um diesen Tempel zu zerstören, und kein Stein auf dem anderen bleiben werde. Kurz darauf wurde Jesus ergriffen, gefoltert und gekreuzigt. Im Bericht von der Tempelreinigung, die der Verurteilung vorausging, heißt es im Evangelium des Johannes wie folgt:

Johannes 2

19 Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.

Und auch nach seiner Ergreifung im Tempel wurde ihm im Palast des hohen Priesters Folgendes vorgeworfen:

Markus 14

53 Ich werde diesen von Menschenhand gemachten Tempel niederreißen und in drei Tagen einen anderen aufbauen, der nicht von Menschenhand gemacht ist.

So kam es, dass Jesus gekreuzigt und binnen 3 Tagen nach seinem Tod auferstehen konnte, womit die Entwicklung des Christentums ihren Lauf nahm.

37 Jahre nach der Kreuzigung von Jesus, also im Jahr 70 n. Chr., geriet Titus, der Kaiser des Römischen Reiches, in einen heftigen Konflikt mit den Juden von Judäa und Jerusalem. Nach einer langen Belagerung konnten die Mauern Jerusalems durchbrochen werden, womit die Zerstörung des Tempels begann.

Es blieb kein Stein auf dem anderen.

Diese Zerstörung erfolgte mit einer Hingabe, die für den modernen Menschen schwer vorstellbar ist, denn das war damals noch Handarbeit.

Seitdem ist diese Zerstörung des 2. Tempels im Jahr 70 n. Chr. eine offene Wunde im Herzen der Juden. Um diese Wunde schließen zu können, wollen auch heute noch viele Juden diesen Tempel wieder aufbauen.

Das aber setzt voraus, das dort errichtete muslimische Heiligtum abzureißen. Gemeint sind der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee.

08 500 Jahre nach der Zerstörung des 2. Tempels

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Genau 500 Jahre, nachdem Titus den 2. Tempel im Jahr 70 n. Chr. zerstört hatte, wurde im Jahr 570 n. Chr. ein Mann namens Mohammed in Mekka geboren. Dieser Mann gründete in sehr kurzer Zeit eine der großen Weltreligionen, die heute die zweitgrößte Religion der Welt ist. Sein Name ist Mohammed.

  • Mohammed wurde in Mekka geboren.

  • Er starb im nahe gelegenen Medina.

  • In Jerusalem fuhr er in den Himmel auf.

Innerhalb von gut 50 Jahren nach seinem Tod wurde in Jerusalem, auf den Ruinen des 2. Tempels, eines der größten und wohl auch schönsten religiösen Monumente der Welt errichtet. Dieses Monument befindet sich auf dem Berg Moriah, dem Ort, auf dem sowohl der 1. als auch der 2. Tempel der Juden stand. Gemeint ist der Felsendom, dessen goldene Kuppel alles überstrahlt.

Warum heißt dieses heilige Gebäude so?

Weil sich darunter ein Felsen befindet, der Grundstein des Judentums. Und dieser Grundstein befindet sich innerhalb des so genannten Al-Aqsa-Komplexes, denn neben dem Felsendom befindet sich ja auch die Al-Aqsa-Moschee. Und dieser Ort ist einer von vier heiligen Orten im Islam.

  • Mekka

  • Medina

  • Felsendom

  • Al-Aqsa

Seit dem 7. Jahrhundert, besser gesagt seit den späten 600er Jahren, steht auf dem Berg Moriah sowohl der Felsendom als auch eine Moschee. Diese Tatsache ist von besonderer Bedeutung, denn die damit verbundenen Konsequenzen sind sowohl den Juden als auch den Christen und den Muslimen bewusst, was diese Menschen von denen unterscheidet, die in den säkularen Staaten des Westens mit Religion kaum noch etwas anfangen können.

Wie dem auch immer sei: Es kann und darf nicht übersehen werden, dass es heute sowohl Juden als auch Christen gibt, deren Wunsch es ist, sowohl den Felsendom als auch die Al-Aqsa-Moschee abzureißen, um auf diesen Trümmern dann wieder einen Tempel zu errichten, denn es war ja, was die Sichtweise der Christen anbelangt, Jesus, der gesagt hat, dass dieser Tempel, gemeint ist der 2. Tempel, abgerissen werden würde, um ihn durch einen anderen zu ersetzen, obwohl Jesus damit nicht ein aus Stein zu errichtendes Gebäude, sondern einen geistigen Tempel der Liebe, der Barmherzigkeit, des gegenseitigen Respekts und natürlich auch einen Tempel der Hingabe an Gott meinte.

Kurzum: Würden der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee zerstört – durch wen auch immer – dann würde das in der muslimischen Welt mit einer Reaktion beantwortet, die sich wirklich niemand wünschen und sich auch wohl niemand vorstellen kann.

Das ist die Situation von heute, und das ist auch ein nicht wegzudenkendes Motiv, das dem Krieg im Iran zugrunde liegt. Dazu später mehr.

Zurück in längst vergangene Zeiten: Nach der Zerstörung des 2. Tempels hörten die Menschen einfach nicht auf, daran zu glauben, dass der zerstörte Tempel wieder aufgebaut werden müsste, denn nach der Zerstörung des 2. Tempels gab es mindestens einen Versuch, den Tempel wieder aufzubauen, und das geschah im 4. Jahrhundert, nach dem Tod des Kaisers Konstantin (270 und 288 - 337).

Konstantin war der römische Kaiser des 4. Jahrhunderts, der zum Christentum konvertierte und das Römische Reich bekanntlich christianisierte, wodurch sich das Christentum praktisch im gesamten Westen verbreitete.

Nach dem Tod von Konstantin wurde sein Neffe Julian Kaiser. Von christlichen Historikern wird dieser Kaiser oftmals auch als Julian der Abtrünnige (331 - 363) bezeichnet. Und er war ein Abtrünniger. Er war der letzte nichtchristliche Kaiser Roms, des Römischen Reiches. Er wurde als Heide geboren, war Polytheist und lehnte das Christentum aggressiv ab. Aus diesem Grund beschloss Julian der Abtrünnige im Jahr 362, den dritten Tempel wieder aufzubauen.

Was geschah als Nächstes?

Der Versuch des römischen Kaisers Julian den Tempel in Jerusalem um 362 n. Chr. mit Hilfe von Alypius von Antiochia wiederaufzubauen, scheiterte. Grund dafür waren feurige Explosionen, die aus dem Boden kamen. Die Arbeiter versuchten es zwar weiter, als sie sich aber wiederholten Verbrennungen zuzogen, wurden die Arbeiten eingestellt. Es gibt viele Berichte darüber, was geschah, als versucht wurde, den Tempel wieder aufzubauen, und alle beschreiben, wie die Erde sich spaltete und Flammen hervorkamen, wobei es sich nicht um eine erfundene Geschichte, sondern um eine von Archäologen gesicherte Erkenntnis handelt, denn die haben herausgefunden, dass es tatsächlich 363 in der Region Galiläa bis Jerusalem ein großes Erdbeben gegeben hat.

Übrigens: Kaiser Julian der Apostat wurde nur wenige Monate später getötet, und zwar im Iran, dass sein Herr im Jahr 363 angegriffen hatte. Dabei verlor er sein Leben.

09 Warum diese lange Vorgeschichte?

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Weil es keine Geschichte mehr ist, sondern gerade jetzt passiert. Es gibt wichtige Akteure in diesem Krieg im Iran, die glauben, dass dieser Krieg eine Reihe von Ereignissen einleiten wird, die mit der Zerstörung des Felsendomes und der Al-Aqsa-Moschee beginnen werde, damit dann, im Anschluss daran, mit dem Wiederaufbau des dritten Tempelns begonnen werden kann, was nach jüdischem Glauben zur Folge haben wird, dass die Welt untergehen und Gott zurückkehren werde.

Diese Menschen meinen das ernst.

Unfassbar.

Es sind wieder Menschen unter uns – sogar Menschen in Regierungsverantwortung – die an das Ende der Geschichte, an das Ende der Zeit und an Armageddon glauben und nichts unversucht lassen wollen, das Ende der letzten Tage Wirklichkeit werden zu lassen, so zumindest die von ihnen gebrauchte Rhetorik.

Ob damit wirklich das gewaltsame Erreichen religiöser Vorstellungen gemeint ist, das ist eine Frage, auf die ich keine Antwort weiß. Wahrscheinlicher als Gott zu einem neuen Auftritt kommen zu lassen, dürften wirtschaftliche und hegemoniale Interessen wohl im Vordergrund stehen, so dass anzunehmen ist, dass durch den Gebrauch der  der alttestamentarischen Sprache verborgen werden soll, dass es nicht um Religion, sondern darum geht, die Kontrolle über den Iran zu gewinnen, um, aus israelitischer Sicht,  die Vorstellung eines Groß-Israel Wirklichkeit werden zu lassen und ans US-amerikanischer Sicht die USA als Hegemonialmacht weiterhin bestehen kann.

Dazu aber ist es erforderlich, den Iran zu zerstören.

Dass dies mit iranischen Vorstellungen nicht zu vereinbaren ist, dürfte offenkundig sein.

Dort heißt es: Israel muss vernichtet werden und die USA müssen den Nahen Osten verlassen.

Wie dem auch immer sei: Gestern, am 13. März 2026, fanden im Iran aber auch andernorts Großveranstaltungen anlässlich des Al-Quds-Tages statt.

10 Der Al-Quds-Tag

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Dabei handelt es sich um einen jährlich am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan stattfindender schiitischer „Gedenktag“, der im Jahr 1979 im Iran ausgerufen wurde.

Al-Quds ist der arabische Name für Jerusalem.

Was passiert an diesem Tag?

In vielen Ländern gab es am 13. März 2026 Demonstrationen und Kundgebungen, besonders im Iran, aber auch in Europa, Nordamerika und im Nahen Osten. Teilnehmer äußern meist Unterstützung für Palästina und Kritik an der Politik des Staates Israel. Der Al-Quds-Tag vom 13. März 2026 wurde in Iran zum Anlass genommen, unüberhörbar zu verkünden, dass Israel vernichtet und die USA-Präsenz im Nahen Osten beseitigt werden muss.

Auch in New York kam es zu einem Al-Quds-Demonstration, die Hunderte von Antisemiten dazu nurzten, mit Reden und Plakaten die mörderische Hamas und das Regime von Ali Chamenei zu bejubelten.

Apollo-news.net: Auch die USA wurde mit Hassparolen übersäht. Bei einer radikalen Demonstration zum Al-Quds-Tag am Freitag in New York City sind laut Berichten mehrere hundert Teilnehmer mit antiisraelischen Parolen aufgetreten und haben sich mit mörderischen Terror-Gruppen wie der Hamas und der Hisbollah solidarisiert. Die Veranstaltung fand mitten auf dem berühmten Time Sqaure statt und war auch durch anti-amerikanische Parolen geprägt.

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In Sana, der Hauptstadt des Jemen, demonstrierten an diesem Tag Millionen und bekundeten damit ihre Bereitschaft, den Iran und Palästina zu unterstützen.

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Und was die Bereitschaft der Huthis in Jemen anbelangt, militärische Maßnahmen zur Unterstützung des Iran zu ergreifen, dazu heißt es in einem Post des Iran Observers vom 14.3.2026 wie folgt:

Die Entscheidung, militärische Maßnahmen zu ergreifen, ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit.

Was das bedeuten würde, das wäre eine Vermehrung des Chaos in einem vermeidbaren Krieg, der am 28. Februar 2026 mit einem – gemeinsam von den USA und von Israel geplanten „Enthautpungsschlages“ begann – um dann zu einem Krieg auszuarten, den zu beenden von Tag zu Tag schwerer werden wird, denn es ist durchaus damit zu rechnen, dass die Huthis die Straße von Jemen, bekannt als Bab al-Mandab (Tor der Tränen) für die Schifffahrt blockieren könnten, einer Blockade, die das Chaos noch vergrößrn würde.

Warum?

Durch eine Schließung von Bab el Mandeb würde der Transport von Öl im Roten Meer durch große Tanker unterbunden, denn das durch ein Pipeline-System Saudiarabiens vom Persischen Golf bis zu seiner Westküste am Roten Meer fließende Öl könnte dann nicht mehr genutzt werden.

Die Rohölexportkapazität der Pipeline von Yanbu wird auf 3 bis 5 Millionen Barrel pro Tag geschätzt.

Die Schließung von Bab el Mandeb und Angriffe auf Häfen am Roten Meer, die Öl exportieren, würde somit die bereits bestehende Ölkrise weiter verschärfen, denn der Transport von Öl bliebe dann auf kleine Tanker beschränkt, die den Suez-Kanal nutzen können. Außerdem wären dann alle großen Tankfahrzeuge „gefangen“ die sich zur Zeit der Schließung von Bab el Mandeb im Roten Meer befinden.

Beim Bab al-Mandab handelt es sich um eine rund 27 km breite Meerenge zwischen dem Jemen und dem Horn von Afrika. Sie verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean. Die Durchfahrt durch den Bab al-Mandab ermöglicht es auch, den Suez-Kanal zu erreichen.

Grafik Bab al-Mandab

Wie dem auch immer sei: Dieser vermeidbare Krieg wird politische Veränderungen herbeiführen, die auch die Demokratie in Deutschland verändern wird.

Warum?

KI: In Deutschland leben 2025 schätzungsweise etwa 5,5 Millionen Muslime, was rund 6,6 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Als zweitgrößte religiöse Gruppe sind sie überwiegend integriert, jedoch gibt es Diskussionen über Radikalisierungstendenzen bei Teilen der Gruppe sowie Herausforderungen hinsichtlich Integration, Islamismus und Antisemitismus.

In Deutschland leben schätzungsweise zwischen 225.000 und über 250.000 schiitische Muslime, was etwa 4 % bis 4,4 % der Muslime in Deutschland entspricht.

Bereits im Bundeswehr-Journal, Ausgabe Juni 2025 lässt allein die Überschrift erkennen, dass mit der Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen erhebliche gesellschaftliche Risiken verbunden sein können.

Bundeswehr-Journal: Muslime in Deutschland: Islam-Studie schlägt Alarm. Jeder fünfte in Deutschland lebende Muslim mit Migrationshintergrund weist eine emotionale Verfassung auf, die Radikalisierung begünstigt. Das ist das beunruhigende Ergebnis einer bisher unveröffentlichten Studie der Forschungsstelle „Islam und Politik“ der Universität Münster.

Eine Mehrheit dieser „Ressentiment“-Gruppe bejaht zum Beispiel Fragen wie die, ob der Islam „die einzige und letztgültige politische Autorität“ sein sollte oder ob die islamischen Gesetze der Scharia „viel besser als die deutschen Gesetze“ seien.

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Auf der anderen Seite haben Umfragen und Studien aufgezeigt, dass in der Bevölkerung ebenfalls antimuslimische Einstellungen zunehmen.

Laut repräsentativem Motra-Monitor (2024/25) teilen 43 Prozent der Bevölkerung antimuslimische Einstellungen. Mehr als 28 Prozent der Befragten haben eine manifest muslimfeindliche Haltung. Dieser Wert ist zwischen April 2023 und Juli 2025 stetig gestiegen. 62,9 Prozent stimmen der Aussage „Es gibt zu viele Muslime in Deutschland“ ganz oder teilweise zu.

Link zur Quelle

In einem Artikel, der auf "Tichyseinblick.de" vom 14. März 2026 veröffentlicht wurde, heißt es unter der Überschrift: Extremismus-Studie für das BKA: Jeder zweite Muslim steht radikalem Islam nahe, wie folgt:

Tichyseinblick.de: Ein Bericht für das Bundeskriminalamt gibt keine Entwarnung beim politischen Islam in Deutschland. Fast die Hälfte der jüngeren Muslime sind „islamismusaffin“, 44 Prozent aller Muslime erwarten die Lösung für die Probleme unserer Zeit vom Islam – nicht vom Grundgesetz. Plötzlich ist der Aufschrei groß.

Link zur Quelle

Link zur MOTRA-Monitor 2024/25 als Volltext

Schlusssatz: Würde der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem zerstört, dann ist damit zu rechnen, dass die in Deutschland lebenden Muslime das zum Anlass nehmen werden, die Kräfte des Westens dafür zu bestrafen, die an solch einer verwerflichen Tat mitgewirkt haben. Dazu gehört auch Deutschland.

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