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Biblische Sprache im
Iran-Krieg von heute
Inhaltsverzeichnis:
01 Es wird Feuer vom
Himmel fallen! 02 Wenn Krieg zur heiligen
Mission wird 03 Der Glaube an das
bevorstehende Ende der Welt 04 Die
religiöse Ebene des Iran-Krieges 05 Bau und
Zerstörung des 1. Tempels 06 Bau und
Zerstörung des 2. Tempels 07 Jesus predigte
im 2. Tempel 08 500 Jahre nach der
Zerstörung des 2. Tempels 09 Warum diese
lange Vorgeschichte? 10 Der Al-Quds-Tag
01
Es wird Feuer vom Himmel fallen!
TOP
Das ist der Iran von
heute.
Ein Land unter der
intensivsten Luftbombardierung seit dem Vietnamkrieg.
Neben dem Feuer kam auch
der schwarze Regen, den die Zivilbevölkerung Teherans erdulden
muss, weil amerikanische Bomben ein Öllager in Brand gesetzt
haben, dass sich ganz in der Nähe von Teheran befindet, einer
Stadt, in der 9 Millionen Menschen leben.
Bei der Sprachfigur
„Feuer wird vom Himmel fallen“ handelt es sich um eine Aussage,
die unterschiedlichsten Zeiten zugeordnet werden kann:
Beispiel 1: Bei seinem Weg
nach Jerusalem wollte Jesus mit seinen Jüngern in einem Dorf
übernachten. Lukas 9
53 Aber man nahm ihn nicht auf, weil
er auf dem Weg nach Jerusalem war.
54 Als die Jünger Jakobus und
Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir sagen, dass
Feuer vom Himmel fällt und sie verzehrt?
55 Da wandte er sich um und wies sie
zurecht.
56 Und sie gingen in ein anderes
Dorf.
Auch in den Prophezeiungen des
bayrischen Wahrsagers
Mühlhiasl,
der Matthäus Lang hieß und am 16. September 1753 geboren wurde,
heißt es:
Beispiel 2:
Das Feuer,
das alles vernichtet, wird vom Himmel fallen. Dann wird man
Sommer und Winter nicht mehr auseinanderhalten können, und die
Sonne wird nicht mehr scheinen. Dann hat alles ein Ende. Auch
diese Welt. Das große Feuer wird vom Himmel fallen.
An
anderer Stelle:
Vom
Osten her wird es kommen und im Westen aufhören.
Dann kommt
der Krieg und noch einer und dann wird der
letzte
kommen.
Die
Prophezeiungen des Mühlhiasl Kindle Ausgabe
Wie dem auch immer sei:
In der Geschichte der Menschheit tauchen immer wieder Personen
auf, denen man nachsagt, prophetische Fähigkeiten zu haben.
Solcher
Fähigkeiten bedarf es eigentlich nicht, denn wir verfügen über
Kenntnisse, dass anlässlich der Bombardierung von Dresden und
erst recht ein paar Monate später, die Bewohner von Hiroshima
und Nagasaki erleben mussten, dass tatsächlich Feuer vom Himmel
fiel.
In diesem
Sachzusammenhang ist es auch hilfreich, auf einen Roman
hinzuweisen, der 1963 erschien und der den Titel trägt: „Feuer
wird vom Himmel fallen“, in dem – aufbauend auf den Erfahrungen,
die anlässlich der Kuba-Krise 1962 gemacht wurden, sich im Roman
nicht – wie in der Kuba-Krise geschehen – sich der damalige
Präsident John F. Kennedy und der russische Präsident Nikita
Sergejewitsch
Chruschtschow doch noch im letzten Moment einigen konnten, keine
Atomwaffen einzusetzen.
Wie dem auch immer sei:
In dem Roman wird geschildert, was geschieht, nachdem eine mit
Atombomben bewaffnete US-Fliegerstaffel aufgrund eines
technischen Effekts den Auftrag erhält, die russische Hauptstadt
Moskau zu zerstören. Alle Versuche der Amerikaner und auch der
Russen, die Flugzeuge abzuschießen, scheitern. Moskau wird im
Roman zerstört. Um die Russen von einem massiven
Vergeltungsschlag abzuhalten, entschließt sich der amerikanische
Präsident dazu,
New York
ebenfalls durch eine Atombombe zerstören zu lassen.
Der
Roman endet, nachdem die Bombe abgeworfen wurde, mit folgenden
Sätzen:
„Herr
Präsident, hier Major Callahan. Befehl ausgeführt. Die vier
Bomben sind in 5000 Fuß Höhe über New York explodiert. General
Black hat sich mit seiner Todesspritze das Leben genommen.“
„Ich
danke Ihnen, Major Callahan, das – habe ich erwartet.“
Die
Stimme des Präsidenten war noch immer zu hören, aber offenbar
hatte er sich einem Adjutanten neben ihm zugewandt.
„Bereiten
Sie sofort alles Notwendige dafür vor, dass der Kongress Warren
Abraham Black, Brigadegeneral der Luftwaffe der Vereinigten
Staten, die Ehrenmedaille verleiht. Auf der Verleihungsurkunde
soll stehen: Für eine Tat von höchster Tapferkeit und für die
höchste Pflichtauffassung seinem Land und der Menschheit
gegenüber.“
Feuer wird
vom Himmel fallen.
Rütten @ Loening
Verlag Hamburg 1963, Seite 253
Übrigens:
Claude Robert Eatherly (1918 – 1978), der Kommandant des
Flugzeuges, der am 6. August 1945 über Hiroshima die Atombombe
abzuwerfen befahl, verweigerte für diese Tat die Auszeichnung
mit einem Orden. Er wurde für diese Verweigerungshaltung in eine Psychiatrie eingewiesen.
Erst nach einem langen Briefwechsel mit dem Philosophen Günther
Anders
wurde der Druck der Öffentlichkeit so groß, dass Claude Robert
Eatherly
wieder auf freien Fuß gesetzt wurde.
Sein Name
steht übrigens auf dem Obelisken in Hiroshima, nicht als Tätername,
sondern als Name eines Opfers.
So viel
zu den zu erwartenden Folgen, wenn Feuer vom Himmel fällt.
02
Wenn Krieg zur heiligen Mission wird
TOP
Sobald
der Krieg als heilige Mission gerahmt wird, wird Grausamkeit
schnell zur Tugend. Das war sogar einem der Gründungsväter der
US-amerikanischen Verfassung bekannt, gemeint ist John Adams
(1735 - 1826).
Als John Adams erklärte, dass „Habsucht, Ambition und Rache oder
Galanterie die stärksten Schnüre unserer Verfassung brechen
würden, wenn ein „Wal durch ein Netz“ geht, denn unsere
Verfassung wurde nur für ein moralisches und religiöses Volk
geschaffen“.
Damit
sprach sich John Adams
nicht
für eine Theokratie (einen Gottesstaat) aus, sondern für eine
Regierung, die auf moralischer Zurückhaltung beruhte.
Link zur Quelle
Übrigens:
Auch andere Gründungsväter warnten davor, dass moralische
Korruption auf den höchsten Regierungsebenen die Republik
schließlich zerstören würde. Dass diese Warnung berechtigt ist,
das lässt sich zurzeit in dem Staat, der als erste Demokratie
der Neuen Welt bezeichnet werden kann, live erleben.
Wie dem auch immer sei:
Ansätze für moralische Korruption in den höchsten
Regierungsstellen auch in den europäischen Demokratien lassen
ebenfalls theokratische Ansätze erkennen, denn auch die dort
mittlerweile verwendete Sprache weist ebenfalls eine nicht zu
übersehende Nähe zu alttestamentarischen Sprachmustern auf, mit
denen der „strafende Gott“ sein auserwähltes Volk den Weg weist.
Feuer
soll über euch kommen:
In einem
Truth Social
Post warnte Trump, dass „Tod, Feuer und Wut über sie herrschen
werden“, wenn der Iran etwas tut, um den Ölfluss innerhalb der
Straße von Hormus zu stoppen.
In einem
Artikel, der am 10. März 2026 auf der Website „Time.com“
publiziert wurde, heißt es, den US-Präsidenten Donald Trump
zitierend, wie folgt:
Donald Trump:
„Wir werden leicht zu zerstörende Ziele herausnehmen, die es dem
Iran praktisch unmöglich machen, jemals wieder als Nation gebaut
zu werden“, drohte er. „Tod, Feuer und Zorn werden über sie
herrschen. Aber ich hoffe und bete, dass es nicht geschieht.“
Link zur Quelle
Wer
glaubt, durch solch eine alttestamentarische Sprache radikale
Schiiten in Furcht, Angst und Schrecken versetzen zu können
verkennt, dass in einer Gesellschaft, in der der Koran sozusagen
gemeinschaftsbildend ist, was bei der Bibel weder in den USA noch in Europa der Fall ist.
Wie dem auch immer sei:
Iranische Beamte sagten bereits, dass sie ein Ende des
Krieges nicht akzeptieren würden, bis sie den USA und Israel
einen schmerzhaften Preis zugefügt hätten. Der iranische
Sicherheitsratschef Ali
Larijani
erklärte in einem Social-Media-Beitrag, dass die „Nation Iran deine
leeren Drohungen nicht fürchtet“, während er impliziert, dass
der Iran Trump selbst ins Visier nehmen könnte.
Link zur Quelle
Und
was die Bevölkerung anbelangt?
Die Wut
über den Tod von über 170 Mädchen in einer Grundschule, in
Verbindung mit dem schwarzen Regen, den die Bombardierung eines großen
Öllagers in Teheran ausgelöst hat, wurden Kräfte in dieser
angegriffenen „Wertegemeinschaft“ freigesetzt, die umso
entschlossener werden, je größer die Bedrohung von außen wird.
Wie dem auch immer sei:
Die Geschichte zeigt, dass, wenn politische Bewegungen Gewalt
verherrlichen, Grausamkeiten feiern und Konflikte in
apokalyptischen moralischen Begriffen nicht nur beschreiben,
sondern damit auch lenken und gestalten wollen, sie eine
Tür öffnen, die von der Wissenschaft als „Todeskult“ bezeichnet
wird.
Gemeint ist eine Weltanschauung, in der Zerstörung zu
einem Beweis für Rechtschaffenheit wird und menschliches Leben
den Zielen unterzuordnen ist, um den Sieg über das Böse erringen
zu können.
Es besteht
insoweit Grund höchster Besorgnis für den Bestand einer jeden
Demokratie, wenn deren Führer damit beginnen, eine
apokalyptische Rhetorik zu verwenden, um im hier zu erörternden
Sachzusammenhang den Iran als Teil eines „Endzeitkampfes“
zwischen Gut und Böse
framen
zu wollen.
„Präsident Trump wurde von Jesus gesalbt, um das
Signalfeuer im Iran anzuzünden, um Armageddon zu verursachen und
seine Rückkehr zur Erde zu markieren“, so oder ähnlich kann es
in vielen Berichte in den amerikanischen Medien nachgelesen
werden.
03
Der Glaube an das bevorstehende Ende der Welt
TOP
Fast ein
Drittel der Menschen, die in den USA und in Kanada leben, glaubt
daran, dass die Welt zu ihren Lebzeiten untergehen wird. In einem
Artikel auf der Website „End Of The American Dream“ vom 11. März
2026 heißt es dazu wie folgt:
„Der
Glaube an das Ende der Welt ist in ganz Nordamerika überraschend
verbreitet, und er beeinflusst erheblich, wie Menschen die
dringendsten Bedrohungen der Menschheit interpretieren und
darauf reagieren“, sagte Dr. Matthew I.
Billet,
der Hauptautor der Studie, der die Forschung als Doktorand in
der Psychologieabteilung der
UBC
durchführte. Er ist heute Postdoktorand an der University of
California.
Die
Studie stützt sich auf Umfragen unter mehr als 3.400 Menschen in
den USA und in Kanada. In der nationalen Stichprobe der USA von
1.409 Befragten gab fast ein Drittel an, dass die Welt innerhalb
ihres Lebens untergehen wird.
Link zur Quelle
04
Die religiöse Ebene des Iran-Krieges
TOP
Das ist
ein religiöser Krieg. Zumindest für diejenigen, die an das Ende
der Welt glauben, und davon gibt es in der Regierung von Donald
Trump einige.
Wie dem auch immer sei:
Dieser Krieg wird zumindest als ein „Religionskrieg“ verkauft,
auch wenn es darum geht, ein Groß-Israel zu bilden, in dem für
den Iran einfach kein Platz mehr vorhanden ist.
Anders
ausgedrückt: Dieser Krieg kennt nur zwei Möglichkeiten seiner
Beendigung: Entweder wird der Iran zerstört oder aber Israel.
Zurück
zur religiösen Dimension dieses Krieges, die für die meisten
Amerikaner wohl deshalb nicht offensichtlich ist, weil es sich
bei der Gesellschaft der USA wohl um die säkularste Gesellschaft
im
gesamten Westen handelt.
Es hat
noch nie eine gottlosere, um es ganz offen zu sagen, säkularere
Gesellschaft in diesem Ausmaß gegeben.
Nichts
Vergleichbares ist jemals zuvor passiert, denn jede Gesellschaft ist
im Grunde genommen eine religiöse Gesellschaft, ausdrücklich
religiös, außer der Gesellschaft der USA. Dieser Gesellschaft
fehlen folglich die Begriffe, um das zu beschreiben, was zu
sehen ist, und dieser Gesellschaft fehlt wohl auch die
Vorstellungskraft, um darüber nachzudenken, was das für den
Fortbestand dieser Demokratie bedeuten kann.
Kurzum:
Die Gesellschaft der USA verfügt zwar über Augen, aber die können
nicht sehen und sie verfügt auch über Ohren, aber auch die hören
nicht das, was nicht überhört werden darf: die Wiederkehr der
religiösen Sprache, um das rechtfertigen zu können, um das es
eigentlich geht: US-Hegemonie, Erdgas und Öl, das es im Iran
in Mengen gibt.
Der Iran
aber ist nicht der Nahe Osten, denn im Zentrum des Nahen Ostens
nimmt Jerusalem eine entscheidende Rolle ein.
Nur zur
Erinnerung:
Jerusalem ist der heiligste Ort der Welt.
Genauer
gesagt ist der Berg Moriah, die höchste Stelle in Jerusalem,
also der Felsen in Jerusalem, auf dem auch die Probleme von
heute sich sozusagen miteinander verbinden.
Warum ist das so?
05
Bau und Zerstörung des 1. Tempels
TOP
Sowohl der
1. als auch der 2. Tempel wurde in Jerusalem auf dem Berg Moriah
erbaut. Dieser Berg Moriah ist in der biblischen Tradition der
Ort in Jerusalem, auf dem Abraham seinen Sohn Isaak opfern
sollte (Gen 22) und auf dem später der
Salomonische
Tempel errichtet wurde (2.
Chr
3,1). Dieser Tempelberg ist ein zentraler Ort des jüdischen
Glaubens.
Heute stehen dort der Felsendom und die
Al-Aqsa-Moschee, eine der heiligsten Stätten des Islam.
Gen
22
9 Als
sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, baute Abraham
dort den Altar, schichtete das Holz auf, band seinen Sohn Isaak
und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. 10 Abraham
streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu
schlachten. 11 Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel her zu
und sagte: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 12 Er
sprach: Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus und tu ihm
nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest; du
hast mir deinen Sohn, deinen Einzigen, nicht vorenthalten.
2.
Chronik 3
Bau
des Tempels
1 Salomo
begann, das Haus des HERRN in Jerusalem auf dem Berg Moriah zu
bauen, wo der HERR seinem Vater David erschienen war, an der
Stätte, die David bestimmt hatte.
Ergänzend
zu den Quellen im Alten Testament heißt es in einem Artikel aus
dem Jahr 2019, der in der
Jüdischen
Allgemeinen publiziert wurde, wie folgt:
Jüdische-allgemeine.de:
Der Tempelberg ist der heiligste Ort der Welt. Für Juden begann
die Verbindung mit dem Berg Moria schon während der Schöpfung.
In dem von
Rabbiner
Achivai
Apel geschriebenen Artikel heißt es weiter:
Der
Tempel auf dem Berg Moria bedeutet sowohl in unserer Geschichte
als auch für unsere Zukunft sehr viel.
Link zur Quelle
Der 1.
Tempel wurde 587/586 v. Chr.
von
den Babyloniern zerstört.
06
Bau und Zerstörung des 2. Tempels
TOP
Der 2.
Tempel in Jerusalem wurde 515 v. Chr.
nach
dem Ende des babylonischen Exils, auf den Fundamenten des
Salomonischen
Tempels – des 1. Tempels – errichtet und von Herodes später
prachtvoll erweitert, um dann, im Jahr 70 n. Chr.
unter
der Regie des Kaisers Titus von den Römern wieder zerstört zu werden.
Dies geschah nach einer langen Belagerung während des
Jüdischen
Krieges (66 – 70 n. Chr.).
Die
Klagemauer ist der einzige erhaltene Teil dieser Anlage.
Mit der
Zerstörung des 2. Tempels endete der Tempelkult des Judentums.
Neben der Entstehung des
Rabbinertums
hatte die Zerstörung zur Folge, dass sich die Juden weltweit
zerstreuten.
Die
Zerstörung beider Tempel wird jährlich am jüdischen Fast- und
Trauertag
Tischa beAv
betrauert.
Tischa beAv
Der 9.
Aw
ist der neunte Tag des Monats
Aw
des
Jüdischen
Kalenders. Er ist ein jüdischer Fast- und Trauertag, an dem der
Zerstörung des Jerusalemer Tempels gedacht wird, und bildet
Höhepunkt und Abschluss der drei Wochen währenden Trauerzeit
(KI).
07
Jesus predigte im 2. Tempel
TOP
Jesus
lebte zur Zeit des Herodes. Er lehrte folglich in einem Tempel,
der von Herodes prachtvoll ausgestaltet worden war. In diesem
zweiten Tempel predigte Jesus, im Zentrum des Judentums. Und
während einer seiner Predigten sagte Jesus, dass er von Gott auf
die Erde gesandt worden sei, um diesen Tempel zu zerstören, und
kein Stein auf dem anderen bleiben werde. Kurz darauf wurde
Jesus ergriffen, gefoltert und gekreuzigt. Im Bericht von der
Tempelreinigung, die der Verurteilung vorausging, heißt es im
Evangelium des Johannes wie folgt:
Johannes 2
19 Jesus
antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder und in drei Tagen
werde ich ihn wieder aufrichten.
Und auch
nach seiner Ergreifung im Tempel wurde ihm im Palast des hohen
Priesters Folgendes vorgeworfen:
Markus 14
53 Ich
werde diesen von Menschenhand gemachten Tempel niederreißen und
in drei Tagen einen anderen aufbauen, der nicht von Menschenhand
gemacht ist.
So kam
es, dass Jesus gekreuzigt und binnen 3 Tagen nach seinem Tod
auferstehen konnte, womit die Entwicklung des Christentums ihren
Lauf nahm.
37 Jahre
nach der Kreuzigung von Jesus, also im Jahr 70 n. Chr., geriet
Titus, der Kaiser des Römischen Reiches, in einen heftigen
Konflikt mit den Juden von Judäa und Jerusalem. Nach einer
langen Belagerung konnten die Mauern Jerusalems durchbrochen
werden, womit die Zerstörung des Tempels begann.
Es blieb
kein Stein auf dem anderen.
Diese
Zerstörung erfolgte mit einer Hingabe, die für den modernen
Menschen schwer vorstellbar ist, denn das war damals noch
Handarbeit.
Seitdem ist
diese Zerstörung des 2. Tempels im Jahr 70 n.
Chr.
eine
offene Wunde im Herzen der Juden. Um diese Wunde schließen zu können, wollen auch
heute noch viele Juden diesen Tempel wieder aufbauen.
Das aber
setzt voraus, das dort errichtete muslimische Heiligtum
abzureißen. Gemeint sind der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee.
08
500 Jahre nach der Zerstörung des 2. Tempels
TOP
Genau 500
Jahre, nachdem Titus den 2. Tempel im Jahr 70 n. Chr.
zerstört
hatte, wurde im Jahr 570 n. Chr.
ein
Mann namens Mohammed in Mekka geboren. Dieser Mann gründete in
sehr kurzer Zeit eine der großen Weltreligionen, die heute die
zweitgrößte Religion der Welt ist. Sein Name ist Mohammed.
-
Mohammed
wurde in Mekka geboren.
-
Er starb
im nahe gelegenen Medina.
-
In
Jerusalem fuhr er in den Himmel auf.
Innerhalb von gut 50 Jahren nach seinem Tod wurde in Jerusalem,
auf den Ruinen des 2. Tempels, eines der größten und wohl auch
schönsten religiösen Monumente der Welt errichtet. Dieses
Monument befindet sich auf dem Berg Moriah, dem Ort, auf dem
sowohl der 1. als auch der 2. Tempel der Juden stand. Gemeint
ist der Felsendom, dessen goldene Kuppel alles überstrahlt.
Warum heißt dieses heilige Gebäude so?
Weil sich
darunter ein Felsen befindet, der Grundstein des Judentums. Und
dieser Grundstein befindet sich innerhalb des so genannten
Al-Aqsa-Komplexes,
denn neben dem Felsendom befindet sich ja auch die
Al-Aqsa-Moschee.
Und dieser Ort ist einer von vier heiligen Orten im Islam.
-
Mekka
-
Medina
-
Felsendom
-
Al-Aqsa
Seit dem
7. Jahrhundert, besser gesagt seit den späten 600er Jahren,
steht auf dem Berg Moriah sowohl der Felsendom als auch eine
Moschee. Diese Tatsache ist von besonderer Bedeutung, denn die
damit verbundenen Konsequenzen sind sowohl den Juden als auch
den Christen und den Muslimen bewusst, was diese Menschen von
denen unterscheidet, die in den säkularen Staaten des Westens
mit Religion kaum noch etwas anfangen können.
Wie dem auch immer sei:
Es kann und darf nicht übersehen werden, dass es heute sowohl
Juden als auch Christen gibt, deren Wunsch es ist, sowohl den
Felsendom als auch die Al-Aqsa-Moschee abzureißen, um auf diesen
Trümmern dann wieder einen Tempel zu errichten, denn es war ja,
was die Sichtweise der Christen anbelangt, Jesus, der gesagt
hat, dass dieser Tempel, gemeint ist der 2. Tempel, abgerissen
werden würde, um ihn durch einen anderen zu ersetzen, obwohl
Jesus damit nicht ein aus Stein zu errichtendes Gebäude, sondern
einen geistigen Tempel der Liebe, der Barmherzigkeit, des
gegenseitigen Respekts und natürlich auch einen Tempel der
Hingabe an Gott meinte.
Kurzum:
Würden der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee zerstört – durch
wen auch immer – dann würde das in der muslimischen Welt mit
einer Reaktion beantwortet, die sich wirklich niemand wünschen
und sich auch wohl niemand vorstellen kann.
Das ist
die Situation von heute, und das ist auch ein nicht
wegzudenkendes Motiv, das dem Krieg im Iran zugrunde liegt. Dazu
später mehr.
Zurück in längst vergangene Zeiten:
Nach
der Zerstörung des 2. Tempels hörten die Menschen einfach nicht
auf, daran zu glauben, dass der zerstörte Tempel wieder
aufgebaut werden müsste, denn nach der Zerstörung des 2. Tempels
gab es mindestens einen Versuch, den Tempel wieder aufzubauen,
und das geschah im 4. Jahrhundert, nach dem Tod des Kaisers
Konstantin (270 und 288 - 337).
Konstantin war der römische Kaiser des 4. Jahrhunderts, der zum
Christentum konvertierte und das Römische Reich bekanntlich
christianisierte, wodurch sich das Christentum praktisch im
gesamten Westen verbreitete.
Nach dem Tod von Konstantin wurde
sein Neffe Julian Kaiser. Von christlichen Historikern wird
dieser Kaiser oftmals auch als Julian der Abtrünnige (331 - 363)
bezeichnet. Und er war ein Abtrünniger. Er war der letzte
nichtchristliche Kaiser Roms, des Römischen Reiches. Er wurde
als Heide geboren, war Polytheist und lehnte das Christentum
aggressiv ab. Aus diesem Grund beschloss Julian der Abtrünnige
im Jahr 362, den dritten Tempel wieder aufzubauen.
Was
geschah als Nächstes?
Der Versuch
des römischen Kaisers Julian den Tempel in Jerusalem um 362 n.
Chr.
mit Hilfe
von
Alypius
von Antiochia wiederaufzubauen, scheiterte. Grund dafür waren
feurige Explosionen, die aus dem Boden kamen. Die Arbeiter
versuchten es zwar weiter, als sie sich aber wiederholten
Verbrennungen zuzogen, wurden die Arbeiten eingestellt. Es gibt
viele Berichte darüber, was geschah, als versucht wurde, den
Tempel wieder aufzubauen, und alle beschreiben, wie die Erde
sich spaltete und Flammen hervorkamen, wobei es sich nicht um
eine erfundene Geschichte, sondern um eine von
Archäologen gesicherte Erkenntnis handelt, denn die haben
herausgefunden, dass es tatsächlich 363 in der Region Galiläa
bis Jerusalem ein großes Erdbeben gegeben hat.
Übrigens:
Kaiser Julian der Apostat wurde nur wenige Monate später
getötet, und zwar im Iran, dass sein Herr im Jahr 363
angegriffen hatte. Dabei verlor er sein Leben.
09 Warum diese
lange Vorgeschichte?
TOP
Weil es
keine Geschichte mehr ist, sondern gerade jetzt passiert. Es
gibt wichtige Akteure in diesem Krieg im Iran, die glauben, dass
dieser Krieg eine Reihe von Ereignissen einleiten wird, die mit
der Zerstörung des Felsendomes und der Al-Aqsa-Moschee beginnen
werde, damit dann, im Anschluss daran, mit dem Wiederaufbau des
dritten Tempelns begonnen werden kann, was nach jüdischem Glauben
zur Folge haben wird, dass die Welt untergehen und Gott
zurückkehren werde.
Diese
Menschen meinen das ernst.
Unfassbar.
Es sind
wieder Menschen unter uns – sogar Menschen in
Regierungsverantwortung – die an das Ende der Geschichte, an das
Ende der Zeit und an Armageddon glauben und nichts unversucht
lassen wollen, das Ende der letzten Tage Wirklichkeit werden zu
lassen, so zumindest die von ihnen gebrauchte Rhetorik.
Ob damit
wirklich das gewaltsame Erreichen religiöser Vorstellungen
gemeint ist, das ist eine Frage, auf die ich keine Antwort weiß.
Wahrscheinlicher als Gott zu einem neuen Auftritt kommen zu
lassen, dürften wirtschaftliche und hegemoniale Interessen wohl
im Vordergrund stehen, so dass anzunehmen ist, dass durch den
Gebrauch der
der alttestamentarischen Sprache verborgen werden soll, dass es
nicht um Religion, sondern darum geht, die Kontrolle über den
Iran zu gewinnen, um, aus israelitischer Sicht, die Vorstellung
eines Groß-Israel Wirklichkeit werden zu lassen und ans
US-amerikanischer Sicht die USA als Hegemonialmacht weiterhin
bestehen kann.
Dazu
aber ist es erforderlich, den Iran zu zerstören.
Dass
dies mit iranischen Vorstellungen nicht zu vereinbaren ist,
dürfte offenkundig sein.
Dort
heißt es: Israel muss vernichtet werden und die USA müssen den
Nahen Osten verlassen.
Wie dem
auch immer sei: Gestern, am 13. März 2026, fanden im Iran aber
auch andernorts Großveranstaltungen anlässlich des
Al-Quds-Tages
statt.
10 Der Al-Quds-Tag
TOP
Dabei handelt es sich um einen jährlich am letzten Freitag des
Fastenmonats Ramadan stattfindender schiitischer „Gedenktag“,
der im
Jahr 1979 im Iran ausgerufen wurde.
Al-Quds
ist der arabische Name für Jerusalem.
Was
passiert an diesem Tag?
In
vielen Ländern gab es am 13. März 2026 Demonstrationen und Kundgebungen,
besonders im Iran, aber auch in Europa, Nordamerika und im Nahen
Osten. Teilnehmer äußern meist Unterstützung für Palästina und
Kritik an der Politik des Staates Israel. Der Al-Quds-Tag vom 13. März
2026 wurde in Iran zum Anlass genommen, unüberhörbar zu
verkünden, dass Israel vernichtet und die USA-Präsenz im Nahen
Osten beseitigt werden muss.
Auch in New York kam es zu einem Al-Quds-Demonstration, die
Hunderte von Antisemiten dazu nurzten,
mit Reden und Plakaten die
mörderische Hamas und das Regime von Ali Chamenei zu bejubelten.
Apollo-news.net:
Auch die USA wurde mit Hassparolen übersäht. Bei einer radikalen
Demonstration zum Al-Quds-Tag am Freitag in New York City sind
laut Berichten mehrere hundert Teilnehmer mit antiisraelischen
Parolen aufgetreten und haben sich mit mörderischen
Terror-Gruppen wie der Hamas und der Hisbollah solidarisiert.
Die Veranstaltung fand mitten auf dem berühmten Time Sqaure
statt und war auch durch anti-amerikanische Parolen geprägt.
Link zur Quelle
In Sana,
der Hauptstadt des Jemen, demonstrierten an diesem Tag Millionen
und bekundeten damit ihre Bereitschaft, den Iran und Palästina
zu unterstützen.
Link
zumVideo auf X
Und was
die Bereitschaft der Huthis in Jemen anbelangt, militärische
Maßnahmen zur Unterstützung des Iran zu ergreifen, dazu heißt es in
einem Post des Iran Observers vom 14.3.2026 wie folgt:
Die
Entscheidung, militärische Maßnahmen zu ergreifen, ist jetzt nur
noch eine Frage der Zeit.
Was das
bedeuten würde, das wäre eine Vermehrung des Chaos in einem
vermeidbaren Krieg, der am 28. Februar 2026 mit einem –
gemeinsam von den USA und von Israel geplanten
„Enthautpungsschlages“ begann – um dann zu einem Krieg
auszuarten,
den zu beenden von Tag zu Tag schwerer werden wird, denn es ist
durchaus damit zu rechnen, dass die Huthis die Straße von Jemen,
bekannt als
Bab al-Mandab
(Tor der Tränen) für die Schifffahrt blockieren könnten, einer
Blockade, die das Chaos noch vergrößrn würde.
Warum?
Durch eine Schließung von Bab el Mandeb würde der Transport von
Öl im Roten Meer durch große Tanker unterbunden, denn das durch
ein Pipeline-System Saudiarabiens vom Persischen Golf bis zu
seiner Westküste am Roten Meer fließende Öl könnte dann nicht
mehr genutzt werden.
Die Rohölexportkapazität der Pipeline von
Yanbu wird auf 3 bis 5 Millionen Barrel pro Tag geschätzt.
Die
Schließung von Bab el Mandeb und Angriffe auf Häfen am Roten
Meer, die Öl exportieren, würde somit die bereits bestehende Ölkrise
weiter verschärfen, denn der Transport von Öl bliebe dann
auf kleine Tanker beschränkt, die den Suez-Kanal nutzen können.
Außerdem wären dann alle großen Tankfahrzeuge „gefangen“ die
sich zur Zeit der Schließung von Bab el Mandeb im Roten Meer
befinden.
Beim
Bab al-Mandab
handelt es sich um eine rund 27 km breite Meerenge zwischen dem
Jemen und dem Horn von Afrika. Sie verbindet das Rote Meer mit
dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean. Die Durchfahrt durch
den
Bab al-Mandab
ermöglicht es auch, den Suez-Kanal zu erreichen.
Grafik Bab al-Mandab
Wie dem auch immer sei:
Dieser vermeidbare Krieg wird politische Veränderungen
herbeiführen, die auch die Demokratie in Deutschland verändern wird.
Warum?
KI:
In Deutschland leben 2025 schätzungsweise etwa 5,5 Millionen
Muslime, was rund 6,6 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Als
zweitgrößte religiöse Gruppe sind sie überwiegend integriert,
jedoch gibt es Diskussionen über Radikalisierungstendenzen bei
Teilen der Gruppe sowie Herausforderungen hinsichtlich
Integration, Islamismus und Antisemitismus.
In
Deutschland leben schätzungsweise zwischen 225.000 und über
250.000 schiitische Muslime, was etwa 4 % bis 4,4 % der Muslime
in Deutschland entspricht.
Bereits
im Bundeswehr-Journal, Ausgabe Juni 2025 lässt allein die
Überschrift erkennen, dass mit der Zuwanderung aus anderen
Kulturkreisen erhebliche gesellschaftliche Risiken verbunden
sein können.
Bundeswehr-Journal:
Muslime in Deutschland: Islam-Studie schlägt Alarm. Jeder fünfte
in Deutschland lebende Muslim mit Migrationshintergrund weist
eine emotionale Verfassung auf, die Radikalisierung begünstigt.
Das ist das beunruhigende Ergebnis einer bisher
unveröffentlichten Studie der Forschungsstelle „Islam und
Politik“ der Universität Münster.
Eine
Mehrheit dieser „Ressentiment“-Gruppe
bejaht
zum Beispiel Fragen wie die, ob der Islam „die einzige und
letztgültige politische Autorität“ sein sollte oder ob die
islamischen Gesetze der Scharia „viel besser als die deutschen
Gesetze“ seien.
Link zur Quelle
Auf der
anderen Seite haben Umfragen und Studien aufgezeigt, dass in der
Bevölkerung ebenfalls antimuslimische Einstellungen zunehmen.
Laut
repräsentativem
Motra-Monitor
(2024/25) teilen 43 Prozent der Bevölkerung antimuslimische
Einstellungen. Mehr als 28 Prozent der Befragten haben eine
manifest muslimfeindliche Haltung. Dieser Wert ist zwischen
April 2023 und Juli 2025 stetig gestiegen. 62,9 Prozent stimmen
der Aussage „Es gibt zu viele Muslime in Deutschland“ ganz oder
teilweise zu.
Link zur Quelle
In einem Artikel, der auf
"Tichyseinblick.de" vom 14. März 2026 veröffentlicht wurde,
heißt es unter der Überschrift: Extremismus-Studie für das BKA:
Jeder zweite Muslim steht radikalem Islam nahe, wie folgt:
Tichyseinblick.de:
Ein
Bericht für das Bundeskriminalamt gibt keine Entwarnung beim
politischen Islam in Deutschland. Fast die Hälfte der jüngeren
Muslime sind „islamismusaffin“, 44 Prozent aller Muslime
erwarten die Lösung für die Probleme unserer Zeit vom Islam –
nicht vom Grundgesetz. Plötzlich ist der Aufschrei groß.
Link zur Quelle
Link zur MOTRA-Monitor 2024/25 als Volltext
Schlusssatz:
Würde der Felsendom und die
Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem zerstört, dann ist damit zu
rechnen, dass die in Deutschland lebenden Muslime das zum Anlass
nehmen werden, die Kräfte des Westens dafür zu bestrafen, die an
solch einer verwerflichen Tat mitgewirkt haben. Dazu gehört auch
Deutschland.
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