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Haftgrund Flucht

Der Haftgrund »Flucht« im Sinne von § 112 Abs. 1 StPO (Voraussetzung der Untersuchungshaft; Haftgründe) ist gegeben, wenn der Beschuldigte flüchtig ist oder sich verborgen hält. Solange der Beschuldigte flüchtig ist oder sich verborgen hält, ist er dem Zugriff entzogen.

Logischerweise kann er in dieser Phase nicht vorläufig festgenommen werden. Deshalb ist der Haftgrund »Flucht« für die Polizei nur selten von selbständiger Bedeutung.

Beispiel: Nach einem Überfall auf einen Geldtransport sind die Täter entkommen. Die Polizei ermittelt, dass mit hoher Sicherheit Bodo als Täter in Betracht kommt. Bodo ist untergetaucht. Ist ein Haftgrund gegeben?

Laut Sachverhalt ist Bodo dringend eines Raubes verdächtig. Auch besteht der Haftgrund »Flucht«, denn es steht ja fest, dass Bodo untergetaucht ist. Er hält sich also verborgen.

Es fehlt auch Gefahr im Verzuge, denn Bodo kann zurzeit nicht ergriffen werden. Deshalb besteht die Möglichkeit, vor seiner Festnahme einen richterlichen Haftbefehl zu erwirken, denn ein Richter kann in dieser Phase der polizeilichen Ermittlungen einen Haftbefehl erlassen.

Aufgrund des Haftbefehls kann dann nach dem Beschuldigten gefahndet werden. Kann sein Aufenthalt im Zuge der Fahndung ermittelt oder festgestellt werden, ist der Haftbefehl zu vollstrecken. Haftbefehle hat die Polizei im Auftrage der Staatsanwaltschaft gemäß § 161 StPO (Ermittlungen) zu vollziehen.

Bei der Vollstreckung eines Haftbefehls handelt es sich nicht um eine vorläufige Festnahme. 

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