PdvT- Die Partei der vier Tugenden
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Demokrtie in der Pandemie

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Inhaltsverzeichnis

01  Demokratie in der Pandemie

02  Was ist ein Ereignis?

03  Prinzipien der Gesetzgebung

04  Die Idee der Verantwortlichkeit

05  Was ist Freiheit?

06  Futurismus oder Zukunft

07  Zurück zur Pandemie von heute

08  Was ist zu tun?

09  Die Furcht vor der Freiheit

10  Schlusssätze

 

01 Demokratie in der Pandemie

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Eine Pandemie trifft alle. Ihr ist es egal, ob Staaten mit totalitären Systemen, Entwicklungsländer, Industriestaaten oder liberale Demokratien unter ihr leiden. Alle werden von der Pandemie heimgesucht.

Auf der Website des Robert Koch Institutes (RKI) heißt es:

Was ist eine Pandemie?

Eine Pandemie bezeichnet eine weltweite Epidemie. Eine Influenzapandemie wird durch ein neuartiges Influenzavirus verursacht, das in der Lage ist, schwere Erkrankungen hervorzurufen und sich gut von Mensch zu Mensch zu verbreiten. Da dieser neue Erreger zuvor nicht oder sehr lange nicht in der menschlichen Bevölkerung vorgekommen ist, ist das Immunsystem nicht vorbereitet und daher auch nicht geschützt. Die Influenza-Pandemien des vergangenen Jahrhunderts gingen mit Erkrankungs- und Sterberaten einher, die übliche, auch schwere, Influenzawellen übertrafen. Die Weltgesundheitsorganisation weist darauf hin, dass auch ein pandemisches Virus, das bei gesunden Menschen überwiegend vergleichsweise milde Symptome verursacht, durch die hohe Zahl von Erkrankten in einem begrenzten Zeitraum die Gesundheitssysteme eines Staates überlasten könne, insbesondere in Entwicklungsländern.

Auch die Gesundheitssysteme der nachfolgend aufgeführten europäischen Länder befinden sich bereits am Rand ihrer Leistungsfähigkeit, wie das die Inzidenzwerte der letzten 7 Tage zum Ausdruck bringen:

  • Portugal – 845,8

  • Gibraltar – 685,4

  • Andorra – 572,6

  • Spanien – 550

  • Tschechien – 443,5

  • Monaco – 415,1

  • Slowenien – 413,3

  • Großbritannien – 335,5

Statista.com vom 27.01.2021

In Europa werden täglich gut 210 000 neue Fälle registriert. Seit Beginn sind ca. 725 000 Menschen an COVID-19 gestorben, aber auch mehr als die Hälfte aller bestätigten Fälle sind genesen, so zumindest die ungefähren Angaben der Johns Hopkins University, einer privaten Universität in Baltimore, im US-Bundesstaat Maryland.

Data4life: Corona-Zahlen für Europa

02 Was ist ein Ereignis?

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Bereits 2014 versuchte Slavoj Žižek in seinem Buch „Was ist ein Ereignis?“, der Frage auf den Grund zu gehen, was damit eigentlich gemeint ist, wenn wir von einem Ereignis sprechen. In Anlehnung an den Autor gehe auch ich davon aus, dass es sich bei wirklichen Ereignissen um Realitäten handelt, die eine bestehende Ordnung in ihren Grundfesten erschüttert, oder in grenzenloses Staunen versetze, wie das zum Beispiel am 21. Juli 1969 der Fall gewesen ist, als die beiden Amerikaner Neil Armstrong und Buzz Aldrin den Mond betraten und damit Geschichte schrieben. Andere Ereignisse, auch Ereignisse noch bedeutsamerer Art, verdrängen wir gerne. Aber auch an das Datum der ersten Mondbegehung durch den Menschen werden sich die meisten nicht mehr erinnern, wohl aber an die Tatsache, dass dieses Ereignis stattgefunden hat.

Wird auch die Corona-Pandemie in 50 Jahren noch so in der Erinnerung präsent sein, wie das Ereignis der ersten Mondbegehung?

Zweifel sind angebracht.

In der Onlineausgabe DER SPIEGEL vom 29.01.2021 heißt es: Der Weg aus der Jahrhundertpandemie hat begonnen.

Diese Überschrift suggeriert, dass es so eine Pandemie, gemeint ist die von heute, in den letzten 100 Jahren noch gar nicht gegeben hat. Das trifft aber nicht zu. Die Spanische Grippe, die in den Jahren 1918 bis 1920 nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika wütete, kostete mehr Menschen das Leben, als die unvorstellbar große Summe von Toten, die der Erste Weltkrieg einforderte.

Mit anderen Worten:

In den Jahren 1918/1920 tötete die spanische Grippe weltweit rund 50 Millionen Menschen. Die aktuelle COVID-19-Pandemie lässt sich somit, zumindest was die Anzahl der bisherigen Todesopfer anbelangt, mit der Anzahl der Toten der Spanischen Grippe wirklich nicht vergleichen.

Dafür aber hat das COVID-19-Virus die gesamte Weltwirtschaft mehr oder weniger lahmgelegt und dadurch eine Situation geschaffen, die es weltweit bisher wirklich noch nicht in diesem Umfang gegeben hat.

Deshalb wäre es mehr als unvernünftig, das COVID-19-Virus einfach zu verdrängen und es so zu behandeln, als gebe es dieses Virus gar nicht. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Dieses Virus und die von ihm ausgelösten Folgen zu unterschätzen, wäre wirklich ein unverzeihlicher Fehler.

Wie dem auch immer sei.

Das Virus ist auf jeden Fall ein Ereignis, dessen Dauer heute bedauerlicherweise noch nicht einmal abzusehen ist, obwohl landauf und landab eine Strategie eingefordert wird, die aufzeigen soll, wann dieses Übel denn nun endlich beendet sein wird, denn solch einer bedrohlichen und unvorhersehbaren Zukunft sollte so schnell wie möglich ein Ende bereitet werden.

Der italienische marxistische Schriftsteller, Philosoph und Aktivist in der Tradition der Autonomen, Franco Berardi (* 1948), würde das oben skizzierte Ereignis etwa wie folgt „entängstigen“:

Nie in unserem Leben haben wir einer Situation gegenübergestanden, die so voller revolutionärer Chancen steckt. Nie in unserem Leben sind wir so ohnmächtig gewesen. Nie sind Intellektuelle und Politiker so stumm gewesen, so unfähig einen Weg zu finden, der eine neue mögliche Richtung zeigen könnte.

Franco Bifo Berardi. After the Future. Oakland 2011. Seite 175

Um dann an anderer Stelle wieder realitätsbewusster zu werden, indem er sich zur Zukunft etwa wie folgt äußert:

Die Zukunft, so „Bifo“, existiert nicht mehr - heute haben wir einen Futurismus ohne Zukunft.

Seiner Überzeugung nach geht es heute in die Krise, denn die Zukunft war auf der Seite der Revolution. Die aber hat sich heut nur noch als ein großer und mächtiger Mythos erhalten können, an den nur noch wenige glauben:

Die Zukunft ist vorbei.

Warum?

Die Vergangenheit hat keine Solidarität zwischen den Menschen in den Fabriken, in den Schulen, in den Zentren geschaffen. Die neoliberale Politik ist somit gescheitert, aber die soziale Autonomie ist [dennoch] nicht entstanden.

Franco Bifo Berardi. After the Future. Oakland 2011. Seite 13

So scheint es auch in der Corona-Krise zu sein. Die neoliberale Politik stößt an ihre Grenzen, und soziale Autonomie ist weiterhin ein Fremdwort, denn helfen muss der Staat.

Wer denn sonst?

Der Gesetzgeber und die anderen politischen Verantwortung tragenden Staatsorgane, so eine weit verbreitete Erwartungshaltung, werden das schon richten. Vielleicht wäre es doch besser, diesen Satz mit einem Fragezeichen zu beenden.

Allein in NRW wurde binnen eines Jahres die Coronaschutzverordnung drei Mal neu gefasst. Auch die aktuelle Fassung befindet sich sprachlich auf einem Niveau, das sich dem normalen Lesen nicht mehr erschließt und auch Leserinnen und Leser, die an das Lesen juristischer Texte gewöhnt sind, schnell an ihre Grenzen bringt.

03 Prinzipien der Gesetzgebung

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Allein die Überschrift fordert dazu auf, sich zumindest kurz mit Jeremy Bentham (1748-1832), einem englischen Philosophen und Sozialreformer, auseinanderzusetzen, der in einem Buch mit der Überschrift „Prinzipien der Gesetzgebung“ schon vor gut 190 Jahren das niedergeschrieben hat, was heute noch gilt.

Jeremy Bentheim schreibt:

Es verhält sich mit der Regierung so, wie mit der Heilkunst: Ihre alleinige Aufgabe besteht in der Wahl der Übel. Jedes Gesetz ist von Übel, denn jedes Gesetz beschränkt die Freiheit: Die Regierung, ich wiederhole es, hat nur die Wahl der Übel.

Worauf hat sich der Gesetzgeber bei der Wahl zu besinnen? Er muss sich zweier Dinge versichern: 1) dass in jedem Falle die Ereignisse, die er zu verhindern sucht, wirkliche Übel sind; 2) dass diese Übel größer sind als diejenigen, die er anwendet, um sie zu verhindern (Seite 67).

An anderer Stelle heißt es:

Das öffentliche Wohl sei das Ziel des Gesetzgebers: die allgemeine Nützlichkeit sei das höchste Prinzip in der Gesetzgebung. Die Erkenntnis des Wohls der Gemeinschaft, von deren Interessen es sich handelt, bildet die Theorie, die Auffindung es zu verwirklichen, die Praxis.

Diesem Prinzip der Nützlichkeit, ohne weiteres ausgedrückt, wird wenig widersprochen: Man betrachtet es sogar als eine Art von Gemeinplatz in der Moral und Politik. Allein die fast allgemeine Zustimmung, die es findet, ist nur scheinbar. Man knüpft an diese Prinzipien nicht dieselben Begriffe; man gibt ihm nicht dieselbe Geltung und so sind denn auch die Folgerungen durchaus nicht einstimmig und gleichförmig (Seite 1).

Jeremias Bentham. Prinzipien der Gesetzgebung. Elibron Classics 2007

Und exakt an dieser Stelle befinden wir uns wieder im Hier und im Jetzt. Das, was der Gesetzes- und Verordnungsgeber geregelt hat, versteht der Normalbürger nicht mehr und die Vielfalt von Meinungen und Verhaltensempfehlungen werfen immer wieder die Frage auf, die da lautet:

Wer hat Recht?, verbunden mit den Vorwürfen an Verantwortung tragende Politiker, doch endlich etwas zu tun, was mehr Licht erzeugt, als eine kleine Kerze im Dunkeln eines tiefen Tunnels.

04 Die Idee der Verantwortlichkeit

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Wenn wir jemanden für etwas verantwortlich machen, so betrachten wir ihn und sein Tun im Licht von Regeln und von Vorstellungen über Sollen und Dürfen. Kündigen wir jemandem an, dass wir ihn für etwas verantwortlich machen, so sagen wir damit: "Wir werden dein Tun daran messen, ob es den Regeln entspricht, und wenn wir einen Verstoß gegen die Regeln feststellen, so werden wir dich dafür bestrafen."

Beim Maut-Desaster und bei der Wirecard-Affäre scheint diese Regel jedoch in Vergessenheit geraten zu sein, zumal es zurzeit Wichtigeres zu regeln gilt, nämlich sich darüber einig zu werden, nach welchen Regeln trotz Impfdesaster (Stillhalten, Abblocken, Wegducken) geimpft werden soll, und welches Regelwerk vorgibt, wann Kitas und Schulen endlich wieder geöffnet werden dürfen.

In Krisenzeiten sind das keine leicht zu lösenden Aufgaben, zumal der Verbreitungsgrad des COVID-19-Virus sich beharrlich weigert, Regeln überhaupt anzuerkennen. Seiner Natur entspricht es vielmehr, Verhaltensregeln zu erzwingen, die keiner will.

Die Freiheit und Unfreiheit unseres Willens spiegelt sich somit in der Art und Weise wieder, wie wir diese Zeit erleben. Die Analyse unserer Zeiterfahrung ist deshalb ein Leitfaden für das tiefere Verständnis der Erfahrung von Freiheit und Unfreiheit.

Und was die Zeit anbelangt, die erfahren wir heute anders, als das vor gut 200 Jahren der Fall war, als Jeremias Bentham über die Freiheit nachdachte.

Damals befand sich die Entwickelung einer liberalen Demokratie noch in den Kinderschuhen, denn es dauerte viele Jahrzehnte, bis ein liberaler Staat greifbare Konturen bekam. Das geschah erstmalig in der Neuen Welt, in Amerika, als sich die Vereinigten Staaten von Amerika 1776 vom Königreich England lossagten und eigene, liberale und republikanische Wege gingen, um dann später, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und erst recht nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, sich als Mutterland der liberalen Demokratie mit Sendungsbewusstsein zu präsentieren und sich so auch aufzuführen.

Dieses Sendungsbewusstsein dürfte Donald Trump nachhaltig beschädigt haben.

Wie dem auch immer sei.

Zuerst einmal soll kurz der Frage nachgegangen werden, warum Freiheit heute in Unfreiheit endet. Grund dafür ist unter anderen ein in letzter Zeit häufig verwendetes Wort.

Dieses Wort lautet:

Alternativlos.

Das bedeutet nichts anderes als: Ich oder wir können nicht anders.

Richtig ist, dass es uns unmöglich ist, im Voraus abschließend wissen zu können, was wir wollen und tun werden. Nicht deshalb, weil vieles an unserem Willen im Dunkeln liegt und uns überraschen kann (obwohl auch das wahr ist). Der Grund ist vielmehr der, dass der jeweils letzte Gedanke, in dem uns das vermeidlich abschließende Wissen vor Augen steht, durch sein Auftreten einen Willen hervorbringen kann, der dieses Wissen Lügen straft.

Peter Bieri. Das Handwerk der Freiheit. Hanser Verlag – Seite 82

Ich könnte auch etwas ganz anderes wollen, so Peter Bieri an anderer Stelle. Meine Erfahrung von Zukunft wäre dann eine ganz andere.

Und so ist es auch bei der Zukunft einer Gesellschaft.

Das Fatale am Hier und Heute ist aber, dass das COVID-19-Virus zeitlos ist und auch keine Zeit kennt. Das Virus existiert und es ist ihm völlig egal, wie unser Wille damit umgeht. Fest steht, dass wir zwar das Virus wegdenken können und meinen können, dass es gar nicht existiert. Das ändert aber nichts daran, dass es sich weiter verbreitet, und das so schnell wie möglich, denn das gehört sozusagen „zu seiner Natur“.

Was dabei im besonderen Maße schmerzt, ist die Tatsache, dass dieses Virus, obwohl es keinen Willen hat, uns einen „Willen“ aufzwingt, ob wir das nun wahrhaben wollen oder nicht.

Und das ist für den Menschen von heute eine schier unerträgliche Beeinträchtigung seiner Freiheit. Und da das Virus für seine Existenz nicht zur Verantwortung gezogen werden kann, müssen der Staat und seine Organe für die Folgen der Existenz dieses Virus verantwortlich gemacht werden, denn dem Staat muss es doch wohl möglich sein, eine Strategie zu entwickeln, wie es diesem Virus sozusagen „besorgt“ werden kann.

Seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen, das ist doch geradezu der Sinn und der Zweck eines Staates, oder etwa nicht?

Strategie, das bedeutet aber, davon ausgehen zu können, dass die Verantwortlichen über einen Masterplan verfügen, der langfristiges, aber auch kurzfristiges Handeln erkennen lässt, der sozusagen einen Durchbruch erwarten lässt, der zum Sieg führt, da er zum Handeln auffordert und der, um mit der Denkweise von Machiavelli fortzufahren, als ein erfolgversprechender Schlachtenplan, besser gesagt als eine Kriegskunst zu verstehen ist, ein todbringendes Virus endgültig besiegen zu können.

Mit anderen Worten:

Verantwortlich für Sicherheitsfragen in den liberalen Demokratien von heute sind immer die anderen, denn Verantwortung kann, wenn überhaupt, nur die eigene Lebensführung angehen, obwohl auch hinter diese Aussage dicke Fragezeichen zu stellen sind.

Warum?

05 Was ist Freiheit?

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Freiheit ist ein Zustand von vollkommener Abwesenheit von Regierung und Gesetz, und das heißt, alles, was ein Individuum wollen kann, kann es auch tun. Auch wenn sich dieser Zustand als unhaltbar erweist, wird diese Definition der natürlichen Freiheit im „Naturzustand“ zu einem regulativen Ideal: Freiheit ist idealerweise die Fähigkeit des Handelnden, zu tun, was immer man will.

Im Gegensatz zur antiken Theorie, demgemäß Freiheit nur durch tugendhafte Selbstbeherrschung zu erlangen war, definiert die moderne Theorie Freiheit als die größtmögliche Befriedigung der Begierden.

Patrick J. Deneen. Warum der Liberalismus gescheitert ist. Müry Salzmann-Verlag – Seite 76

Dieser heute gängige Freiheitsbegriff, der sich in den zurückliegenden 250 Jahren langsam, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges dafür aber um so schneller entwickelt hat , zuerst in den Köpfen der Aufklärer und seit gut 70 Jahren noch schneller in den Köpfen von Ökonomen durchgesetzt hat, unterscheidet sich grundlegend von den Freiheitsvorstellungen der Jahrtausende davor, beginnend etwa mit den großen Denkern der griechischen Antike (Sokrates, Platon, Aristoteles und anderen), deren Gedanken dann später von den christlichen Scholastikern aufgegriffen und fortgeschrieben wurden.

Hier die Kurzfassung:

Bis ins 16. Jahrhundert galt Freiheit als ein Zustand der Selbstregulierung, der das Gemeinwesen und jeden Einzelnen vor der Tyrannei bewahren sollte. Es wurde daher angenommen, dass Freiheit Disziplin und Übung und die Anerkennung einer Ordnung voraussetzte, bei der es sich zur Zeit der christlichen Denker um Gottes Ordnung handelte, die zu hinterfragen als  Gotteslästerung angesehen wurde.

Freiheit, das war ein Akt der Selbstfindung und Selbsterziehung, die hart erarbeitet werden musste. Sie setzte eine Geistesschulung voraus, die heute, man mag das bedauern, nicht mehr zum Bildungsbegriff des 21. Jahrhunderts gehört, der heute von lediglich vier Buchstaben dominiert wird: MINT.

MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Für Geisteswissenschaften ist im Lehrplan kaum noch Platz.

Wie dem auch immer sei.

Die Wurzeln des Liberalismus lagen nachweisbar in dem Bestreben, die bestehende gottgegebene Ordnung aufzubrechen, um dem Individuum die Freiheit gewähren zu können, die ihm von Natur aus zustand. Dieser im 16. Jahrhundert erstmalig gedachte Gedanke hat sich bis heute weiter entwickelt und zwischenzeitlich wohl seinen Höhepunkt erreicht, der sich wie folgt in einem Satz zusammenfassen lässt.

Der Freiheit des Einzelnen gebührt der absolute Vorrang.

Sinn von Freiheit ist es, autonome Personen zu schaffen, die einer umfassenden staatlichen Kontrolle (Zuwendung) bedürfen.

Mit anderen Worten:

Eine der Hauptaufgaben des liberalen Staates wird heute in der aktiven Befreiung der Menschen aus sämtlichen einschränkenden Verhältnissen gesehen.

Im Mittelpunkt der liberalen Theorie steht die Befreiung von dem, was die Erfüllung unserer Wünsche und Sehnsüchte natürlicherweise behindert. Und wenn dazu die Geldmittel fehlen, dann gibt es ja - Gott sei Dank - die Möglichkeit, Kredite aufzunehmen. Am besten eignen sich dazu Sofortkredite, damit sofort konsumiert werden kann, denn sparen ist heute gleich Dummheit, denn wer spart, verliert Geld. Nicht umsonst beklagen sich bereits große Versicherungen darüber, dass durch die Null-Zins-Politik sozusagen alle Sparer enteignet werden, denn Sparen wirft keinen Gewinn mehr ab.

Schulden machen.

Das scheint heute der Schlüssel für die Zukunft zu sein.

Auf die sich daraus ergebende Schuldknechtschaft, also das Ende von Freiheit, soll an dieser Stelle nur hingewiesen werden.

Das gilt sowohl für den autonomen Schuldner, als auch für den "autonomen?" Staat, und erst recht für nachkommende Generationen, denen verschwenderische Generationen Schulden hinterlassen haben, die wohl kaum jemals wieder zurückgezahlt werden können.

Aber was soll´s.

Kennzeichnend für das moderne Denken ist die Ablehnung, besser gesagt die vehemente Zurückweisung einer viele Jahrhunderte gültigen Definition von Freiheit zugunsten derjenigen, die uns heute geläufig ist.

Freiheit, diesem Wort sind, in der Bedeutung von heute, zudem ergänzende Signalwörter hinzuzufügen, die aufzeigen, was heute mit Freiheit eigentlich gemeint ist.

Freiheit ist:

Zwang zum Fortschritt und vor allen Dingen die Zwanghaftigkeit wirtschaftlichen Wachstums, denn würde das Wachstum zum Stillstand kommen, allein das würde ausreichen, liberale Demokratien zusammenbrechen zu lassen, falls dieser Stillstand längere Zeit andauern sollte.

Wachstum, das ist folglich die Droge der Freiheit von heute.

Und in diesem Sinne sind alle liberalen Demokratien „Drogensüchtige“.

Die Devise von heute lautet: Mehr ... noch mehr ... und ... immer weiter so.

Warum?

Der Liberalismus kann nur unter der Voraussetzung einer ständigen Zunahme der verfügbaren und konsumierbaren materiellen Güter und damit auch einer ständig fortschreitenden Eroberung und Beherrschung der Natur funktionieren.

Patrick J. Deneen. Warum der Liberalismus gescheitert ist. Müry Salzmann-Verlag – Seite 66

06 Futurismus oder Zukunft

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Der Futurismus ist nicht neu. Seine Anfänge dürften kaum älter als 110 Jahre zurückliegen. Er nahm seinen Ausgang im Jahr 1909, als der Italiener Filippo Tommaso Marinetti (1876 bis 1944) sein erstes „Futurist Manifesto“ veröffentlichte, dass in den avantgardistischen Kreisen überall in Europa mit Begeisterung gelesen und zu leben versucht wurde.

1909 heißt es im Manifest des Futurismus:

  • Wir erklären, dass die Herrlichkeit der Welt um eine neue Schönheit bereichert worden ist: die Schönheit der Geschwindigkeit

  • Schönheit kann es nur noch im Kampf geben

  • Wir stehen auf dem äußersten Vorgebirge der Jahrhunderte

  • Wir wollen den Krieg verherrlichen – diese einzige Hygiene in der Welt

  • Wir wollen alle nur denkbaren Museen, Bibliotheken und Akademien zerstören und gegen den Moralismus, den Feminismus und gegen jede Feigheit kämpfen, die auf Zweckmäßigkeit und Eigennutz beruht.

Und an anderer Stelle heißt es:

Wollt ihr euere besten Kräfte wirklich in dieser unnützen Bewunderung der Vergangenheit vergeuden, aus der ihr schließlich erschöpft, ärmer und geschlagen hervorgehen werdet?

1912 heißt es im technischen Manifest des selben Autors:

  • Beschleunigung des Lebens, das schon heute einem schnellen Rhythmus unterliegt

  • Abscheu vor dem Altbekannten.

  • Liebe zum Neuen und Unvorhergesehenen.

  • Abscheu vor dem stillen Dahinleben

  • Liebe zur Gefahr und Bereitschaft zum alltäglichen Heldentum

  • Zerstörung aller Jenseitsvorstellungen und gesteigerte Wertschätzung des Individuums, das sein Leben leben will

  • Vervielfältigung und Entgrenzung der menschlichen Ambitionen und Wünsche

  • Verachtung der Liebe

  • Leidenschaft, Kunst und Idealismus des Sports. Begriff des „Rekords“ und Liebe zu ihm

  • Verspottung der himmlischen Ruhe und der unantastbaren Landschaft.

Filippo Tommaso Marinetti – Manifeste des Futurismus – Matthes & Seitz – 2018 – Seite 66 ff

Und auf Seite 13 heißt es:

Wir stehen auf dem äußersten Vorgebirge der Jahrhunderte: ... Weshalb sollten wir zurückblicken, wenn wir die geheimnisvollen Tore des Unmöglichen aufbrechen wollen? Zeit und Raum sind gestern gestorben. Wir leben bereits im Absoluten, haben wir doch die ewige, allgegenwärtige Geschwindigkeit längst erschaffen.

Gut 100 Jahre später skizziert der Italiener Franco Berardi (* 1948), auch „Bifo“ genannt, eine völlig andere Vorstellung von Zukunft.

Seine radikale Zukunftsvision lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Sowohl die politische Praxis als auch das politische Denken verliert den Blick für die Zukunft. Es gerät in eine Krise. Die analytischen, psychologischen und libidinösen Strukturen der revolutionären Politik des 20. Jahrhunderts fühlten sich damals der zeitlichen Form des Futurismus verpflichtet. Die Zukunft war damals auf der Seite der Revolution. Es war ein großer und mächtiger Mythos, der Glaube an die Revolution.

Diese Zukunft ist vorbei.

Ihre letzten Kräfte wurden nicht nur durch den Finanzkapitalismus, sondern auch durch die kapitalistische Produktionsweise zerstört, deren Ziel es ist, mit ihrem expansiven Streben noch mehr Mehrwert zu erzeugen.

Franco Berardi. After the Future. AK Press. Oakland – 2011 – Einleitung

Zukunft, so heißt es bei Franco Berardi, ist heute der digitale Futurismus einer verkabelten Ideologie, die im letzten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts aufblühte. Hinzuzufügen wäre noch, dass dieser Futurismus heute bereits die ganze Welt in seinen Bann gezogen hat.

07 Zurück zur Pandemie von heute

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Wie kann es sein, dass trotz aller technischen Möglichkeiten über die Menschen heute verfügen, ein so winziger Virus, COVID-19 ist ja gut tausendmal kleiner, als ein Haar dünn ist, nicht mit gewohnter Geschwindigkeit ausgemerzt werden kann.

Das ist uns doch bei den Insekten in kurzer Zeit gelungen.

Warum dauert das bei der Beseitigung eines lästigen Virus so lange?

Fragen, nichts als Fragen.

Die Antwort lautet: Der Mensch von heute ist ratlos und staunt und erinnert sich daran, dass menschlichem Wünschen und Wollen Grenzen gesetzt sind.

Aber lange Wartezeiten, erst recht nicht beim Übertreten von Grenzen, das lässt der Zeitgeist von heute noch nicht zu. Das geht nicht. Probleme müssen sofort gelöst werden, und dafür ist der Staat zuständig.

Dessen Aufgabe ist es, mich zu schützen.

Professionell, schnell, zumutbar und am besten ohne Einschränkungen.

Das aber kann nicht funktionieren.

Warum nicht?

Ein Virus bewegt sich.

Das ist die schlichte Wahrheit.

Bewegung aber bedeutet Veränderung, und die wiederum muss bei den davon Betroffenen ein kollektives Bewusstsein auslösen, dass dieses Virus nur gemeinsam neutralisiert werden kann. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich ein Kollektiv bewusst verändern muss, um Erfolg haben zu können.

Das ist die eigentliche Bedeutung von Bewegung. Und das ist auch die eigentliche Krise, in der sich liberale Demokratien heute befinden, denn eine Bewegung, die der Krise ein Ende bereiten könnte ist das letzte, was dieses System benötigt, um überleben zu können.

Deshalb halten wir alle so krampfhaft am Status quo fest.

Diesbezüglich ist das Virus viel effektiver.

Wir wissen nämlich, dass sich das Virus jeden Tag aufs Neue verändert, und das in einem Tempo, das wir noch nie zuvor erlebt haben.

08 Was ist zu tun?

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Norwegen bewältigt die Pandemie bisher relativ gut, im europäischen Vergleich sind die norwegischen Infektionszahlen die niedrigsten des gesamten Kontinents. Nicht zuletzt, weil die norwegische Regierung nicht vor der schnellen Umsetzung strikter Maßnahmen zurückscheut. Das gilt ebenso bei der Reaktion auf die neu aufgekommene Mutante:

Um zu verhindern, dass sie sich weiter ausbreitet, macht Norwegen seine Grenzen dicht: Wer nicht im Land wohnt, darf nicht einreisen. Ausnahmen gibt es lediglich für den Warenverkehr und für das Gesundheitspersonal. Dabei handele es sich um die strengsten Einreisebeschränkungen seit März des vergangenen Jahres.

Der Tagesspiegel vom 29.01.2021. Wo die Politik gegen Corona erfolgreich ist – und wo sie versagt.

Im Gegensatz zu Norwegen wird in Deutschland diskutiert, vorgeschlagen und verworfen, Expertenrat wird eingeholt und dieser dann sofort hinterfragt, weil nicht ausreichend viele Experten aus unterschiedlichen Disziplinen gefragt wurden. Und was die Einigkeit der Lösungswege zwischen Bund und Ländern anbelangt, ist Verbindlichkeit ein Wort, nach dem erfolglos gesucht werden muss. Allein die Impfkampagne wurde auf eine Art und Weise vorbereitet, die aufzeigt, dass es einfach zu viele gibt, die sich gegenseitig im Weg stehen.

Das, was zurzeit für die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger spricht, ist ihre zustimmende Haltung zu den bestehenden Einschränkungen.

Im Politbarometer Januar II 2021 heißt es unter anderem:

Akzeptanz der geltenden Corona-Maßnahmen:

Auch die bis Mitte Februar verlängerten und weiter verschärften Corona-Regelungen werden von einer Mehrheit von 56 Prozent (plus 5 im Vergleich zu Mitte Januar) als gerade richtig angesehen, 28 Prozent (unverändert) plädieren für eine weitere Verschärfung und nur 14 Prozent (minus 4) halten sie für übertrieben. Die Anhänger der AfD sehen das als einzige Partei-Anhängergruppe ganz anders: Von ihnen halten 62 Prozent die aktuellen Maßnahmen für übertrieben.

Politbarometer Januar II 2021

Dieses Umfrageergebnis macht deutlich, dass die Stimme des Volkes nicht die Stimme von Rindviechern ist, wie Franz Josef Strauß das einmal im Bundestag gesagt hat:

Vox Populi, Vox Rindvieh! Lang ist´s her, dass ein Politiker so etwas Abschätziges über seine Wähler sagen konnte, ohne an Popularität einzubüßen. Es war - Ironie der Geschichte - die Zeit, als demokratisch gewählte Abgeordnete und Regierende noch hohe Reputation in der Bevölkerung besaßen. Denn die Bürger waren doch meist sehr einverstanden mit der Vertretung durch die von ihnen Gewählten.

Südkurier vom 24.11.2016: Populisten geben sich gerne als besonders basisnah. Stimmt aber nicht.

Ob das weiterhin für den Umgang mit der Pandemie Geltung haben wird, bleibt abzuwarten. Zumindest die "Querdenker" und auch die AfD scheinen da ganz anderer Meinung zu sein.

Vielleicht überwiegt aber auch in den noch vor uns liegenden Monaten die Furcht vor der Freiheit.

09 Die Furcht vor der Freiheit

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1941 erschien in New York ein auch heute noch viel gelesenes Buch von Erich Fromm, das in der deutschen Übersetzung den Titel „Die Furcht vor der Freiheit“ trägt. Das aber ist eine nicht nachvollziehbare Fehlübersetzung des Originaltitels, der da lautet: „Escape from Freedom“, also „Flucht aus der Freiheit“.

Diesem Originaltitel lassen sich auch die folgenden Zitate besser zuordnen, die Antwort auf die Frage geben könnten, was aus der Sicht von Erich Fromm „Freiheit“ für den heutigen Menschen bedeuten könnte.

Er [der Mensch] hat sich von äußeren Fesseln befreit, die ihn daran hindern könnten, das zu tun und zu denken, was er für richtig hält. Er möchte die Freiheit haben, nach seinem Willen zu handeln, wenn er nur wüsste, was er will, denkt und fühlt. Aber eben das weiß er nicht. Er richtet sich dabei nach anonymen Autoritäten und nimmt ein Selbst an, das nicht das seine ist. Je mehr er das tut, um so ohnmächtiger fühlt er sich, um so mehr sieht er sich gezwungen, sich anzupassen. Trotz allem dick aufgetragenen Optimismus und trotz aller äußerlichen Initiative ist der heutige Mensch vom Gefühl einer tiefen Ohnmacht erfüllt, so dass er wie gelähmt herannahenden Katastrophen entgegenstarrt.

Erich Fromm. Furcht vor der Freiheit. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart 1983 – Seite 219

Untersucht man, so Erich Fromm, die psychologischen Reaktionen einer Gesellschaftsgruppe, so hat man es mit der Charakterstruktur der Mitglieder dieser Gruppe, d.h. mit individuellen Personen zu tun. Wir interessieren uns hier jedoch nicht so sehr für die Besonderheiten, durch welche sich diese Personen voneinander unterscheiden, sondern für den Teil ihrer Charakterstruktur, welcher den meisten Mitgliedern der Gruppe gemeinsam ist.

Erich Fromm. Furcht vor der Freiheit. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart 1983 – Seite 237

Erich Fromm bezeichnet diesen Charakter als Gesellschafts-Charakter, denn diesen Begriff versteht er als einen Schlüsselbegriff für das Verständnis von Gesellschaftsprozessen überhaupt, denn dieser Gesellschafts-Charakter ist dynamisch und unterliegt einem ständigen Anpassungsprozess an bestehende menschliche Bedürfnisse.

Und, was wesentlich ist:

Dieser Gesellschafts-Charakter bestimmt dann seinerseits nachhaltig das Denken, Fühlen und Handeln des einzelnen Menschen in einer Gesellschaft.

Wir sollten uns darauf einigen, dass das COVID-19-Virus nicht nur Veränderungen in unserem Denken einfordert hat, sondern auch in Zukunft einfordern wird, weil auch dann, wenn das Virus "besiegt" sein sollte, was durchaus in Zweifel gezogen werden kann, nachhaltige Verhaltensänderungen erforderlich sein werden.

Darüber aber wird zurzeit noch nicht diskutiert. Vielleicht ist es dazu ja auch noch zu früh.

Die Zeit wird es schon bringen.

Nach der Bundestagswahl 2021, denn Politiker, die dem Volk die Wahrheit sagen, haben keine Aussicht, gewählt zu werden.

10 Schlusssätze

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Am 8. Juni 1987 hielt Aleksandr Solschenizyn in der Harvard-Universität einen Vortrag zu folgendem Thema:

Eine gespaltene Welt

Wenn die Welt nicht an ihr Ende gekommen ist, so steht sie doch vor einer großen Wende in der Geschichte, die in ihrer Bedeutung der Wende vom Mittelalter zur Renaissance gleichkommt. Sie wird von uns einen geistigen Aufschwung verlangen, wir werden uns auf eine neue Höhe der Vision erheben müssen, auf eine neue Ebene des Lebens, wo unsere physische Natur nicht verflucht wird wie im Mittelalter, aber, was noch wichtiger ist, unser geistiges Wesen nicht mit Füßen getreten wird wie in der Moderne.

Dieser Aufstieg wird dem Aufstieg auf die nächste anthropologische Stufe ähnlich sein.

Keiner auf der Erde hat einen anderen Weg übrig als - nach oben.

https://www.solzhenitsyncenter.org/a-world-split-apart (Übersetzung von mir)

2011, also gut 25 Jahre später, heißt es bei Franco Beradi in seinem Buch „After the Future“ wie folgt:

Die Zukunft hat uns im Stich gelassen. Unsere Verantwortung ist es nun, zu entscheiden, was als Nächstes kommt.

Zukunft, das ist die Ankündigung von etwas ganz Wichtigem.

Aber:

Die Wahrnehmung der Zukunft verändert sich, denn die Zukunft ist keine natürliche Dimension des Verstandes, sie ist vielmehr eine Projektion, eine Vorstellung, eine mit Wünschen angereicherte Imagination, die sich zudem von Tag zu Tag ändern kann, denn sie unterliegt dem Wandel der Kulturen, in denen vorausschauend gedacht wird.

Die Zukunft ist der Raum, den wir noch nicht kennen, den wir erst noch entdecken und ausfüllen müssen.

Natürlich wissen wir [auch], dass eine Zeit nach der Gegenwart kommen wird, aber wir erwarten nicht, dass sie die Verheißungen der Gegenwart erfüllen wird.

After the Future. Franco Berardi. AK Press Oakland 2011, Seiten 24 und 25 (Übersetzungen aus dem Englischen von mir).

Der „Zeitgeist von heute“ legt die Vermutung nahe, dass sich die liberale Demokratie in einer Krise befindet, nicht erst seit der Pandemie.

Die korrekte Frage würde aber lauten:

Welche Krise?

Auch wenn hier sprachlich der Singular verwendet wird, dürfte dennoch deutlich werden, dass es der Krisen viele gibt ... zu viele.

Diese Thematik wird auf dieser Website im Monat März 2021 erörtert.

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