PdvT ..... Die Partei der vier Tugenden 

Die Gülle und die PdvT

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01 Die Gülle und die PdvT
02 Presseberichte zur Gülle
03 Expertengutachten zum Grundwasserschutz
04 Reduzierung von Gülle und deren Folgen
04.1 Produktionsausfälle sind nicht zu erwarten, weil .....
04.2 Was zu erwarten ist?
04.3 Reduzierung des Viehbestandes
04.4 Reduzierung von Futter, Medikamenten und Einkommen
04.5 Erhöhung der Verbraucherpreise
04.6 Die Sicht der PdvT
05 Landwirtschaft ist keine Industrie
06 Kluger Umgang mit Gülle
07 Gerechter Umgang mit Gülle
08 Mutiger Umgang mit Gülle
09 Maßhalten und Gülle?
10 Quellen

01 Die Gülle und die PdvT

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Sie werden sich vielleicht fragen, warum die Gülle für die PdvT eine so besondere Substanz ist. Die Frage ist leicht zu beantworten: Gülle gibt es im Kreislauf der Natur nicht.

Mit anderen Worten:

Gülle ist ein Produkt der Industrialisierung der Landwirtschaft.

So weit, so gut. Was zur Gülle noch zu sagen ist, das setzt nach dem Selbstverständnis der PdvT voraus, zu wissen, wie eine industrialisierte Landwirtschaft heute funktioniert und warum ihre Art des Produzierens heute zunehmend zu einem gesellschaftlichen Problem wird.

Für die PdvT ist die folgende Aussage wahr und unumstößlich richtig.

Das für das Überleben der Menschen bedeutsamste Produktionsmittel ist ohne Frage der Grund und der Boden. Das ist der Lebensraum von Tieren, Pflanzen und Menschen. Deshalb ist es für die PdvT bedeutsam, der Frage nachzugehen, was für eine Bedeutung Grund und Boden für die Überlebensfähigkeit von Kulturen hat?

Die vorläufige Antwort lautet:

Mit relativ großer Wahrscheinlichkeit lässt sich die wahrscheinliche Zukunft einer Gesellschaft vorhersagen, wie sie mit ihrem Grund und Boden umgeht, denn dieses  „Produktionsmittel" lässt sich nicht beliebig erweitern oder optimieren, höchstens so lange auszubeuten, bis die Vitalkräfte des Bodens aufgebraucht oder zerstört worden sind.

Und im Zusammenhang mit der Nutzung von Grund und Böden durch die Landwirtschaft heißt es bereits bei Ernst F. Schumacher:

„Der Bauer wird einfach als Produzent betrachtet, der seine Kosten vermindern und seine Leistungsfähigkeit mit allen möglichen Mitteln steigern muss, selbst wenn er damit – für den konsumierenden Menschen – die Gesundheit des Bodens und die Schönheit der Landschaft zerstört, und selbst wenn das Endergebnis die Entvölkerung des Landes und die Überfüllung der Städte ist.“ [En01]

Diese Zeilen stammen aus dem Jahr 1973.

Aus Sicht der PdvT gibt es neben der Gülle kaum eine andere Substanz, von Pestiziden einmal abgesehen, um aufzeigen zu können, wie schnell die Klugheit von Landwirten degenerieren kann und wie schwer es ist, den Dummheiten von gestern und den dadurch ausgelösten Prozessen wieder eine Richtung zu geben, die klug, gerecht, mutig und maßvoll wäre.

Die PdvT weiß, dass es sich bei der Gülle um ein „Problemprodukt“ ganz besonderer Art handelt, mit dem wir nicht nur unsere Umwelt, sondern insbesondere auch die Wiesen und Felder und sogar das Grundwasser in besorgniserregender Weise nicht nur bereits nachhaltig geschädigt haben, sondern diese natürlichen Ressourcen auch weiterhin beschädigen.

Bekannt ist auch, dass die auf Wiesen und Felder aufgebrachten Fäulnisbakterien nicht nur vom Wind verweht, sondern auch Ammoniak freisetzen und vor allen Dingen den immer noch in den Böden vorhandenen Kleinstlebewesen sogar den Lebensraum stehlen, ohne die gesunde Humusböden gar nicht denkbar sind.

Aber was ist heute denn schon noch gesund?

Auf diese Frage kennt auch die PdvT keine zufriedenstellende Antwort.

Etwa 27 Millionen Schweine und fast 13 Millionen Rinder produzieren mehr als 200 Millionen Tonnen Gülle in Deutschland, und das pro Jahr. Und diese Gülle muss irgendwo bleiben.

Wo?

Auf landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Ohne Massentierhaltung wäre so viel Gülle gar nicht denkbar.

Weitaus unglaublicher ist aber die Tatsache, dass es Gülle in der Natur sozusagen gar nicht gibt, denn bei der Gülle handelt es sich um die Vermischung von Harn und Kot. Solche Verbindungen können nur zustande kommen, wenn Tiere "professionell" gehalten werden.

Mit anderen Worten:

Nur Tiere, die auf der der Stelle stehen und auf Spaltböden gehalten werden, die sowohl Harn als auch Kot zusammenfließen lassen, so dass daraus Gülle entstehen kann, die dann in großen Sammelbehältern vorgehalten werden, können sich die Mengen an Gülle sammeln, die gerade beschrieben Wurde.

Eine Vermischung von Kot und Harn ist aber ein unnatürlicher Vorgang, den es über Jahrtausende nicht gab und den es in der Natur auch nicht gibt, es sei denn, der Mensch schafft dafür die dafür erforderlichen Gegebenheiten:

Ställe mit Spaltböden, die es aber in der Natur nicht gibt.

Und das es Gülle in der Natur nicht gibt, das hat einen guten Grund, denn alle Pflanzenfresser benötigen gesunde Böden für ihre gesunde Ernährung, so dass das, was Tiere den Böden entnehmen, von ihnen den Böden auch zurückgegeben werden muss.

Kot nach hinten und Harn nach vorn, oder zumindest so weit entfernt vom Kot, dass beides keine Symbiose bilden kann, so hat das die Evolution geregelt.

Deshalb geben pflanzenfressende Tiere ihre Ausscheidungen ja auch in optimal verwertbarer Form wieder an die Böden zurück. Und auch wenn das in großen Mengen geschieht, richtet diese Art der natürlichen Düngung keinen Schaden an.

Als Beispiel seien an dieser Stelle nur die riesigen Büffelherden in den Prärien des mittleren Westens aufgeführt, die noch vor gut 150 Jahren in unvorstellbar großer Anzahl dort lebten. Was sie hinterlassen haben, nachdem der Mensch sie sozusagen ausrottete, ist eine der fruchtbarsten Regionen in den USA, denn Kot und Urin wurden getrennt an den Boden abgegeben. Insoweit ist Mist auch etwas ganz anderes als Gülle, denn in Ställen, in denen Mist erzeugt wird, nehmen Kot und Harn getrennte Wege.

Harn wird zur Jauche und Kot kommt, in Verbindung mit Stroh, Pflanzenresten, Unkraut oder auch Laub sozusagen auf den Misthaufen.

Gülle sieht die Natur nicht vor.

Das ist wahr, und wahr ist auch, dass von Unnatürlichem mehr Gefahren ausgehen müssen, als das bei Natürlichem in der Regel der Fall ist. Diese Logik entspricht dem gesunden Menschenverstand.

Warum, so fragt sich nicht nur der interessierte Laie, kann aus einem Stoff, dessen Ausgangsmaterial natürliche Stoffe sind, etwas so Gefährliches werden, wie das bei der Gülle der Fall ist.

Die Erklärung hierfür ist einfach.

Die Rinder und Schweinezucht wurde optimiert.

Tiere wurden industriell gehalten, um die Produktivität der Tiere zu verbessern, denn:

Denn: Die industrielle Nutzung der Landwirtschaft muss sich lohnen.

Ohne Gewinne und ohne Produktionsoptimierung keine Industrie.

Und da Arbeitskosten einzusparen sind, um Produktionsvorgänge optimieren (wirtschaftlicher werden zu lassen), wurde es ebenfalls erforderlich, Personal einzusparen.

Und das wiederum geht nur durch den optimierenden Einsatz von Technik.

Die Tiere werden deshalb heute auf Spaltenböden gehalten.

Sie müssen in ihren eigenen Fäkalien ruhen.

Stroh bekommen sie nur selten zu Gesicht.

Und was dann mit ihren Exkrementen geschieht, das lässt sich schnell zusammenfassen.

Daraus entsteht Gülle.

Und diese Zusammenführung von Harn und Kot, das macht heute zunehmend Probleme, denn die ursprüngliche Haltung von Nutztieren erfolgte auf Stroh oder im Freien, wo sie ihre Ausscheidungen sozusagen einer dankbaren Umwelt oder einem Misthaufen zugeführt wurden.

Anders ausgedrückt.

Erst mit der Einführung der Spaltenböden wurde statt der Trennung von Kot und Harn der Tiere ein Kot-Harn-Gemisch erzeugt, dass als Gülle bezeichnet wurde und das heute in den Mengen, wie es erzeugt, vorgehalten und auf Wiesen und Felder aufgebracht wird, zu einem echten Problemstoff geworden ist, obwohl diese Sichtweise nicht von allen geteilt wird.

Vorzugsweise nicht von denen, die Gülle produzieren und nutzen.

In den Beratungsunterlagen für den ökologischen Landbau der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft aus dem Jahr 2003 heißt es zum Beispiel in der Zusammenfassung:

"In der kurzfristigen Stickstoffwirkung ist Gülle dem Stallmist mit Jauche und besonders dem Tiefstallmist infolge höherer Gehalte an schnell verfügbarem Ammonium-N überlegen. Damit steigen die Möglichkeiten von Güllebetrieben, die Entwicklung ihrer Kulturen zu fördern und Qualitätsansprüchen mehr zu entsprechen. In Hinblick auf die Bodenfruchtbarkeit liegt bei einer gesamtbetrieblichen Betrachtung die Humuswirkung beider Düngerformen gleich hoch. Im Grünland wurde nach gewiesen, dass in Güllebetrieben mehr Regenwürmer vorkommen als in Betrieben mit Stallmist. Vergleichbare Reaktionen sind auch auf Ackerflächen zu erwarten. Grundwasser kann durch Nitrateintrag von Güllebetrieben etwas stärker gefährdet werden als von Stallmistbetrieben, weil der leicht verfügbare Ammonium-N im Boden schnell in Nitrat umgewandelt wird. Das konkrete Ausmaß der Gefährdung im Einzelbetrieb hängt stark von dessen Produktionstechnik ab. Im Potential an bodenversauernden Ammoniakemissionen liegt zwischen beiden Düngerformen im Ackerbau kein Unterschied vor, im Grünland können je nach Ausbringung in Güllebetrieben etwas höhere Emissionen anfallen. In dem geringen Beitrag der Landwirtschaft zur Klimaerwärmung und zum Abbau des Ozonschilds bestehen zwischen beiden Düngerarten keine Unterschiede. Der vorliegende Vergleich stellt die traditionelle Abneigung gegen Gülle im ökologischen Landbau infrage. Sie hat für Betriebe als vielseitig und gezielt einsetzbares Betriebsmittel Vorteile, trägt über die bessere Förderung der Regenwürmer mehr zur Bodenfruchtbarkeit bei, belastet jedoch das Grundwasser mehr als Stallmist.“ [En02]

Noch einmal der Unterschied zwischen Gülle und Jauche

  • Gülle ist ein Gemisch aus Kot und Harn mit geringen Anteilen aus Einstreu und Wasser sowie deren Umwandlungsprodukte.

  • Jauche besteht vorwiegend aus Harn, Stallmist-Sickersaft, Stallreinigungswasser (eventuell auch Niederschlagswasser) und geringen Mengen an Kot- und Streubestandteilen sowie deren Umwandlungsprodukte. Mit einem Ammonium (NH4)-Anteil von ca. 90% entspricht Jauche der Wirkung von Mineraldünger.

Seit dieser Beratungsunterlage für den ökologischen Landbau der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft aus dem Jahre 2003 sind nunmehr nicht nur gut 17 Jahre vergangen, auch die Menge der jährlich von der Landwirtschaft auf Wiesen und Feldern aufgebrachten Menge von Gülle hat sich um ein Vielfaches gesteigert.

02 Presseberichte zur Gülle

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Es würde diesen Aufsatz überfordern, auch nur einen kleinen Teil der Presseberichterstattung zur Gülle an dieser Stelle auch nur aufzuzählen.

Aus Sicht der PdvT reicht es völlig aus, lediglich einen Teil der Überschriften zu zitieren.

Beispiele:

  • Düngung aus den Fugen

  • Die Intensivtierhaltung belastet Böden und Grundwasser.

  • In Deutschland werden immer mehr Felder überdüngt, wodurch sich massive Probleme für Mensch und Umwelt ergeben. Die Ursache liegt in der Massentierhaltung: Die hohe Anzahl an landwirtschaftlichen Nutztieren produziert zu viel Gülle.

  • Nitrat und Antibiotika:Wird zu viel Gülle auf dem Feld ausgebracht, hat das gravierende Konsequenzen. So dringt immer mehr Gülle ins Grundwasser ein, wodurch der Nitratgehalt des Wassers ansteigt. In vielen Regionen wird der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter Grundwasser um ein Vielfaches überschritten. Zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität müssen Wasserwerke teure Gegenmaßnahmen ergreifen. Die Kosten trägt der Verbraucher. So warnt das Umweltbundesamt vor einer möglichen Erhöhung der Trinkwasserpreise von bis zu 45 Prozent. [En03]

Trotz dieser unbestreitbaren Tatsachen stößt die neue Düngeverordnung, die sich zurzeit erneut in der Überarbeitung befindet, und deren Ziel es ist, die Düngung mit Gülle zu reglementieren, bei den davon betroffenen Landwirten auf strikte Ablehnung.

In einem Artikel auf Agradheute.de vom 18.09.2019 heißt es u.a.:

Düngeverordnung: Gülle: Neue Regeln sind Mist – Bauern in Not.

Die neue Düngeverordnung erzeugt einen Strukturbruch. Viele kleine Betriebe würden zum Aufhören gezwungen, weil sie bei gleichbleibenden Investitionen nicht mehr denselben Ertrag erwirtschaften könnten. [En04]

Und auf der Website DasErste.de vom 20.07.2017 heißt es u.a.:

Rinder, Schweine und andere Nutztiere in deutschen Ställen produzieren jedes Jahr geschätzt etwa 300 Millionen Tonnen Urin und Kot. Ein großer Teil davon fällt als Gülle an. Das Positive: Gülle ist reich an Stickstoff und Phosphor, zwei wichtigen Nährstoffen für das Wachstum landwirtschaftlicher Nutzpflanzen. Das Problem: Äcker und Wiesen können nicht unbegrenzt Gülle aufnehmen. Was die Pflanzen nicht nutzen können, versickert an ihren Wurzeln vorbei in tiefere Schichten des Bodens, landet früher oder später im Grundwasser und belastet dieses, zum Beispiel in Form von Nitrat. [En05]

Und wenn in die Suchzeile von Google das Wort Gülle eingegeben wird, dann stehen sofort 3.700.000 Einträge zur Verfügung, von denen hier nur die Überschriften von den ersten Seiten wiedergegeben werden können.

  • Zu viel Gülle auf den Feldern

  • Wohin mit der Gülle

  • Gülle belastet das Trinkwasser und erhöht die Wasserkosten.

  • Zu viel Gülle auf Feldern. Giftiges Grundwasser, giftige Luft.

  • Neue Gülleregeln sind Mist - Bauern in Not.

  • Gülle: Gold der Bauern oder Umweltdesaster?

  • Bundesinformationszentrum Landwirtschaft: Viel Vieh, (zu) viel Gülle

  • Gülle könnte Tieren im Ackerboden schaden.

  • Gülle ohne Grenzen - Zusätzliche Gülle aus den Niederlanden.

  • Gülle: Nitrat in Grundwasser und Boden.

  • Die Gülle-Flut: Gefahr für unser Trinkwasser?

  • Nitrat im Grundwasser: Deutschland im Gülle-Dilemma.

  • Wohin mit der Gülle?

  • Gülle: Was tun mit dem ganzen Mist aus der Tierhaltung?

  • Der Irrsinn mit der Gülle.

  • Zu viel Gülle auf den Feldern.

  • Gülle-Tourismus und großindustrielle Agrarwirtschaft.

  • Nitrat - die Gefahr aus der Gülle

  • Die Gülle-Katastrophe

  • Gülle: Es stinkt zum Himmel.

  • Nitrat im Grundwasser durch Überdüngung und Gülle

  • Es ist lukrativ: Wie das Geschäft mit der Gülle funktioniert.

  • Zu viel Gülle: Und ewig stinken die Felder.

  • Gülle und kein Ende.

  • Diese Überschriftensammlung sollte ausreichen, um aufzeigen zu können, dass Gülle tatsächlich ein Problemstoff ist.

Sogar aus wissenschaftlicher Sicht besteht keine ernstzunehmenden Zweifel daran, dass Politiker es für sinnvoller halten, Landwirte wider besseres Wissen dem Grundwasser und der Umwelt weiterhin großen Schaden zufügen zu lassen, als die Interessen der Landwirte zu beschneiden, wobei die PdvT unter „beschneiden“ nicht ein Wegnehmen von Besitzständen, sondern eher eine Lösung versteht, die sozialverträglich von Landwirten akzeptiert werden kann, weil sie durch die „Wiederherstellung“ einer zukunftsfähigen Landwirtschaft nicht ungebührlich in ihren Besitzständen beeinträchtigt und dadurch in existenzielle Not geraten dürfen. Das aber nur am Rande angemerkt.

Der am 30.01.2020 bekannt gewordene Vorschlag der Bundesregierung den Bauern mit 1 Milliarde Euro, verteilt auf die nächsten 4 Jahre sozusagen unter die Arme zu greifen, verkennt, dass solch eine Unterstützung kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sein dürfte, denn bei der großen Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe kommt dabei für den Einzelbetrieb kaum mehr als eine Unterstützung von 1000 Euro heraus.

03 Expertengutachten zum Grundwasserschutz

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In der von Prof. Dr. Friedhelm Taube, Universität Kiel, im Juni 2018 erstellten Expertise zur Bewertung des neuen Düngerechts von 2017 in Deutschland im Hinblick auf den Gewässerschutz [En06] heißt es zum Beispiel in der Zusammenfassung der Expertise wie folgt:

Die vorliegende Expertise umfasst eine kritische Bewertung der Reform des deutschen Düngerechts von 2017 aus Sicht des Gewässerschutzes, speziell des Grundwasserschutzes zur Trinkwassergewinnung. [...]. Sie kommt [...] zu dem Ergebnis, dass das neue Düngerecht keine nennenswerte Reduzierung der Stickstoff-Überdüngung und damit von Nitrat-Einträgen ins Grundwasser erzielen wird. Der Hauptgrund hierfür ist die weitgehende Missachtung aller agrar- und umweltwissenschaftlichen Fachempfehlungen, stattdessen lässt das neue Düngerecht folgendes zu:

Überzogene Düngebedarfe, d. h. es werden häufig Düngungshöhen zugelassen, die nicht dem Ziel einer hohen Stickstoffnutzungseffizienz entsprechen und zudem nicht eindeutig begrenzte N-Düngebedarfe.

In der Expertise wird weiterhin darüber Klage geführt, dass umweltbelastende Obergrenzen für organischen Dünger insbesondere in so genannten „gefährdeten Gebieten“ nicht vorgegeben werden, sondern „nach wie vor mit 170 kg N pro ha u. Jahr eine deutlich zu hohe Zufuhr organischer Dünger, die pflanzlich nicht ausreichend verwertbar ist“ zugelassen wird, sowie durch einen zu hohen Nährstoff-Überschüsse und damit Nährstoff-Verluste, die Umwelt belastet wird.

In diesem Zusammenhang heißt es in der Studie, dass die Nährstoffe, die Pflanzen nicht aufnehmen können, ins Grundwasser gelangen.

Wörtlich heißt es in der Studie:

Als Fazit muss festgehalten werden, dass offensichtlich nicht wissenschaftliche Evidenz und die Herausforderungen der EU-Umweltgesetzgebung bezüglich des Komplexes Wasser Richtschnur für den Geist der neuen rechtlichen Regeln zur Düngung waren, sondern bestimmte Interessen des landwirtschaftlichen Berufsstandes.

Dieses Vorgehen bestraft die guten landwirtschaftlichen Betriebe, die sich in großer Anzahl an die Regeln der wissenschaftlich basierten guten fachlichen Praxis halten und legalisiert solche, die diese Regeln bisher schon verletzen. [...]. Das langjährige Politikversagen im Bereich des Gewässerschutzes setzt sich damit fort.“

Es kann nicht Ziel dieses Aufsatzes sein, die Ergebnisse der Studie im Einzelnen zu erörtern. Aus Sicht der PdvT ist es aber durchaus vertretbar, davon auszugehen, dass, um die Verunreinigung des Grundwassers durch Gülle zu reduzieren, möglicherweise sogar gänzlich zu stoppen, das Ausbringen von Gülle auf Feldern um etwa 20 % reduziert werden muss, wahrscheinlich sogar um einen höheren Prozentwert.

Aber auch 10 % weniger Gülle auf den Feldern wäre für die davon betroffenen Landwirte eine durchaus existenzbedrohende Reduzierung.

Aber nicht nur die Landwirte hätten unter einer erforderlich werdenden Reduzierung von Gülle zu leiden, auch eine Vielzahl anderer Industriezweige mit „Landwirtschaftsbezug“ wären davon in einem erheblichen Ausmaß betroffen.

Die im Folgenden skizzierten Zusammenhänge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

04 Reduzierung von Gülle und deren Folgen

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Fragen, die die Reduzierung von Gülle betreffen, insbesondere im Hinblick auf damit verbundene umweltschädigende Folgen, können in diesem Kapitel nicht abschließend erörtert werden. Das, was bisher dazu ausgeführt wurde, muss reichen. Weitaus wichtiger dürfte es sein, sich mit den zu erwartenden Folgen der Reduzierung von Gülle auseinanderzusetzen, denn diese Auseinandersetzung wurde bisher in der Öffentlichkeit noch nicht geführt.

Dazu fehlt den Politikern schlichtweg der Mut.

Der PdvT fehlt es nicht am Mut, erforderlich werdenden einschneidenden Veränderungen sozusagen schon jetzt ins Gesicht zu schauen, denn die Krise, in der sich die Landwirtschaft, aber nicht nur die, sich befindet, ist eine dreifache Krise:

  • Die PdvT weiß, dass es so nicht weiter geht.

  • Die Krise wird immer schlimmer werden, wenn nichts getan wird.

  • Es gilt, eine neue Lebensweise zu entwickeln, die mit den wirklichen Bedürfnissen der Natur des Menschen vereinbar ist.

Diese Krise erfordert,“ so hieß es bereits 1973 bei E. F Schumacher, „ein großes Programm, nicht weil wir uns solch eine Lebensweise nicht vorstellen können, sondern weil die gegenwärtige Konsumgesellschaft sich wie ein Drogensüchtiger verhält, dem es überaus schwerfällt, sich von seiner Sucht zu lösen, ganz gleich, wie elend er sich fühlt.“ [En07]

Aber Landwirte sind doch keine Drogensüchtigen?

Oder etwa doch?

Das kommt ganz darauf an, was unter diesem Wort verstanden werden soll. Die PdvT erkennt in der Sprachfigur des „Drogensüchtigen“ im hier zu erörternden Sachzusammenhang Personen, die von der Gülle nicht ablassen können, weil ein Verzicht auf Gülle ihre Existenz bedrohen würde, was bei einem Drogensüchtigen nicht einmal dann der Fall ist, wenn er sozusagen einen „kalten Entzug“ beginnt.

Der Entzug von Gülle, um den es in diesem Aufsatz geht, hat noch nicht einmal begonnen, aber dennoch bereits dazu geführt, dass sich im Dezember 2019 Tausende von Bauern mit ihren Traktoren auf den Weg in die Bundeshauptstadt Berlin machten, um zu verhindern, dass der Stoff, von dem sie abhängig sind, nicht mehr in dem Umfang auf Felder aufgebracht werden darf, wie das bisher noch der Fall ist.

Worum geht es?

Etwa 27 Millionen Schweine und fast 13 Millionen Rinder produzieren in deutschen Ställen jedes Jahr geschätzte 300 Millionen Tonnen Urin und Kot.

Ein großer Teil davon fällt als Gülle an.

Die PdvT nimmt diese Zahlen zum Anlass für ein Gedankenspiel, wissend, dass dieses Gedankenspiel nicht um exakten Zahlen, wohl aber auf einer Größenordnung beruht, die erkennen lässt, um welche Dimensionen es bei dem Wort „Gülle“ tatsächlich geht.

Rechnung 1:

Nur noch 10 Prozent der produzierten Gülle darf auf Felder aufgebracht werden. Das würde bedeuten, dass 30 Millionen Tonnen Gülle zu viel produziert würden. Bei 20 Prozent müssten 60 Millionen Tonne Gülle weniger produziert werden. Diese Zahl ist aus Sicht der PdvT wohl mindestens die Größenordnung, um die es geht.

Rechnung 2:

300 Millionen Tonnen Gülle werden von 27 Millionen Schweinen und fast 13 Millionen Rinder erzeugt. Damit kein Überhang von Gülle entsteht, müsste also der Viehbestand reduziert werden, um Gülle nicht auf „Halde“ zu produzieren.

  • 10 Prozent weniger Schweine sind 2,7 Millionen Schweine, die geschlachtet oder exportiert werden müssten

  • 20 Prozent weniger Schweine führt zu einer Reduzierung von 5,4 Millionen Schweinen

  • 10 Prozent weniger Rinder sind 1,3 Millionen und bei

  • 20 Prozent weniger Rinder sind 2,6 Millionen Rinder in den Ställen der Landwirte.

Was das bedeutet, dafür kennt die PdvT nur ein Wort. Das wäre eine landwirtschaftliche „Revolution“, also ein Umsturz bestehender Strukturen, die, so sieht das zumindest die PdvT, gesellschaftliche Unruhen auslösen können, die sich durchaus zu einem „Volksaufstand der Landwirte“ auswachsen könnten.

Eine Revolution, so zumindest der Standpunkt der PdvT ermöglicht aber auch eine Neugestaltung, besser gesagt eine Neuordnung der Landwirtschaft in Deutschland.

Mit anderen Worten:

Eine Revolution kann auch eine Wende herbeiführen. Und dass diese Wende friedlich herbeigeführt werden kann, dafür gibt es in der jüngsten deutschen Zeitgeschichte ein überzeugendes Beispiel.

Insoweit wäre es aus Sicht der PdvT hilfreich, in den Landwirten und all denjenigen, die zumindest den aus Umweltgesichtspunkten unhaltbaren Status quo erhalten wollen, nicht die Schuldigen für den Zustand von heute zu sehen, sondern ihnen eher den Status von „Verführten“ zu gewähren, die im Glauben an den grenzenlosen Fortschritt und an ein ungebremstes Wirtschaftswachstum sich eine andere Zukunft gar nicht vorstellen können.

04.1 Produktionsausfälle sind nicht zu erwarten, weil .....

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Pflanzen sind Lebewesen, die von Natur aus nicht mehr Nährstoffe aufnehmen können, als sie für ihr optimales Wachstum benötigen. Was zu viel ist, das bleibt schlichtweg ungenutzt. Und die Stoffe, die ein Zuviel an Gülle den Pflanzen sozusagen als nicht benötigte Nährstoffe zur Verfügung stellen, die gibt der Boden dann einfach an das Grundwasser weiter, denn bleiben müssen diese überflüssigen und für das Grundwasser schädlichen Stoffe ja irgendwo, denn diese Stoffe wurden dem Boden ja zugeführt, so dass auch die Aufnahmefähigkeit der Böden schnell seine Grenze erreicht.

Die Menge von Gülle, die eine landwirtschaftliche Nutzfläche aufnehmen und im Sinne einer optimierten „Produktivität“ an dort kultivierte Pflanzen weitergeben kann, ist aber nicht nur von der jeweils aufgebrachten Menge von Gülle, sondern auch von anderen Faktoren abhängig.

Zum Einen ist es die Art des Bodens selbst. Seine „Durchlässigkeit“ (Lehmboden, Sand) spielt dabei eine wesentliche Rolle. Aber auch die Art der Nutzung dieses Bodens durch Pflanzen, die nun einmal unterschiedlich viele Mengen von „Gülle“ umweltverträglich aufnehmen und verarbeiten können, hat erheblichen Einfluss auf die höchstzulässige Düngung. Mais nimmt zum Beispiel mehr Gülle, gemeint sind die darin enthaltenen Nährstoffe auf, als das bei Getreide der Fall ist. Und was den landwirtschaftlichen Gartenbau anbelangt, kann ebenfalls davon ausgegangen werden, dass je nach angepflanztem Gemüse Gülle nur in dem Maße aufgebracht werden sollte, wie die darin enthaltenen Nährstoffe von den Pflanzen auch tatsächlich aufgenommen werden können.

Dem bereits oben zitierten Gutachten der Universität Kiel kann diesbezüglich entnommen werden, dass diese Fragen durch eine fachgerechte Analyse des Bodens in Verbindung mit den Nährstoffbedarfen angepflanzter Arten geklärt werden könnten, was aber spezielle Analysemethoden einfordert, die, sollten sie zur Anwendung kommen, dann aber wohl einer behördlichen Überwachung bedürften, damit es zu keinen „gewollten oder ungewollten“ Fehlanalysen kommt.

Mit anderen Worten:

Wird dieser Gedanke fortgeführt, dann würde die Einschränkung von Gülle, bzw. eine bedarfsgerechte Versorgung landwirtschaftlicher Flächen mit Gülle ein technisches Investitionsprogramm auslösen, das diese Gesellschaft ein großes Stück näher an das „Internet der Dinge“ heranbringen würde, denn dann würden nicht nur das eigene Heim, der eigene Herd und der eigene Kühlschrank smart, sondern auch jede Ackerkrume im Bundesgebiet, die dann, wenn der Programmierer daran denkt, womit zu rechnen ist, den Landwirt durch einen integrierten Signalgeber rechtzeitig davon in Kenntnis setzen würde, wann Gülle und wie viel Gülle aufzubringen ist.

Was dann nur noch bestimmt werden müsste, das wäre die jeweilige Feldfrucht, die auf dem jeweiligen Grund und Boden wachsen soll. Aber auch hier wird es technische Möglichkeiten geben. Etwa nach dem Motto: Wenn Sie Mais anbauen wollen, dann drücken Sie bitte auf die 1, wenn es Gerste sein soll auf die 2 und wenn es Kartoffeln sind, dann drücken Sie bitte auf die 3.

In diesem Zusammenhang gesehen hält es die PdvT für erforderlich, darauf hinzuweisen, dass die Menschheit ohne modernste digitale Technik sicherlich leben kann, ohne Landwirtschaft aber nicht. Und wenn aus Landwirtschaft Highend-Technik wird, dann ist es um die Landwirtschaft schlecht bestellt, denn dann wird der Landwirtschaft auf Dauer auch noch das letzte noch bestehende Restchen Leben entzogen, das die kultivierte Menschheit mit dem Ackerbau verbindet.

04.2 Was zu erwarten ist?

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Eine Reduzierung der Güllemenge, die alle Jahre wieder auf Felder und andere landwirtschaftlich genutzte Flächen aufgebracht wird, hat nicht unbedingt, wie bereits festgestellt, Produktionsausfälle zur Folge, denn mehr als eine 100%ige Versorgung mit „Nährstoffen“ führt bei Pflanzen zu keiner „Leistungsverbesserung“, wohl aber zu gravierenden „Lagerhaltungsprobleme“, denn die Frage, die sich bei einer Reduzierung der Gülle zwangsläufig stellt lautet:

Wohin mit der Gülle?

Mögliche Antworten auf diese Frage sind überschaubar.

Antwort 1

Gülle wird in der Hoffnung gelagert, dass sie irgendwann wieder gebraucht werden kann. Das setzt bei einer reduzierten Gülledüngung aber Lagerkapazitäten voraus, die nicht existieren und auch viel Hoffnung darauf voraus, dass die „Güllehalden“ irgendwann wieder benötigt wird, womit aber nicht zu rechnen ist.

Auch die Kohlehalden im Ruhrgebiet wurden in dieser Hoffnung angehäuft.

Antwort 2

Um überflüssige Gülle zu „neutralisieren“ wird eine Weiterverarbeitungstechnik erfunden, die es erlaubt, aus Gülle eine klimaneutrale Substanz, besser noch eine umweltverbessernde Substanz zu machen, die sozusagen alle Probleme der Umweltbelastung lösen würden. Damit ist nicht zu rechnen.

Antwort 3

Aus Gülle kann Energie gewonnen werden. Die Frage, die sich im Anschluss daran stellt, lautet aber immer noch: Wohin mit den Gärresten, bei denen es sich nicht um ein Weniger, sondern durchaus um die gleiche Größenordnung von Gülle handelt, die nach der Nutzung in einer Biogasanlage übrig bleibt.

Was eine Biogasanlage zur Verwertung von Gülle kann, das sei im Folgenden kurz aufgeführt.

In einem Artikel in Land & Forst. Nr. 28. 12. Juli 2018 lassen sich die Erfahrungen eines Landwirtes wie folgt zusammenfassen:

Wir melken 220 Kühe mit einer Leistung von durchschnittlich über 11.000 Litern, das gibt richtig gut Biogas“. [...]. Auf dem Betrieb fallen 10.000 m3 Rindergülle an.

Täglich werden etwa 30 m3 Gülle in die Biogasanlage gepumpt. Alles läuft vollautomatisch. Zwei Drittel der Tiere (Kühe plus Nachzucht) stehen im Laufstall mit Spalten, ein Drittel wird mit dem Schieber entmistet. Fünfmal am Tag wird Gülle gepumpt. Durch den Bau der 75 kW-Anlage konnte [die] Güllelagerkapazität auf dem Betrieb auf 8.400 m3 verdoppelt werden. Neben den Stromerlösen von 22,94 Cent/kW nennt der Milcherzeuger weitere positive Synergieeffekte durch den Bau der Biogasanlage: ausreichend Güllelagerraum, flüssigere Gülle (knapp 6 % TS statt vorher 8 bis 9 %), dadurch bessere Nährstoffausnutzung, Gärrestentnahme nur noch an einer Stelle statt Gülleentnahme vorher an mehreren Stellen, weniger Geruch bei der Ausbringung.

Die Fernkontrolle beugt Problemen vor. [...]: „Die Visualisierung meiner Anlage auf dem Handy ist schon sehr professionell“. Die geforderten täglichen Kontrollprotokolle lassen sich so leichter erstellen.

Über die Kosten, die aufgebracht werden müssen, um eine 75 kW-Güllebiogasanlage in Betrieb nehmen zu können, schweigt sich der Artikel aus. [En08]

Gleiches gilt im Übrigen auch für die Umweltverträglichkeit von Gärresten aus Biogäranlagen, denn auch das Aufbringen von Gärresten aus Biogasanlagen ist hinsichtlich seiner Umweltverträglichkeit durchaus bedenklich, stehen diese Stoffe doch im Verdacht, nicht nur die aus „normaler Gülle“ bekannten Stoffe, sondern zusätzlich weitere bedrohliche Krankheitskeime an die Umwelt abzugeben. [En09]

Allein das Lesen der DLG-Informationsschrift zum Thema „Gärreste im Ackerbau effizient nutzen“, macht deutlich, dass es sich bei einem Landwirt von heute eher um einen Chemiker, zumindest aber um einen Labortechniker handeln sollte, um mit Gärresten überhaupt sachgerecht umgehen zu können. [En10]

Antwort 4

Zu erwarten ist, dass weiterhin von der Vorstellung ausgegangen wird, dass nur eine technische Lösung Gülle und andere Düngemittel umweltverträglich zur Produktionssteigerung in Betracht gezogen werden kann.

Dem vermag die PdvT nicht zu folgen.

Für die „Partei der vier Tugenden“ kann es nur Aufgabe einer modernen Gesellschaft im 21. Jahrhundert sein, sich vom Fortschritts- und Wachstumsglauben, so wie er sich noch zurzeit zu behaupten vermag, zu verabschieden, um an seine Stelle mehr Freiheit, mehr Demokratie und mehr Rechtsstaatlichkeit auf der Basis eines anderen, möglicherweise aber menschlicheren Wirtschaftssystems treten zu lassen, das – und daran wird kein Weg vorbeiführen – seinen Frieden mit der Natur wird treffen müssen. Ansonsten wird es wohl nichts mit der Zukunftsfähigkeit.

Mit anderen Worten:

Eine Gesellschaft, die zukunftsfähig sein will, muss sich ändern. Und das wiederum setzt voraus, „Dem Entsetzen täglich in die Fratze sehen“ zu wollen, um diesen Satz mit dem Titel eines lesenswerten Buches, das 2019 im wbgTHEISS-Verlag erschien, aufzugreifen, und in dem ein Zitat von Max Beckmann aus dem Jahr 1918 enthalten ist, das da heißt: „Jetzt haben wir vier Jahre dem Entsetzen täglich in die Fratze gesehen.“

Das war das Entsetzen des Ersten Weltkrieges. Die Fratze von heute hat ein anderes Gesicht. Ein verlockendes Gesicht das Wohlstand und Freiheit ausdrückt, dennoch aber zunehmend sich von einem Lächeln in eine Grimasse verwandelt.

Was ist damit gemeint?

Die Menschen von heute hatten fast 50 Jahre Zeit, über das Lächeln der Werbung für grenzenloses Wachstum nachzudenken, denn seit 1972, als der Club of Rome den Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ veröffentlichte, wissen wir alle, was kommen wird.

Bedauerlicherweise haben wir uns aber lieber an das gefrierende Lächeln des Fortschrittsglaubens gewöhnt, so dass es heute als normal empfunden wird, alles so zu lassen, wie es ist, denn: Alles ist oder wird gut, zumal es für Photoshop wirklich kein Problem ist, aus einer Grimasse ein lächelndes Gesicht zu kreieren.

Dennoch:

Erneut stellt sich die Frage, die da lautet:

Kann Geld böse sein?

Oder:

Ist Reichtum nur eine Frage des Geldes?

Ein Zitat aus dem oben genannten Buch, vermag hier etwas Licht in eine durchaus komplizierte Frage zu bringen.

Dort heißt es u.a.:

Geld an sich ist weder gut noch böse. Es kommt darauf an, was man damit macht; ob man es verprasst oder für mildtätige Zwecke spendet, tödliche Waffen damit finanziert oder lebensrettende Aktionen. So sagt der Alltagsverstand - und hat recht.

An anderer Stelle heißt es:

Und wer Geld zu scheffeln versteht, erweckt den Eindruck, [....] potent zu sein. Der Sexappeal, der von reichen Männern ausgeht, steht oft in keinem Verhältnis zu ihrer physischen Erscheinung.

Und:

Als Geld entstand, gab es den Vorbehalt „es kommt darauf an, was man damit macht“ noch nicht. Zahlung hatte nur einen Zweck und Sinn: höhere Mächte zu besänftigen. Das Wort „Geld“ kommt nicht, wie viele glauben, von „Gold“; es kommt vom angelsächsischen „gilt“:

Schuld, Geschuldetes.

Gemeint war damit, das, was steinzeitliche Hominidenkollektive den übermächtigen Naturgewalten zuschulden glaubten: Opfer.

[Auch] Gilde heißt ursprünglich Opfergemeinschaft, nicht Handwerkszunft, und geopfert wurden [in vergangenen Zeiten = AR] nicht goldene oder silberne Metallscheibchen, sondern lebendige Wesen, und zwar gerade die unentbehrlichsten: eigene Stammesgenossen und gezähmte Großtiere.

Warum tat man so etwas?

Warum versuchte man, die schrecklichen Naturgewalten zu besänftigen, sich ihr Wohlwollen zu erkaufen, indem man selbst Schreckliches beging und ausgerechnet Lebewesen schlachtete, die einem am nächsten waren? [En11]

Dieser Frage kann hier nicht weiter nachgegangen werden, denn das Zitat sollte nur dem Zweck dienen, aufzuzeigen, das Geld und Opfer keine Widersprüche sind. Und dass heute keine Menschen mehr geopfert werden, das ist in unserem Kulturkreis so, während Tiere heute täglich zu Tausenden in den Schlachthöfen industriell geschlachtet werden. Auch das dürfte unbestreitbar sein.

Dennoch:

Opfer wird diese Gesellschaft auf vielfältige Art und Weise bringen müssen, um die zu erwartenden Naturgewalten der nahen Zukunft noch für Menschen erträglich zu machen, die heute sogar von Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache an das Volk als eine „Menschheitsaufgabe“ beschrieben hat.

Die Kanzlerin sagte u.a.:

Wir brauchen mehr wie je den Mut zu neuem Denken, die Kraft, bekannte Wege zu verlassen, die Bereitschaft, Neues zu wagen, und die Entschlossenheit, schneller zu handeln. In der Überzeugung, dass Ungewohntes gelingen kann, und gelingen muss, wenn es der Generation der heute jungen Menschen und ihren Nachkommen noch möglich sein soll, auf dieser Erde gut leben zu können. Die Erwärmung unserer Erde ist real, sie ist bedrohlich, sie und die uns aus der Erderwärmung erwachsenen Krisen sind von Menschen verursacht. Also müssen wir auch alles menschlich Mögliche unternehmen, um dieser Menschheitsherausforderung zu bewältigen. Noch ist das möglich.“ [En12]

Und auch in der Generaldebatte im Bundestag sagte die Kanzlerin bereits im September 2019:

Klimaschutz ist eine Menschheitsaufgabe.

Wenn wir den Klimaschutz vorantreiben, wird es Geld kosten - dieses Geld ist gut eingesetzt. Denn es würde mehr kosten, den Klimaschutz zu ignorieren.“ [En13]

Die PdvT stimmt dieser Analyse der Bundeskanzlerin vollumfänglich zu, obwohl das Wort „Klimahysterie“ im Januar 2020 zum Unwort des Jahres 2019 gekürt wurde. Mit dem Ausdruck würden „Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und Debatten diskreditiert“, hieß es zur Begründung. Damit muss eine Demokratie fertig werden, mit Kritik und auch mit populistischen Parolen. Eine Gesellschaft, die das nicht schafft, hat sich bereits aufgegeben. [En14]14

Und mit dem „Problemstoff Gülle“ muss eine Gesellschaft natürlich auch fertigwerden, denn dabei handelt es sich, zumindest sieht das die PdvT so, doch wohl eher um ein überschaubares und lösbares Problem, auch wenn die Aufregung von heute den Eindruck erweckt, dass die Demokratie nachhaltigen Schaden nimmt, wenn man ihr die Gülle nimmt (beschränkg).

Deshalb hat die PdvT auch keine Probleme damit, zu sagen, was für „Opfer“ erforderlich werden, um diese Gesellschaft wieder zumindest zukunftstauglich machen zu könnten.

Welche „Opfer“ beim Umgang mit der Gülle zu bringen sein werden, das soll im Folgenden kurz skizziert werden.

Nur zur Erinnerung:

  • 10 % weniger Gülle = 30 Millionen Tonnen weniger Gülle

  • 20 % weniger Gülle = 60 Millionen Tonnen weniger Gülle

Wahrscheinlich wird die Reduzierung darüber hinausgehen, wenn wirklich nachhaltig dem Grundwasser keine weiteren Schäden zugefügt werden, und vermieden werden soll, dass von der EU Bußgelder in Höhe von bis zu 850 Millionen Euro täglich verhängt werden können, sollte die Bundesrepublik nicht dazu in der Lage sein, die Verschmutzung des Grundwassers durch Nitrate nachhaltig zu reduzieren.

Übrigens:

Sollte es zu Bußgeldern in dieser Höhe kommen, würde das bedeuten, dass innerhalb von 10 Tagen Bußgelder in Höhe von 8,5 Milliarden Euro an die EU zu zahlen wären. Im Vergleich zu den von der Bundesregierung zugesagten Ausgleichshilfe für Landwirte in Höhe von 1 Milliarde verteilt über die nächsten 4 Jahre, wird deutlich, wie leicht es ist, Politik als einen "schlechten Scherz" zu entlarven.

Das aber nur am Rande angemerkt.

Unbestreitbar ist, dass der Schutz des Grundwassers notwendig ist, denn sauberes Wasser, das ist ein Grundrecht, auch wenn dieses Grundrecht nicht im Grundgesetz steht.

Anders ausgedrückt:

Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht. Am 28. Juli 2010 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit der Resolution 64/292 das Recht auf Wasser als Menschenrecht anerkannt. Die Resolution ist mit 122 Mitgliederstimmen angenommen worden. 41 Staaten haben sich ihrer Stimme enthalten.

Außerdem sind andere Menschenrechte ohne das Recht auf Wasser gar nicht vorstellbar. So ist zum Beispiel das Recht auf Leben ohne Wasser nicht möglich oder das Recht auf Nahrung und der Schutz vor Hunger schließt Wasser natürlicherweise ebenfalls mit ein und nicht zuletzt ist das Recht auf Gesundheit und körperliche Unversehrtheit und eine angemessene medizinische Versorgung (fast) nicht ohne sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen zu erreichen. [En15]

04.3 Reduzierung des Viehbestandes

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Eine Reduzierung von Gülle in der Größenordnung von 10% (= 30 Mio. Tonnen) oder 20% (= 60 Mio. Tonnen) lässt sich nur dadurch dauerhaft gewährleisten, indem der Viehbestand, der solch eine Menge von Gülle „erzeugt“ entsprechend reduziert wird.

Das würde bedeuten, dass:

  • 20 Millionen Schweine um 2 Millionen Schweine reduziert werden müssten (10%).

  • 20 Millionen Schweine um 4 Millionen Schweine reduziert werden müssten (20%).

  • 13 Millionen Rinder um 1,3 Millionen Rinder reduziert werden müssten (10%).

  • 13 Millionen Rinder um 2.6 Millionen Rinder reduziert werden müssten (20%).

Was für wirtschaftliche Auswirkungen das haben würde, das lässt sich nur erahnen. Nicht nur der Fleischmarkt käme aufgrund des Überangebots von Fleisch sozusagen in Schwierigkeiten, auch die Tierschützer würden solche „Schlachtorgien“ auf den Plan bringen, obwohl sie selbst, zumindest mehrheitlich, Fleisch essen.

Was aber weitaus folgenschwerer als der Protest von Tierschützern wäre, ist die damit verbundene Existenzbedrohung für davon betroffene Landwirte.

Aber nicht nur für die Landwirte.

04.4 Reduzierung von Futter, Medikamenten und Einkommen

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Auch die Futtermittelindustrie wäre im gleichen Umfang von der nachlassenden Nachfrage für ihre Produkte durch die Reduzierung des Aufbringens von Gülle erheblich betroffen, denn 10 oder 20 Prozent weniger Nachfrage nach Viehfutter, das ist mehr als bloß eine kleine Rezession, das ist durchaus existenzbedrohend.

Vergleichbares gilt selbstverständlich auch für den Rückgang von Medikamenten, die zur „Gesundhaltung von Vieh im erheblichen Umfang“ benötigt werden, um Tiere leistungsfähig zu machen und zu halten, um die industriellen Produktionsansprüche sichern zu können, denn vielen Nutztieren wird im Laufe ihres kurzen Lebens oft nicht einmal gestattet, eine Wiese oder eine Suhle kennen zu lernen.

Und wenn weniger Medikamente verabreicht werden müssen, weil Stallhaltung Krankheiten befördert, dann hat das natürlich auch Auswirkungen auf den tierärztlichen Berufsstand.

Mit anderen Worten:

Weniger Gülle hat eine Vielzahl von Problemen zur Folge.

Und natürlich lässt dann auch die Nachfrage nach technischen Großgeräten nach, die benötigt werden, um im industriellen Ausmaß Gülle auf die landwirtschaftlichen Nutzflächen aufbringen zu können. Solche Geräte können sich viele Landwirte nur dadurch leisten, indem sie sich verschuldet haben, darauf vertrauend, dass durch die damit möglich werdende Expansion ihre Produktion, die mehr Einkünfte verspricht, die vorgenommenen Investitionen sich rechnen werden.

Das könnte sich als ein Irrtum erweisen, denn die Ställe und vieles andere mehr wären nicht mehr ausgelastet. Gewinneinbußen wären unvermeidbar, trotz gleichbleibender Kosten für die Amortisierung der Darlehen, die nunmehr kaum noch finanziert werden kann, weil nunmehr alles sozusagen eine Nummer zu groß geworden ist.

Kurzfassung:

Aus verschuldeten Landwirten würden Schuldknechte, denn die Rechte von Kreditgebern bleiben vollumfänglich bestehen. Bekanntermaßen ist ja nichts besser im bundesdeutschen Rechtssystem geschützt, als das Eigentum, hier zu verstehen im Sinne des Schutzes von Kapital.

Wer sich Geld geliehen hat, muss es zurückzahlen, und wer das nicht kann, der muss mit Pfändungen rechnen.

04.5 Erhöhung der Verbraucherpreise

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Um all das vermeiden zu können, steht den Landwirten nur eine Option zur Verfügung, die entstandenen Verluste an den Endverbraucher weiter zu geben, womit dann das Problem der Reduzierung von Gülle wieder dort angekommen ist, wovor sich Politiker fürchten wie der Teufel vor dem Kreuz. Gemeint ist hier nicht das Kreuz des Gekreuzigten, sondern das Kreuz auf dem Wahlzettel, denn der Verbraucher, der auf einmal 10 bis 20 % mehr ausgeben muss für das, was vorher alles so preiswert war, der neigt erfahrungsgemäß dazu, seinen Frust an denjenigen weiterzugeben, der dafür verantwortlich ist, und das sind: die Politiker.

04.6 Die Sicht der PdvT

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Die PdvT weiß, dass die Herausforderungen, die mit dem Wort „Gülle“ unweigerlich verbunden sind, Veränderungen erforderlich machen, die einer Revolution gleichen werden. Die können aber nur dann gewaltfrei ablaufen, wenn ein gemeinsamer Wille dazu vorhanden ist, an dem es zurzeit mangelt.

Was zurzeit fehlt, das sind auch konkrete Vorstellungen, wie diese Veränderungen aussehen sollen und was für ein Lebensstil in Zukunft als ein zeitgemäßer Lebensstil angesehen werden kann.

Zurzeit scheint lediglich folgende Vorstellung mehrheitsfähig zu sein:

Änderungen sind notwendig, aber nur bei anderen.

Das ist ein Irrtum, den es zu beseitigen gilt.

Und wer glaubt, dass es sich beim umweltschonenden Gebrauch von Gülle ja auch nur um ein Randproblem handelt, das eigentlich nur die Landwirte betrifft, der irrt ebenfalls.

Warum?

Waren noch zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, also im Jahr 2000, noch gut 38 Prozent der Erwerbstätigen in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben tätig, sank mit zunehmender Industrialisierung und mit der Entwicklung des Dienstleistungssektors der landwirtschaftliche Erwerbstätigenanteil kontinuierlich.

Anfang der 50er Jahre waren noch 24 Prozent der Erwerbstätigen in der „Landwirtschaft“ tätig, während im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts der Anteil auf etwa 2 Prozent sank. 2017 lag der landwirtschaftliche Erwerbstätigenanteil sogar nur noch bei 1,4 Prozent. [En16]

Gleichzeitig mit dieser strukturellen Veränderung der „Landwirtschaft“ nahm die Technisierung und die Industrialisierung in diesem Bereich zu, so dass trotz umfangreicher Arbeitsplatzverluste eine enorme Produktivitätssteigerung erzielt werden konnte, wofür der zunehmende Grad an Rationalisierung gesorgt hat, der den Produktionsfaktor Arbeit zunehmend durch den Produktionsfaktor Kapital ersetzte, denn technische Innovationen und rationales Produzieren durch den Einsatz von Technik ist teuer.

Und dass diese, durchaus als revolutionär zu bezeichnenden Veränderungen in der Landwirtschaft bereits vor Jahrzehnten auf erhebliche Widerstände trafen, das soll an dieser Stelle an dem so genannten Mansholt-Plan aus dem Jahr 1968 aufgezeigt werden, in dem der niederländische Agrarkommissar und Vizepräsident der Kommission Sicco Mansholt seinen Plan für eine zukunftsfähige europäische Agrarpolitik öffentlich machte.

In der Ausgabe des Spiegels 51/1968 heißt es dazu u.a.:

Um darüber hinaus die Landwirtschaft „aus den Fesseln einer überalterten Struktur“ zu befreien, will Mansholt 2,5 Millionen Bauern zu Industriearbeitern umschulen lassen. Weitere 2,5 Millionen Landwirte sollen mit Staatspensionen bis zu 4000 Mark pro Kopf und Jahr aufs Altenteil.

Bauernhöfe mit zwei bis drei Milchkühen, die heute in weiten Teilen der EWG noch die Regel sind, sollen in Zukunft keine Überlebenschance mehr haben. Spätestens bis 1975 will Mansholt sämtliche Zuschüsse für Höfe, die weniger als 40 bis 60 Milchtiere halten, streichen. Wer Schlachtvieh mästet, soll nur noch dann mit staatlicher Unterstützung rechnen dürfen, wenn er 200 bis 250 Kühe oder Ochsen im Stall nachweisen kann.

Ziel des Mansholt-Plans war es:

Statt winziger Zwergbauernhöfe (durchschnittliche Größe in der EWG heute [gemeint ist damals]: 11 Hektar) soll es im Europa der achtziger Jahre nur noch landwirtschaftliche Großbetriebe mit 80 bis 100 Hektar geben. Auf diese Weise hofft der Agrarkommissar, am Ende sogar sämtliche Subventionen für die Landwirtschaft sparen zu können. Mansholt: „Der rationell geführte Großbetrieb der Zukunft braucht keine Zuschüsse mehr.“ [En17]

Reaktionen folgten auf der Stelle:

Mansholt wurde mit der Begründung zum Rücktritt aufgefordert, dass nicht fünf Millionen Bauern zu viel seien, sondern ein Vizepräsident in Brüssel.

Heute ist der Mansholt-Plan längst Wirklichkeit geworden. Insoweit geht es heute weniger um Arbeitsplatzverluste in der Landwirtschaft bedingt durch konsequente Rationalisierung durch Technik, sondern um den Widerstand gegen Veränderungen eines weitaus größeren Industriezweiges, nämlich um den Widerstand der "industriellen Landwirtschaft" sowie den Interessen des Kapitals.

Warum?

Der Einsatz von Technik erfordert heute umfangreiche Investitionen in Technik. Investiert werden muss deshalb Kapital, das den Landwirten fehlt und das sie sich deshalb auf dem Kapitalmarkt leihen müssen.

Diesbezüglich heißt es in einem Artikel auf Deutschlandfunk.de vom 06.04.2019 u.a. wie folgt:

Landwirte in Deutschland

Das Sterben der Höfe

Hohe Investitionen, geringe Erzeugerpreise: Landwirte müssen häufig ums Überleben kämpfen. Viele werfen das Handtuch, weil sie sich von der EU-Agrarpolitik nicht ausreichend unterstützt fühlen. Betriebe ab 200 Hektar aufwärts profitieren, Ökobauern dagegen haben es in Deutschland schwer.

An anderer Stelle heißt es:

Je mehr Fläche ich bewirtschafte, desto mehr Geld bekomme ich. Das ist so das Motto: Wer viel hat, dem wird viel gegeben.“ [En18]

Und in einem Artikel von Kirche-und-Leben.de vom 07.08.2018 heißt es:

Die wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe hat sich dramatisch zugespitzt. Viele Bauern leben von der Substanz oder sind hoch verschuldet. Ein Ende des Strukturwandels ist nicht in Sicht. Für die nächsten zehn Jahre wird ein weiterer Rückgang der Zahl der Haupterwerbsbetriebe prognostiziert. [En19]

Und auf der Website von Planet-Schule.de heißt es u.a.:

Vor hundert Jahren war Deutschland noch Agrarstaat.

100 Jahre später ist aus einem Agrarstaat ein Gemeinwesen mit einer industrialisierten und hochtechnisierten Landwirtschaft geworden, wodurch enorme Produktivitätssteigerungen möglich wurden, die aber heute zunehmend Probleme bereiten. Was war geschehen: Vom Acker zur Fabrik, das war das Motto, das es erfolgreich umzusetzen galt. Was dann ja auch gelungen ist.

Um 1900 erzeugte ein Bauer genügend Lebensmittel für vier Menschen, heute reichen die Agrarerzeugnisse nur eines Landwirts im Durchschnitt für 134 Mitbürger. Diese enorme Leistungssteigerung war nur durch einen gewaltigen technologischen Fortschritt möglich. Mit bedeutsamen Folgen für unsere Gesellschaft und unsere Umwelt. [En20]

Die wichtigsten Veränderungen in der Landwirtschaft in den letzten hundert Jahren im Überblick:

  • Maschinen ersetzen Menschen

  • Produktionssteigerung durch Chemie

  • Züchtung von Hochleistungsarten

  • Massentierhaltung

  • Hohe Verschuldung landwirtschaftlicher Betriebe.

Aus Sicht der PdvT sind in diesem Industriezweig heute Strukturveränderungen erforderlich, die Ernst F. Schumacher bereits 1973 durch den Titel seines Buches „Small is beautiful – zurück zum menschlichen Maß“ auf den Punkt gebracht hat.

Eine Landwirtschaft, die so bleiben will, wie sie zurzeit ist, wird nicht nur sich selbst, sondern auch die Gesellschaft, in der sie „wirkt“ großen Schaden zufügen.

Warum?

05 Landwirtschaft ist keine Industrie

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Bei Ernst F. Schumacher 1973 heißt es dazu:

Es ist nun einmal das grundlegende „Prinzip“ der Landwirtschaft, dass sie mit Leben, das heißt, mit lebenden Substanzen, zu tun hat. Ihre Erzeugnisse sind die Ergebnisse von Lebensprozessen, und ihr Produktionsmittel ist der lebende Boden. Ein Kubikzentimeter furchtbaren Bodens enthält Milliarden von lebenden Organismen, deren vollständige Erforschung weit über die Fähigkeiten des Menschen hinausgeht. Das grundlegende Prinzip der modernen Industrie auf der anderen Seite besteht [aber] darin, dass sie es mit vom Menschen entwickelten Prozessen zu tun hat, die nur dann zuverlässig wirken, wenn sie auf vom Menschen entwickelte, tote Materie angewendet werden.

Das Ideal der Industrie ist die Ausschaltung lebender Substanzen. [En21]21

Mit anderen Worten:

Auf toten Böden, die auch durch eine Überdüngung mittels Gülle erzeugt werden können, müssen auf Dauer gesehen Lebewesen sterben. Das betrifft auch die Pflanzen, denn auch Pflanzen sind Lebewesen. Wer schon fast Totes durch Technik am Leben erhalten will, der wird auf Dauer gesehen scheitern.

Anders ausgedrückt:

Es gibt kein Problem, das durch Technik nicht gelöst werden könnte, ist der wohl größte Irrtum unserer Zeit.

06 Kluger Umgang mit Gülle

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Aus Sicht der PdvT ist es nicht klug, die Natur zu bekämpfen. Allein aus dem Wort „bekämpfen“ geht hervor, dass es jemanden geben muss, der diesen Kampf verlieren muss. Die Natur wird das nicht sein, denn Natur ist alles, was existiert. Und wenn diese „Natur“ sich als Folge menschlichen Bemühens, ihrer Herr zu werden, sich in eine menschenfeindliche Natur verwandelt, dann ist das der Natur völlig egal. Sie kommt auch ohne Menschen, ohne Tiere, und auch ohne Pflanzen zurecht.

Mit anderen Worten:

Zum Beginn der Evolution gab es ja auch nur Einzeller, Bakterien und Mikroben. Alles begann, so zumindest unser wissenschaftlicher Glaube, in einer Ursuppe, was den ketzerischen Gedanken nahelegt, dass durch die Ursuppe „Gülle“ der Mensch sich sozusagen wieder auf dem Weg befindet, die Anfangsursuppe wieder herzustellen, in der dann alles wieder von vorn beginnen kann.

Natürlich ist die "Gülle" in diesem Sachzusammenhang gesehen nur ein ganz kleines Mosaiksteinchen, an dem aber aufgezeigt werden kann, worum es in Zukunft gehen wird, wenn Menschen ihren Lebensraum erhalten wollen.

Es ist nicht klug, aus einem lebendigen Lebensraum einen von Technik beherrschten Raum zu machen, in dem Leben, wenn alles so weitergeht wie bisher, nur noch künstlich am Leben gehalten werden kann.

Eine Landwirtschaft, die sozusagen zur Intensivstation wird, ist keine Landwirtschaft mehr.

Klug wäre es, gerade noch rechtzeitig einen Paradigmenwechsel zu vollziehen und nur noch solch eine Technik einzusetzen, die von Menschen beherrscht werden kann und deren Folgen für die Natur und die Umwelt jeder mit Vernunft ausgestattete Mensch richtig einzuschätzen vermag.

Ob solch ein Paradigmenwechsel heute noch möglich sein wird, das ist eine Frage, auf die die PdvT zurzeit keine plausible Antwort hat. Was die PdvT aber weiß, das ist die Tatsache, dass uns dieser Paradigmenwechsel gelingen muss, bevor Naturgewalten, die vom Menschen nicht mehr beherrscht werden können, den Menschen in seine Schranken verweisen werden.

Bisher war es in der Geschichte der Menschheit so, dass wirklich grundlegende gesellschaftliche Veränderungen – zumindest vorübergehend – nur durch Kriege, Seuchen und große Katastrophen möglich wurden, weil solche Ereignisse dem Menschen bewusst machten, dass Menschen aufeinander angewiesen sind, wenn sie eine Zukunft haben wollen.

Und dass dieses Zusammengehörigkeitsgefühl nachließ, sobald der Lebensraum den Menschen wieder Lebensmöglichkeiten, Fortschritt und Wachstum bot, das sei an dieser Stelle der Vollständigkeit halber nur angemerkt.

Worum es heute geht?

Es muss gelingen, einen zukunftsfähigen Lebensstil zu entwickeln. Sich daran zu beteiligen, darin sieht die PdvT den Kern ihrer Bemühungen. Da die Sprachfigur des Lebensstils aber die Gesamtbreite des menschlichen Lebens umfasst, also die Lebensart, die Lebensform, die Lebensführung, die Lebensgestaltung, der Lebenswandel und die Lebensweise, kurzum den gesamten Lifestyle betrifft, bleibt festzustellen, dass solche Fragen sogar dann mitschwingen, wenn es lediglich um Gülle geht.

Anders ausgedrückt:

Ein kluger Lebensstil setzt voraus, dass zwischen richtig und falsch entschieden werden kann, was zwangsläufig zur Folge hat, dass ein bisschen klug oder ein bisschen falsch nur Phrasen sein können, denn ein kluger Lebensstil muss richtig sein. Er muss in die Zeit von heute passen, nicht in die Zeit von vor 100 Jahren, denn die gibt es nicht mehr. Es muss gelingen, einen zeitgemäßen Lebensstil zu finden.

Uns bleibt keine andere Wahl.

Wenn alles so bleibt, wie es ist, dann stellt sich die Frage eines klugen Lebensstils nicht mehr, weil wir dann mit den Konsequenzen unserer Dummheit konfrontiert werden, deren Folgen heute noch erträglich gestaltet werden können, wenn wir uns - gerade noch rechtzeitig - für die Klugheit entscheiden.

Klugheit und Einsicht fordert auch der globale Risikobericht 2020 der Organisation Weltwirtschaftsforum (WEF) ein, der ein düsteres Bild der nahen und mittleren Zukunft der Menschheit beschreibt.

Im Executive Summary dieses Reports heißt es u.a.:

Laut der Global Risks Perception Survey sehen Mitglieder der Multistakeholder-Community „wirtschaftliche Konfrontationen“ und „innenpolitische Polarisierung“ als die größten Risiken im Jahr 2020 an. Angesichts dieser sich eintrübenden wirtschaftlichen Aussichten hat die Unzufriedenheit der Bürger zugenommen, zumal politische Bemühungen den Fortschritt nicht fördern konnten. Die Missbilligung der Art und Weise, wie Regierungen tiefgreifende wirtschaftliche und soziale Probleme angehen, hat weltweit zu Protesten geführt und möglicherweise die Fähigkeit der Regierungen geschwächt, im Falle eines Abschwungs entschlossene Maßnahmen zu ergreifen.

Ohne wirtschaftliche und soziale Stabilität könnten betroffenen Ländern aber nicht nur die finanziellen Ressourcen, sondern auch das politische Vermögen fehlen, soziale Unterstützung dort zu leisten, wo sie zur Bewältigung der wichtigsten globalen Risiken erforderlich sind. [...]. Der Klimawandel ist härter und schneller spürbar als von vielen erwartet.

Die letzten fünf Jahre sind auf dem Weg, die wärmsten der Geschichte zu sein, Naturkatastrophen werden immer intensiver und häufiger, und im vergangenen Jahr gab es weltweit ein beispielloses Extremwetter.

Es ist alarmierend, dass die globalen Temperaturen gegen Ende des Jahrhunderts voraussichtlich um mindestens 3 ° C ansteigen werden [und] dass die Grenzen der Vermeidung zu schwerwiegenden wirtschaftlichen und sozialen Problemen führen werden, die das Mögliche und Erforderliche durchaus überschreiten werden.

Und unter Bezugnahme auf den Artenschutz heißt es in dem Report:

Die derzeitige Aussterberate ist zehn- bis hundertmal höher als der Durchschnitt der letzten 10 Millionen Jahre - und sie beschleunigt sich. Der Verlust der biologischen Vielfalt hat entscheidende Auswirkungen auf die Menschheit, angefangen beim Zusammenbruch der Lebensmittel- und Gesundheitssysteme bis hin zur Unterbrechung der gesamten Lieferketten. [En22]

Und spätestens beim letzten Satz dieses Reports taucht auch das ungeschriebene Wort Gülle wieder auf, denn der extensive Einsatz von Gülle vernichtet Millionen lebenswichtiger Bakterien und Mikroben, die sich im Boden befinden.

Mit anderen Worten:

Ist der Boden erst einmal zerstört, ist das Leben nichts mehr wert.

Ergänzt werden müsse das Wort „Gülle“ durch weitere Wörter, um die es in diesem Kapitel aber nicht geht: Kunstdünger, Chemieeinsatz, Pflanzenschutzmittel (eine Bezeichnung, die heute kaum noch eine positive Wirkung erzeugen dürfte, weil Glyphosat auch ein Pflanzenschutzmittel ist, mit katastrophalen Folgen für Bienen und Insekten. Pflanzenschutzmittel sind heute eher Pflanzengiftmittel). Dennoch hält es die US-amerikanische Umweltbehörde dieses "Pflanzenschutzmittel" weiterhin für unbedenklich, wie es in einer Pressemeldung vom 31.01.2020 heißt.

07 Gerechter Umgang mit Gülle

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Wer den Anspruch auf Gerechtigkeit erhebt, muss wissen, dass „Gleichheit und Gerechtigkeit“, zusammengehören. Beide Wörter müssen folglich, um richtig verstanden zu werden, auch von der PdvT mit zeitgemäßen Bedeutungsinhalten ausgefüllt werden.

In diesem Sinne stimmt die PdvT Hans Kelsen zu, der unter einer „sozialen“ Demokratie eine Staatsform versteht, die allen Bürgern im gleichen Maße den Zugriff auf Güter zusichert.

Diese „Gleichheit“ will so viel heißen wie „Gerechtigkeit“, und die ist ebenso vieldeutig wie die Gleichheit selbst. Insoweit kann es sich sowohl bei der Gleichheit als auch bei der Gerechtigkeit nur um Ideen handeln, die ein nicht existierendes Ideal zu beschreiben versuchen und die immer daran scheitern werden, dieses Ideal letztendlich Wirklichkeit werden zu lassen.

Insoweit kann es sich bei den beiden bedeutungsschweren Sprachfiguren nur um Vorstellungen, hier zu verstehen im Sinne von Visionen oder Utopien handeln, denen sich Menschen im Rahmen des menschlich Möglichen lediglich anzunähern vermögen, weil sich die Verhältnisse, in denen Gleichheit und Gerechtigkeit zu gewährleisten ist, sich immer wieder ändern werden.

Insoweit stimmt die PdvT mit Josef Pieper überein, der Gerechtigkeit u.a. wie folgt definiert: „Offenbar ist das Recht der Gegenstand der Gerechtigkeit.“ Und unter Bezugnahme auf Emil Brunner stellt Josef Pieper eine weitere Verbindung her, die an dieser Stelle wie folgt skizziert werden soll: „Gerechtigkeit ist eine Ordnung des Gehörens“, in die sich der Mensch durch die Idee der Gerechtigkeit hineingestellt sieht." [En23]

Ordnung des Gehörens“, das versteht die PdvT im Sinne von: Vom Anstand geboten, Anstandsregeln genügend, in der Pflicht sein, oder einfach: Das gehört sich so, weil es ordnungsgemäß ist und sich ziemt.

Und in diesem Sinne verstanden wäre es gerecht, der Umwelt das Recht zu gewähren, auf das sie einen Anspruch hat: nicht ausgebeutet, verschmutzt oder vergiftet zu werden.

Das christliche Gebot:

Machet euch die Erde untertan, kann insoweit nicht mehr als eine gerechte Ordnung verstanden werden, weil sich dieses unterstellte gröblich missverstandene Recht, von dem auch heute noch weiterhin Gebrauch gemacht wird, sich letztendlich gegen den richtet, der das für Recht hält: gegen den Menschen. In der Schöpfungsgeschichte übergibt vielmehr der erzürnte Gott den Menschen einen Garten, in dem er redlich zu arbeiten hat. Von Ausbeutung steht in der Schöpfungsgeschichte nicht ein Wort.

Die Bewahrung der Schöpfung ist deshalb ja auch eine der großen Menschheitsherausforderungen, die Papst Franziskus in der „Laudatio si“ vom 24. Mai 2015 eingefordert hat, indem er schreibt:

 „Alle können wir als Werkzeuge Gottes an der Bewahrung der Schöpfung mitarbeiten, ein jeder von seiner Kultur, seiner Erfahrung, seinen Initiativen und seinen Fähigkeiten aus.“

An anderer Stelle heißt es:

Wir können uns nicht als große Liebende betrachten, wenn wir irgendeinen Teil der Wirklichkeit aus unseren Interessen ausschließen. Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sind drei absolut miteinander verbundene Themen, die nicht getrennt und einzeln behandelt werden können, ohne erneut in Reduktionismus zu fallen.“ [En24]

In Bezug auf das übermäßige Aufbringen von umweltschädigender Gülle auf landwirtschaftliche Flächen geht die PdvT deshalb von der Überzeugung aus, dass es Landwirten zumutbar ist, diesem Missstand Einhalt zu gebieten.

Das aber ist nur die eine Seite der Medaille, denn zum christlich-abendländischen Denken gehört auch eine Soziallehre, die ebenfalls zu den Grundwerten des westlich geprägten Demokratieverständnisses gehört. Und unter Bezugnahme auf Emil Brunner (1889 bis 1966) einem evangelisch-reformierten Schweizer Theologen, zitiert Hans Kelsen den Autor wie folgt: „Bei näherer Betrachtung stellt man jedoch fest, dass die weltliche oder irdische Gerechtigkeit, die Brunner der himmlischen Gerechtigkeit, der Gerechtigkeit des Glaubens, der Gerechtigkeit Gottes, entgegenstellt, seiner Meinung nach auch eine übernatürliche göttliche Gerechtigkeit ist. Er sagt, die Idee der Gerechtigkeit und das Konzept eines göttlichen Gesetzes der Gerechtigkeit sind ein und dasselbe. Diese Gerechtigkeit der Institutionen dieser Welt ist eine göttliche Gerechtigkeit, denn diese Welt ist von Gott geschaffen, die Ordnung dieser Welt, die Ordnung der Natur ist Ausdruck des Willens Gottes.“ [En25]

Das mag stimmen, zumindest lässt sich das Gegenteil nicht beweisen.

Aber wie dem auch immer sei. Aus Sicht der PdvT kommt es in dieser Welt vorrangig zuerst einmal darauf an, dass die Regierenden zumindest versuchen, gerecht zu sein. Dazu werden in westlichen Demokratien, so zumindest die Hoffnung vieler Wählerinnen und Wähler, die „Herrschenden“ gewählt, um das zu hüten, was für Menschen von essenzieller Bedeutung ist, die Gleichheit und die Gerechtigkeit.

Bedauerlicherweise verblasst die Erinnerung an das, was „Herrschende“ zu hüten haben jedoch immer mehr und wird ersetzt durch eine Politik der Mächtigen für die Mächtigen.

Für die PdvT bedeutet das, dass es bei der Suche nach „Gleichheit und Gerechtigkeit“ deshalb zuerst einmal darum gehen muss, etwas „wiederherzustellen“, was der Glaube an grenzenloses Wachstum und grenzenlosen technischen Fortschritt angerichtet haben.

Und dazu gehört im hier zu erörternden Sachzusammenhang das „Wiederherstellen einer Landwirtschaft“, die wieder das tun kann, was sie eigentlich leisten soll, den Acker zu hegen und zu pflegen, nicht nur, um davon selbst gut leben, sondern auch, um Menschen mit gesunden Nahrungsmitteln versorgen zu können.

Und dass dies mit der Menge von Gülle, anderen Kunstdüngern und anderen umweltschädigenden Pflanzenschutz(gift)mitteln kaum noch möglich ist, müssen Veränderungen herbeigeführt werden, die das „wiederherzustellen“ vermögen.

Das ist zuerst einmal die Aufgabe der Politik.

Auch wenn dazu viel Mut erforderlich sein wird.

Diesbezüglich heißt es bei Josef Pieper:

Wenn der fundamentale Akt der ausgleichenden Gerechtigkeit „Wiederherstellung“ heißt, so ist damit ausgesprochen, es sei nicht möglich, einen endgültigen idealen Zustand unter Menschen zu realisieren. Es ist vielmehr gesagt, dass das Behelfsmäßige, das Un-Endgültige und Provisorische, das immer wieder bloß „Ausbessernde“ allen geschichtlichen Tuns zur Grundverfassung des Menschen und seiner Welt gehöre, und dass also der Ausspruch, die ungestörte endgültige Ordnung in einer Welt aufzurichten, mit Notwendigkeit ins Unmenschliche führen müsse. [En26]

Alfred North Whitehead hat diese Aussage nach Lesart der PdvT auf die griffige Formel gebracht, die da lautet:

Perfektion ist ein Schwindel.

Die PdvT würde diese Grundwahrheit wie folgt vervollständigen: Wer in einer perfekten Welt leben möchte, hat sein Menschsein aufgegeben. Das werden sich Menschen nicht gefallen lassen, denn Menschen sind zur Freiheit geboren, und Freiheit kann nicht perfekt sein. Insoweit wird auch das „Wiederherstellen“ der Landwirtschaft keine Patentlösung sein können, wenn dabei an vergangene Zeiten gedacht wird, denn das, was Landwirtschaft vor 50 Jahren war, wird sie weder heute noch in Zukunft wieder sein können.

Wiederherstellen kann deshalb im hier zu verstehenden Sachzusammenhang nur als ein Ingangsetzen eines Heilungsprozesses verstanden werden, mit dem vom Staat unterstützte Landwirte versuchen können, sollten, müssen, eine umweltfreundlichere Landwirtschaft entstehen zu lassen.

Das ist es, was die PdvT in diesem Sachzusammenhang gesehen unter Gerechtigkeit versteht.

Diesbezüglich heißt es bei Josef Pieper:

Wenn von Gerechtigkeit die Rede ist, wenn es heißt: „Du sollst gerecht sein!“, dann ist niemals der angesprochen und gemeint, dem etwas zusteht, sondern ausschließlich der, welcher das Zustehende geben soll. [En27]

Wer aber ist das?

Aus Sicht der PdvT sind das sowohl diejenigen, die Gülle erzeugen, aber auch die, die das förderten, denn im Laufe von gut 50 Jahren sind aus Bauern zuerst Landwirte und dann „Industriearbeiter“ geworden, die nur noch einen systemimmanenten Gedanken kannten, der sich in wenigen Wörtern ausdrücken lässt: Produktionserweiterung und Produktionssteigerung durch den Einsatz von immer mehr Technik und: mehr Einkommen.

Und eine Demokratie, deren „Herrschende“ das nicht nur gefördert, sondern auch subventioniert haben, die tragen insoweit eine besondere Bringschuld bei der „Wiederherstellung“ einer schwer in Mitleidenschaft gezogenen Umwelt.

Bedauerlicherweise ist es heute aber so, dass die Verwalter des Gemeinwohls, also die Herrschenden, kaum noch als Menschen kennengelernt werden können, so dass es nicht mehr möglich ist, zu ihnen eine persönliche Beziehung aufzubauen. Die Entscheider von heute sind eher virtuelle Hologramme, also lediglich dreidimensional wahrnehmbare Erscheinungen, die uns mit ihren zweidimensionalen Abbildern in der Medienkultur von heute vorgaukeln, ihnen genauso vertrauen zu können, wie das bei echten Menschen seit Menschengedenken möglich war, auch wenn Menschen sich dabei häufig irrten.

Die medialen Abbilder echter Menschen sind aber keine echten Menschen, sondern Abbilder, Erscheinungen, die, wenn sie in den Aufnahmebereich einer Kamera kommen, sich ganz anders darstellen und verhalten, als das der Fall ist, wenn Kameras nicht anwesend sind. Ist das aber der Fall, dann wissen diese Menschen ganz genau, was sie zu tun und zu unterlassen haben, um als Objekte aus Licht und Sound, Objekte aus Bits und Bytes, möglichst publikumswirksam in Erscheinung treten zu können.

Das, was in unseren Köpfen dann geschieht, wenn wir diese „Lichtgestalten“ sehen, kann dann gar nichts anderes mehr sein, als Konstruktionen menschlicher Gehirne, die uns die Wirklichkeit so sehen lassen, wie wir sie sehen wollen.

Aus Sicht der PdvT muss das geändert werden.

Der einzig gangbare Weg dahin heißt: Bildung. Nur ungebildete Menschen können es zulassen, dass Politiker sich so verhalten, wie das der Kaiser im Märchen von Christian Anderson „Des Kaisers neue Kleider“, tut, der anlässlich eines Auftritts in der Öffentlichkeit zur Kenntnis nehmen muss, dass die Menschen über ihn lachen.

Warum?

Im Märchen heißt es dazu:

Aber, er hat ja gar nichts an!“, rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn es schien ihm, als hätten sie recht; aber er dachte bei sich: „Nun muss ich die Prozession aushalten.

Und die Kammerherren gingen noch straffer und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.

Wie´s weiterging, hat uns der Dichter nicht verraten. Denn Märchen kommen aus der Fantasie und enden tun sie eigentlich nie ..." [En28]

Womit der Dichter das bestätigt, was die PdvT und Millionen von Menschen täglich an den Bildschirmen erleben: Es wird geredet und geredet, angekündigt und verworfen, wobei alles so transparent (durchsichtig) zu werden scheint, dass letztendlich niemand mehr weiß, worum es geht und keiner mehr den „roten Faden einer durchsichtig gewordenen Schleppe“ auch nur andeutungsweise erkennen kann.

Klimahysterie nennen das die einen, Menschheitsherausforderung die anderen. Die PdvT nennt die ernsthafte Auseinandersetzung mit der Welt von heute beim Namen: „Mut zur Wirklichkeit“, was nichts anderes bedeutet als: sehen was ist.

Das allein würde schon vollständig ausreichen, um zu erkennen, dass Gleichheit und Gerechtigkeit Grundwerte sind, die es erneut mit Leben zu füllen gilt. Insbesondere dann, wenn Veränderungen anstehen, die tiefgreifende gesellschaftliche Konflikte schaffen werden, ist diese Tugend gefragt, denn wenn sie nicht zur Anwendung kommt, lassen sich gesellschaftliche Konflikte nur schwerlich sozialerträglich lösen.

Und wer behauptet, dass das System von heute bereits so komplex ist, dass jeder Versuch, es zu verändern, zum Scheitern verurteilt ist, der lügt.

Wir leben noch nicht in einer Maschine und wir sind auch keine Maschinen.

Niemals.

08 Mutiger Umgang mit Gülle

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Mut ist eine Tugend, die darin besteht, das Richtige zu wollen und das Richtige zu tun. Mut ist aber auch eine Eigenschaft, die darin besteht, etwas zu wagen, ohne zu wissen, was dabei herauskommt. Kolumbus wagte es, gen Westen zu segeln, ohne zu wissen, wohin ihn diese Unternehmung führte. Er entdeckte eine neue Welt, glaubte aber daran, den Seeweg nach Indien gefunden zu haben.

Eine mutige Landwirtschaft setzt ebenfalls die Bereitschaft voraus, sowohl das Richtige tun zu wollen als auch das Richtige zu tun. Und dazu gehört nach Überzeugung der PdvT die Einsicht, dass eine industrielle Nutzung landwirtschaftlicher Flächen auf Dauer gesehen keine Option sein kann.

Warum?

Schon bei Ernst F. Schumann heißt es:

„Wenn wir fragen, wohin die stürmischen Entwicklungen der Industrie in der Welt uns im letzten Jahrhundert gebracht haben, ist die Antwort recht entmutigend. Überall scheinen die Aufgaben rascher zu wachsen als die Lösungen. [...]. Somit wäre es besser, wenn wir uns fragen: Was leistet die Technologie und was sollte sie leisten? Können wir eine Technologie entwickeln, die uns tatsächlich bei der Lösung unserer Probleme hilft – eine Technologie mit menschlichen Zügen?“ [En29]

An anderer Stelle heißt es:

Was wir heute in der modernen Industriegesellschaft haben, ist nicht romantisch und sicherlich nicht utopisch, denn es ist mitten unter uns. Aber es befindet sich in sehr großen Schwierigkeiten und hat keine Zukunft. Wir müssen einfach den Mut haben zu träumen, wenn wir weiterleben und unseren Kindern auch diese Möglichkeit geben wollen. [...]. Und: Die Problemkinder der Welt sind deshalb die reichen Gesellschaften und nicht die armen.“ [En30]

Nur zur Wiederholung.

Diese Zeilen wurden erstmals 1973 publiziert. Heute haben die bedauerlichen Zustände ganz andere Dimensionen erreicht. Aus Sicht der PdvT ist es somit heute dringlicher als je zuvor, eine Technik zu entwickeln, die sozusagen mit menschlichen Zügen ausgestattet ist. Es dürfte unbestreitbar sein, dass es solche Techniken heute bereits gibt, so dass es nicht am Wissen fehlt, um eine naturverträgliche Technik zum Einsatz kommen zu lassen, sondern am Wollen.

Dieses "Wollen" ist aber dringender als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Insoweit stimmt die PdvT mit Sir Albert Howard, einem der Gründer der Bio-Bewegung und der Soil Association in England überein, der gesagt hat:

Die Gesundheit von Boden, Pflanze, Tier und Mensch ist eins und unteilbar.“ [En31]

Das in einer industrialisierten Landwirtschaft umzusetzen, dazu bedarf es großen Mutes, denn die Verwirklichung dieser „Wahrheit“ berührt große wirtschaftliche Interessen.

09 Maßhalten und Gülle?

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Maßhalten, das setzt nach dem Grundverständnis dieses Wortes aus Sicht der PdvT nicht nur die Bereitschaft zur Beschränkung, sondern auch die Bereitschaft zum Verzicht voraus, denn Maßhalten kommt von Mäßigung was so viel bedeutet wie: Abschwächung, Drosselung, bremsen, zurücknehmen, entsagen oder einfach mäßigend auf etwas einwirken, mit anderen Worten: Augenmaß zeigen.

In einer Welt des Wirtschaftswachstums, das ohne Überproduktionen, egal in welchem Bereich, zumindest nach einer heute noch weit verbreiteten Vorstellung nicht existieren kann, wird die Tugend des Maßhaltens jedoch sozusagen wie eine Aufforderung zur gewaltsamen Systemveränderung verstanden, denn die Tugend des Maßhaltens würde, sollte sie gelebt werden, in Anlehnung an Josef Pieper, voraussetzen, »dass jene zerstörerische und seinswidrige Auflehnung der Sinne gegen den Geist der Maßlosigkeit möglich ist, zumindest aber für möglich gehalten wird«, was aber in freien marktwirtschaftlichen Systemen unbedingt zu verhindern ist, weil Verzicht nur Rückschritt und nur Wachstum »Fortschritt« bedeuten kann.

Das sieht die PdvT so nicht.

Für diese Partei ist es an der Zeit, sich wieder daran zu erinnern, dass die Tugend des Maßhaltens im christlichen Menschenbild stets eine besondere, herausragende Stellung eingenommen hat, denn die Tugend des Maßhaltens wurde jahrhundertelang als die am meisten christliche Tugend angesehen. [En32]

Aber: Eine Gesellschaft, die schon seit Jahrzehnten an nichts anderes denkt als an wirtschaftliches Wachstum und technischen Fortschritt, also daran, wie die Produktionsverhältnisse noch effektiver und kostengünstiger gestaltet werden können, wird deshalb umdenken lernen müssen, denn heute können die bedrohlichen Folgen dieser gesellschaftlichen Grundausrichtung einfach nicht mehr übersehen werden.

Im Zusammenhang mit Gülle wird die Tugend des Maßhaltens im Übrigen auch nur dann zu verwirklichen sein, wenn 1. weniger Gülle erzeugt wird, was zur Folge hat, das der Viehbestand zu reduzieren wäre und 2. der Handel mit Gülle eingestellt würde, denn der Handel mit Gülle ist zwischenzeitlich ebenfalls zu einem lukrativen und sogar grenzüberschreitenden Geschäft geworden.

Die Importzahlen zeigen, dass der Handel nach den Gesetzen der Marktwirtschaft funktioniert. 2012 wurden 1,7 Millionen Tonnen des organischen Düngers aus den Niederlanden nach Deutschland importiert, die Zahlen waren zuletzt steigend. Grund dafür ist, dass für holländische Bauern es noch schwieriger ist, ihre Stallabfälle loszuwerden: Zu viele Schweine für zu wenig Fläche. Sie zahlen deshalb einen doppelt bis dreifach höheren Preis als ihre deutschen Kollegen [für die Entsorgung ihrer Gülle].“ [En33]

Daran dürfte sich bis heute nichts geändert haben, denn „1,31 Mio t Tierdung haben die Niederländer von Januar bis September 2019 bereits nach Deutschland geliefert.“ [En34]

Mäßigung im Sinne von: Weniger Gülle auf landwirtschaftlichen Nutzflächen würde somit bedeuten, dass der gesamte Markt der „Gülle“ einer zukunftstauglichen Neuorientierung bedarf, mit anderen Worten: einer Marktbeschränkung.

Das wiederum ist ein Wort, das neoliberalen Wirtschaftsvorstellungen diametral entgegensteht, aber dennoch unvermeidbar sein wird, um das Grundwasser vor weiteren Vergiftungen zu schützen.

Worum es geht, das lässt sich in wenige Wörter fassen: Mehr Zukunft auf dem Acker, denn die weltweite Massenproduktion von Lebensmitteln zerstört die Umwelt. Und Hunger braucht dann auch niemand zu fürchten, denn der Umgang mit Lebensmitteln bedarf genauso der Neuorientierung, wie der Umgang mit „Gülle produzierenden Tieren“, die ja nur deshalb so viel Gülle produzieren, weil sie fabrikmäßig gehalten und fabrikmäßig ausgebeutet werden.

Der dafür notwendige Wandel scheint zurzeit zwar noch utopisch zu sein, dürfte aber dennoch unausweichlich werden.

Die PdvT hält solch einen Wandel dennoch für möglich. Ihr Ziel wird es folglich sein, aus dem folgenden Satz Wirklichkeit werden zu lassen:

Wir halten nur so viele Tiere, wie wir Wiesen und Weideland haben.

Aus Sicht der PdvT wäre es bei der Umsetzung dieser Vision auch klug, gerecht, mutig und maßvoll, Tieren wieder artgerechten Lebensraum zur Verfügung zu stellen.

Das wäre aus Sicht der PdvT das Wiederherstellen einer gerechten Ordnung, die zukunftsfähig ist.

Wenn Sie in diesem Text einen Fehler gefunden haben, einen Verbesserungsvorschlag machen möchten oder mir eine Frage stellen wollen, dann schreiben Sie mir bitte eine Mail an info@rodorf.de

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10 Quellen

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Endnote_01
E.F. Schumacher. Small is beautiful. Die Rückkehr zum menschlichen Maß. Oekom-Verlag 2019. Seite 115
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_02
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft. Vergleich der Wirkung von Gülle mit Stallmist und Jauche im Ökologischen Landbau.
https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/publikationen/daten/
informationen/p_20004.pdf
Aufgerufen am 30.01.2020
Zurück

Endnote_03
Nabu.de. https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/
landnutzung/landwirtschaft/umweltschutz/22854.html
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_04
Agrarheute.de vom 18.09.2019. Düngeverordnung. Gülle: Neue Regeln sind Mist – Bauern in Not
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Endnote_05
Das Erste vom 27.09.2017. Zu viel Nitrat im Boden: Wohin mit der Gülle?
https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/guelle-104.html
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_06
Expertise zur Bewertung des neuen Düngerechts von 2017 in Deutschland im Hinblick auf den Gewässerschutz. Prof. Dr. Friedhelm Taube, Kiel, im Juni 2018. Studie im Auftrag von: BDEW - Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. https://www.bdew.de/media/documents/Expertise_Bewertung_
D%C3%BCG_D%C3%BCV_StoffBilV_Taube_11.06.2018_oeffentlich.pdf
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_07
Ernst F. Schumacher. Small is beautiful. Die Rückkehr zum menschlichen Maß. Oekom-Verlag 2019. Seite 161
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Endnote_08
Biogas aus Gülle – ein rundes Konzept Land & Forst. Nr. 28. 12.Juli 2018. Zwei weitere Milchviehhalter sind von dem Konzept der 75 kW-Güllebiogasanlage überzeugt.
https://www.bwe-energie.de/fileadmin/user_upload/Land_Forst_Ausgabe_KW28_2018.pdf
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_09
Topagrar.de vom 14.05.2014. Verseuchen Gärreste aus Biogasanlagen die Umwelt?
https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/
verseuchen-gaerreste-aus-biogasanlagen-die-umwelt-9428018.html
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_10
Gärreste im Ackerbau effizient nutzen. DLG-Merkblatt 397.
https://www.dlg.org/de/landwirtschaft/themen/pflanzenbau/dlg-merkblatt-397/
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_11
Dem Entsetzen täglich in die Fratze sehen. Herausgeber: Richard Riess. wbgTHEISS-2019. Christoph Türcke. Ist Geld böse. Seite 135
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Endnote_12
Ansprache der Bundeskanzlerin zum Jahreswechsel von 2019 auf 2020 im Kanzleramt in Berlin vom 31. Dezember 2019.
https://www.youtube.com/watch?v=NS3fU9XSrGQ
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_13
Generaldebatte im Deutschen Bundestag. 11.09.2019. Bundeskanzlerin Angela Merkel.
https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/aktuelles/merkel-im-bundestag-1669624
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_14
Tagesschau.de vom 14.01.2020. Entscheidung von Sprach-Jury „Klimahysterie“ ist Unwort des Jahres.
https://www.tagesschau.de/inland/unwort-klimahysterie-101.html
Aufgerufan am 30.01.2020
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Endnote_15
Menschenrechtsabkommen.de. Recht auf sauberes Wasser.
https://www.menschenrechtsabkommen.de/recht-auf-sauberes-wasser-1122/
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_16
Immer weniger Landwirte erzeugen immer mehr. Leistungen enorm gestiegen. Nur noch jeder siebte Euro für Nahrungs- und Genussmittel.
https://www.bauernverband.de/situationsbericht/1-landwirtschaft
-und-gesamtwirtschaft/12-jahrhundertvergleich
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_17
Mansholt Plan. Der Spiegel 51/1968.
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45865145.html
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_18
Deutschlandfunk.de vom 06.04.2019. Das Sterben der Höfe.
https://www.deutschlandfunk.de/landwirte-in-deutschland-das-sterben-der-hoefe.
724.de.html?dram:article_id=445661
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_19
Kirche-und-leben.de vom 07.08.2018. Ländliche Familienberatung im Bistum Münster. Dürre ist nicht das Hauptproblem.
https://www.kirche-und-leben.de/artikel/beraterin-fuer-
landwirte-duerre-ist-nicht-das-hauptproblem/
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_20
Planet-Schule.de. Geschichte der Landwirtschaft - Ursprünge der Landwirtschaft.
https://www.planet-schule.de/wissenspool/was-wo-wie-
waechst/inhalt/hintergrund/landwirtschaft-frueher-und-heute.html
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_21
Ernst F. Schumacher. Small is beautiful. Die Rückkehr zum menschlichen Maß. Oekom-Verlag 2019. Seite 119
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Endnote_22
World Economic Forum. The Global Risks Report 2020.
http://www3.weforum.org/docs/WEF_Global_Risk_Report_2020.pdf
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_23
Josef Pieper. Das Menschenbild der Tugendlehre. Meiner-Verlag 2006. Seite 48
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Endnote_24
Papst Franziskus. Laudato si. 24. Mai 2015.
http://www.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-
francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html
Aufgerufen am 30.01.2020
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Hans Kelsen. Verteidigung der Demokratie. Mohr Siebeck 2006. Foundations of Democracy 1955. Seite 313. The Idea of justice and the concept of al divine law of justice are one and the same thing. The justice of the institutions of this world is a divine justice, for this world is createt by God, the order of this world, the order of nature, ist tjhe expression of God´s will
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Endnote_26
Josef Pieper. Das Menschenbild der Tugendlehre. Meiner-Verlag 2006. Seite 81
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Endnote_27
Ebd. Josef Pieper. Seite 82
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Endnote_28
Hans Christian Andersen. Des Kaisers neue Kleider. Illustriert von Karl Lagerfeld. Coppenrath 2019 vorletzte und letzte Seite
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Endnote_29
Ernst F. Schumacher. Small is beautiful. Oekom-Verlag 2019, Seite 156
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Endnote_30
Ernst F. Schumacher. Small is beautiful. Oekom-Verlag 2019, Seite 156
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Endnote_31
Soil Association in Scotland.
https://www.soilassociation.org/what-we-do/
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_32
Josef Pieper. Über das christliche Menschenbild. Johannes-Verlag - 4. Auflage 2018. Seite 47 und 49
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Endnote_33
Handelsblatt.com vom 27.08.2014. Güllehandel: Ein schmutziges Geschäft.
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/
guellehandel-ein-schmutziges-geschaeft-/10353500.html
Aufgerufen am 30.01.2020
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Endnote_34
Topagrar.com vom 10.12.2019.
https://www.topagrar.com/acker/news/niederlande-exportieren-mehr-
phosphat-und-stickstoff-nach-deutschland-11933031.html
Aufgerufen am 30.01.2020
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