PdvT- Die Partei der vier Tugenden
 Klugheit, Gerechtigkeit, Mut und Maßhalten
 

Klugheit als Tugend

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Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit an.
Heinrich Theodor Fontane
1819 bis 1898

Das muss geändert werden.

Klugheit, dahingehend stimmt die PdvT mit Josef Pieper (1904 bis 1977) überein, bedeutet, dem Guten Geltung zu verschaffen, was aber nur auf der Basis bestmöglichen Wissens über die gesellschaftliche Wirklichkeit realisierbar ist. Dafür reichen weder »gute Absichten« noch »gute Meinungen« aus.

Klugheit fordert deshalb die »rechte Verfassung der praktischen Vernunft« ein, weil sie sowohl erkennend als auch beschließend ist. Klugheit ist somit nichts anderes, als das Erkennen dessen, was wahr und gut ist. [En01] 1

Kluges Handeln, das ist somit nichts anderes als die Fähigkeit, richtige Urteile fällen zu können, und zwar im Hier und im Jetzt, um diese dann auch zeitnah umzusetzen und nicht erst im Jahre 2030 oder später.

Insoweit kann die Klimakonferenz in Madrid, die im Dezember 2019 kurz vor ihrem Scheitern stand, nur als ein weltpolitisches Desaster oder als die völlige Abwesenheit von Klugheit bewertet werden, weil nicht einmal ein für alle verbindlicher Zukunftsplan verabschiedet werden konnte.

Wie dem auch immer sei.

Politische Klugheit, so wie die PdvT diese Tugend versteht, setzt immer voraus, im Sinne des Allgemeinwohls zu handeln, was bedeutet, dass erforderlichenfalls Eigeninteressen, auch die von Staaten, zurückzustellen sind.

Diesbezüglich heißt es bei Josef Pieper: »Der erste Akt des Willens rührt nicht her aus dem Befehl der Vernunft, sondern aus dem Anstoß der Natur oder einer höheren Kraft«, womit im hier zu erörternden Sachzusammenhang die Interessen der »Vielen« gemeint sind, denn die Interessen des Einzelnen, wenn sie überbewertet werden, haben nichts anderes als Narzissmus zur Folge, was dem Allgemeinwohl auf Dauer nur Schaden zufügen kann.

Klugheit setzt insoweit die Bereitschaft voraus, sich der Wahrheit zu stellen, um aus ihr im Rahmen des menschlich Möglichen das best Mögliche machen zu wollen. Insoweit kann festgestellt werden, dass es nicht der Zweck der Klugheit ist, über die letzten Ziele des eigenen Lebens oder gar über die Zukunft der gesamten Menschheit Bescheid wissen zu wollen. Diese Ziele sind nach christlich-abendländischem Denken vorgegeben.

Und da sich die PdvT als eine säkulare Partei versteht, kann für sie Klugheit nur bedeuten, jene »Grundausrichtung« zu finden, die richtig und wahr ist. Wahr im Sinne der PdvT kann deshalb nur das zurzeit verfügbare menschliche Wissen sein, auf dessen Grundlage kluge Entscheidungen zu treffen sind. [En02] 2

Mit anderen Worten:

Ohne den Willen zum Guten und zum Richtigen im »Hier« und im »Jetzt« bleiben alle Bemühung bei der Suche nach »überzeugenden Problemlösungen« aus der Sicht der PdvT nichts als leere Geschäftigkeit und Selbstbetrug.

Mit Klugheit hat das nichts zu tun.

Übertragen auf die Aufgabe von Abgeordneten, die vom Volk gewählt werden, und die somit eine Politik machen sollen, die dem Allgemeinwohl dient, kann das für Abgeordnete der PdvT nur eines bedeuten: im Sinne des Allgemeinwohls sowohl notwendige als auch richtige Entscheidungen zu treffen, und zwar richtige Entscheidungen über »das konkret zu Tuende« und zwar so, wie es »jetzt getan werden muss«.

Bezug nehmend auf Paul Claudel heißt es dazu bei Josef Pieper: »Es sei die Klugheit, die »geduldige Leuchte, die uns nicht das Künftige bezeichnet, sondern das Unmittelbare«, das was jetzt richtigerweise getan werden muss. Und in diesem Sinne beschreibt Josef Pieper die »Tugend der Klugheit als das vollendete Können, wirklichkeitsgerechte Entscheidungen zu treffen«. [En03] 3

Wer diese Grundhaltung in sich kultiviert, der kann als klug bezeichnet werden, und für den gilt dann auch der Satz: »Tue was du willst!«, denn das, was ein kluger Mensch wollen will, das ist immer nur das Gute/Richtige.

Gutes, beziehungsweise Richtiges zu tun bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass das, was zu tun ist, ausschließlich dem menschlichen Wohlbefinden dienen muss. Richtig handelt auch derjenige, der eine erkannte Gefahr oder den Eintritt eines drohenden Schadens von der Allgemeinheit nur dadurch abwenden kann, indem zum Beispiel Besitzstände, Rechte, Vorteile oder Nießbrauchsrechte einschränkt, möglicherweise sogar ganz aufhebt.

Dass solchermaßen »richtiges« Handeln auf Widerstände stößt, liegt in der narzisstischen menschlichen Natur begründet, hier zu verstehen als der zum Menschen gehörende selbstbezogene, egoistische und ichbezogene Charakter, der den Eigennutz meist über den des Allgemeinwohls stellt.

Das war aber nicht immer so, sondern diese Überbewertung des eigenen »ICH« entstand erst in einer Zeit, die von Christopher Lasch so treffend als »Das Zeitalter des Narzissmus« bezeichnet worden ist. Diese Zeit begann nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, um sich dann in den 1970er Jahren bis heute zu einer Volkskrankheit zu entwickeln, die zwischenzeitlich sogr erkennbare gesellschaftsbedrohende Ausmaße angenommen hat. [En04] 4

Wer heute von den wirklich Reichen einen Steuersatz von 90 % einfordern würde, dem würde landauf und landab empfohlen, sich sofort in ärztliche Behandlung zu begeben.

Vor 70 Jahren waren aber nicht nur im zerstörten Nachkriegsdeutschland, sondern auch in den USA die Vermögenden bereit, Steuersätze von 90 % zu zahlen. Heute würde das als staatlich legitimierter Raub angesehen.

Wie dem auch immer sei.

Um kluge Entscheidungen im Sinne des Allgemeinwohls treffen zu können, bedarf es einer Partei, die bei der Auswahl ihrer Kandidaten besonderen Wert darauf legt, dass diese nicht nur das vier Wörter umfassende Grundsatzprogramm der PdvT verinnerlicht haben, sondern auch wissen, dass nur ihr eigenes Gewissen und ihre eigene Vernunft der alleinige Maßstab für kluge, gerechte, mutige und maßvolle Entscheidungen sein kann.

Solchen Charakteren will die PdvT eine politische Heimat bieten, denn diese Partei geht von der Vorstellung aus, dass eine Gesellschaft, deren Interessen von Politikern vertreten werden, die nicht zur Linientreue verpflichtet sind, eine ganz andere Politik machen würden als die, die heute üblich ist.

Klugheit im Sinne abendländisch-christlichen Denkens lässt sich aber nur dann in ihrer gesamten Wortbedeutung erfassen, wenn die Klugheit im Zusammenhang mit den anderen natürlichen Tugenden gesehen und verstanden wird, denn das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Klugheit kann somit nicht als eine isolierte Tugend betrachtet werden. Zu ihr gehören auch die anderen weltlichen Tugenden, als da sind: Gerechtigkeit, Mut und die Bereitschaft zum Maßhalten.

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Endnoten

Endnote_01
Josef Pieper. Schriften zur philosophischen Anthropologie und Ethik. Das Menschenbild der Tugendlehre. Traktat über die Klugheit. Meiner Verlag 2. Auflage 2006
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Endnote_02
2 Ebd. Pieper, Seite 34 und 35
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Endnote_03
3 Ebd. Pieper, Seite 32
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Endnote_04
Christopher Lasch. Das Zeitalter des Narzissmus. Campe Paperback 1995
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